Willi Bühler: Brief an Brooklyn wegen Ausgeschlossenen

Vor Jahren hatte ich an die Leitende Körperschaft geschrieben, warum man mit Ausgeschlossenen nicht reden dürfte. Ich war damals im Bethel. Der Brief kam von Brooklyn an die Ältesten meiner Versammlung zurück.

Der Versammlungsälteste und der Dienstaufseher besuchten mich und stellten mich zur Rede, warum ich nach Brooklyn geschrieben und mich nicht an sie gewandt hätte. Ich sagte, dass ich mich gerne einmal mit den "Befehlsgebern" und nicht mit "Befehlsempfängern" unterhalten hätte. Daraufhin warfen sie mir Illoyalität gegenüber dem "Sklaven" vor, denn für Fragen wären sie und nicht der "Sklave" zuständig.

Sie redeten dann über 2. Johannes 9 und 10, dort heißt es in Vers 10: "Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht in euer Haus auf und grüßt ihn nicht." Ich fragte sie, ob es sich hier um eine Lehre oder um mehrere Lehren handeln würde, die jemand falsch auslegt. Sie meinten, dass es sich um sämtliche Lehren des Christus handeln würde. Ich bat sie, den Text nochmal zu lesen. Sie lasen ihn noch zweimal und ich fragte sie erneut, ob es immer noch eine Lehre oder ob es mehrere Lehren wären.

Sie lasen ihn nochmals Wort für Wort und stutzten. "Es handelt sich um eine einzige Lehre", sagten sie fast wie aus einem Mund. "Und was ist das für eine Lehre, die Irrlehrer verbreiten und man diese Leute deshalb weder grüßen noch ins Haus aufnehmen dürfte?", fragte ich sie. Sie sahen sich an und wussten keine Antwort.

C.T. Russell hatte einmal gesagt, dass die Bibel sich selbst erklärt - und das stimmt auch, ich habe es selber ausprobiert. Ich riet ihnen, den Vers 7 zu lesen. Dort heißt es: "Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht Jesum Christum im Fleische kommend bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist."

Ich fragte sie, was dieser Vers bedeutet. Sie stimmten jetzt mit mir überein, dass der Antichrist die "Fleischwerdung" Jesu leugnet. "Wer waren diese seltsamen Christen?" fragte ich sie. Sie wussten es nicht. Und hier kommt die Kirchengeschichte des ersten Jahrhunderts ins Spiel. Diese seltsamen Christen hießen GNOSTIKER (die Wissenden), es waren die ersten Religionsphilosophen in der Kirchengeschichte. Sie verbreiteten die Lehre, dass nicht Christus am Kreuz gestorben wäre, sondern Joseph von Arimathia. Und damit leugneten sie das Loskaufopfer Christi. Mit anderen Worten: das Lamm, das die Sünden (Adams) von der Welt wegnimmt, hatte für sie keinerlei Bedeutung. Und das war ganz klar eine Irrlehre.

Für die Gnostiker war die Erlösung ein "kosmisches Ereignis", das man nur mit einem exoterischen Wissen erlangen könne. Sie lehrten, dass in jedem Menschen ein göttlicher Funke gefangen gehalten werden würde und Erlösung würde bedeuten, dass dieser "Lichtfunke" durch übersinnliches Wissen (Gnosis) aus dem Körper befreit werden würde. Das war aber eine Lehre, die den Glauben an das Loskaufopfer für sinnlos erscheinen ließ.

Solche Leute, die antichristliches Gedankengut verbreiteten, sollten gemieden werden, denn ihre Philosophie könnte den christlichen Glauben untergraben und zerstören. Diese Leute waren gleichsam mit "Ebola" behaftet. Daher: Kein Kontakt mit ihnen! Daher auch der sehr scharfe Ton des Judas-Briefs.

Aber kommen wir in unsere Zeit zurück. Ich habe mit vielen Ausgeschlossenen geredet und keiner leugnete das Loskaufopfer Jesu; also dürfte man mit ihnen reden und sie in sein Haus aufnehmen. Sie sind Ausgeschlossene, aber keine Antichristen. Am liebsten hätten mir die beiden Ältesten zugestimmt, aber ihr Stolz ließ es nicht zu. Sie meinten, sie würden lieber auf der bekannten Linie des "Sklaven" bleiben. Wir trennten uns, ohne eine Übereinkunft gefunden zu haben.

Fazit:

Um Gottes Wort zu verstehen, braucht man nur zwei Dinge: die Bibel und Gottes Geist und sonst nichts - auch keinen "Sklaven". Ich habe es selber ausprobiert.

(Bibelzitate aus der Elberfelder Bibel; 53. Auflage; 1971)

Kommentare
01

Sehr schöne Worte von dir.

Ja es stimmt, um Gott kennenzulernen brauch man nur die Bibel und den Geist Gottes.

Freut mich immer wieder die Wahrheit lesen zu dürfen.

Mino [23.01.2019]

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Erstellungsdatum: 18.01.2019 ♦ DruckversionLinks auf andere InternetseitenDatenschutzerklärungInhaltKontaktImpressum
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