Der Bekehrte aus Bayern

Ich bin der Bekehrte aus Bayern und möchte darüber berichten, wie ich es geschafft habe von der Wachtturm-Irrlehre der Zeugen Jehovas weg zu kommen, wie ich jetzt zu den brachialen Thesen stehe, wie falsch sie sind und wie ich überhaupt da hineingeraten konnte. Dazu ist nötig, dass ich ein wenig aushole:

Angefangen hat alles, als ich noch klein war, sprich so ca. 3 Jahre. Bei uns zu Hause klingelte es an der Haustür und da standen 2 Zeugen Jehovas. Meine Mutter bat sie herein und ließ sich ihr Anliegen erklären. Sie tat es in erster Linie aus Neugier, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie keine Ahnung davon, was die Zeugen Jehovas überhaupt wollen, denn es hieß immer nur "lass bloß die Tür zu, wenn es schellt und 2 Leute davorstehen, dann ist der Verein der Halbdummen wieder unterwegs und damit gibt man sich nicht ab ...".

Hätte sie doch bloß den wohlgemeinten Rat beherzigt! Doch es sollte anders kommen. Meine Mutter kaufte einen Wachtturm und ein Erwachet sowie eine Bibel, denn wir besaßen bis zu diesem Zeitpunkt keine. Sie machte aus lauter Begeisterung mit den "Schwestern" einen Termin für die darauf folgende Woche - da auch mein Vater dabei sein sollte. In der Zeit bis dahin las sie die Zeitschriften und sie schlug die angeführten Bibelstellen in der Neuen-Welt-Übersetzung nach - mit leider nachhaltigen Folgen.

Nun kam also der Termin und mein Vater gesellte sich widerwillig dazu, denn er kam gerade von der Arbeit und hatte keine Zeit sich "vorzubereiten". Nun brachte man eine zweite Bibel, 2 "Vorsatz"-Bücher sowie für uns, damals noch 2 Kinder, je ein "Mein Buch mit biblischen Geschichten" mit. Man besprach dann das Thema im allgemeinen und begann das erste Kapitel im "Vorsatzbuch" mit meinen Eltern zu betrachten.

Los ging es damit, dass die eine Schwester zu Beginn des Studiums aus ihrer Tasche ein Kopftuch zog, bevor sie das Eröffnungsgebet sprach und das Studium "leitete". (Eine Maßgabe der WTG besagt, dass wenn Frauen ein Studium leiten, an dem ein Mann beteiligt ist, sie zur Einhaltung des biblischen Gebots, dass die Frau dem Mann untertan sein soll, als Zeichen der Unterordnung die Frauen ein Kopftuch tragen müssen!) Man besprach in einer ebenfalls fast zweistündigen Session das Thema "Wir sind in den Vorsatz eines liebevollen Schöpfers mit einbezogen".

Meine Mutter war derart angetan von der gesamten Thematik, dass sie meinen Vater zu einem festen Heimbibelstudium überreden konnte. Für uns Kinder wurde ein separater Termin mit "spezialisierten" Brüdern vereinbart, die mit uns 3 Mal die Woche das "Geschichtenbuch" betrachten und uns mit den anderen Kindern aus der Versammlung vergesellschaften sollten.

Um uns die "Vorbereitung" auf den Stoff zu erleichtern - schließlich konnten wir gerade einmal ein paar Buchstaben, die dazu reichten, unseren Namen zu schreiben und Mama und Papa - bekamen wir das Buch auf Kassette ausgeliehen. Diese Kassetten waren mit dem Text sowie einer beängstigenden "Geräuschkulisse" bespielt, die passend zu den Bildern gewählt war und diese erklärte! (Ab da bekam ich ein kindliches Bild von Dämonen und eine panische Angst im Dunkeln zu schlafen!!!)

So kam dann also unser Termin und wir wurden zum "Studium" von einem jungen Ehepaar abgeholt. Das Studium fand bei ihnen zu Hause statt und das wie gesagt 3 Mal die Woche. Man schlug damit direkt die Brücke, uns mit in die Zusammenkünfte zu nehmen. Meiner Mutter war ebenfalls daran gelegen, möglichst jede Zusammenkunft zu besuchen. Leider ging das nicht lange gut, denn sie störte die Zusammenkunft immer mit Zwischenfragen - die leider nicht ins Programm passten!

Man wies sie also an, sich alles zu notieren und erst nach der Beendigung der Zusammenkunft ihre Fragen zu stellen. Außerdem setzte man sie nach ganz hinten neben die Schwester, die mit ihr studierte, um brennende Fragen sofort zu beantworten. Meinem Vater war es in der ganzen Zeit zum Glück nur möglich, zum Gedächtnismahl und einem Tagessonderkongress zu kommen, da er sonst immer lange gearbeitet hat und so keine Zusammenkunft besuchen konnte - oder wollte ...

Naja, uns fiel es sehr schwer, erst den ganzen Nachmittag still zu sitzen und uns mit denen unterhalten zu müssen und dann abends oder vormittags noch mal 2 Stunden! Das war hart. Wenn man rumgeblödelt hat, dann hat es eins gegeben! Erst von denen! Und wenn man dann weinend zur Mama gerannt kam, gabs da auch noch eine!

"Kinder darf man sehen - aber nicht hören!" Das war das Motto meiner Mutter, und da sie mit sich selbst beschäftigt war, hatte sie natürlich keine Zeit für uns und war froh, uns bei den "lieben" Brüdern parken zu können! Naja, und so ging es bis ich 11 war. Mit meiner Mutter wurde das Studium nach über 5 Jahren "ergebnislos" eingestellt, denn sie konnte das Rauchen und ein paar andere weltliche Laster nicht lassen und so blieb sie bis zu ihrem Tod vor kurzem "freundschaftlich" mit der Versammlung als "Langzeitinteressierte" verbunden.

Mein Vater beendete sein "Studium" bereits wieder nach 4 Wochen, denn auch ihm "verbot" man das Rauchen sowie die Erfüllung seiner zu diesem Zeitpunkt letzten Reserveübung bei der Bundeswehr. Wenn er tatsächlich aufrichtig zu dieser Sache und Jehova eingestellt sei, dann würde er sofort gegen den "Marschbefehl" Einspruch einlegen und verweigern!

Ab da war Schicht im Schacht für die Zeugen Jehovas bei meinem Vater! Er stellte die Bedingung gegenüber meiner Mutter auf, dass wenn sie ihn mit dem Kram in Ruhe ließe, sie freie Hand hätte bezüglich der Zeugen Jehovas, ihr und uns! Das wurde genutzt! Da sie ja kläglich versagte, wurden wir - mittlerweile 3 Kinder - um so härter in der "Wahrheit" erzogen! Was sie nicht schaffte, das machten die Zeugen Jehovas der örtlichen Versammlung. Und so vergingen die Jahre. Man ertrug im kindlichen Glauben, das Richtige zu tun, die Hänseleien, den Spott und die Schläge der satanischen Kinder dieser Welt - einfach weil man sich auf die Seite Jehovas stellte und für Jehova einsetzte!

Andererseits kam dazu, dass wenn man bei denen (den Zeugen Jehovas) nicht spurte, es auch da Prügel gab! Aber aus Gründen, die die Sache mit sich brachte. Es war die Methode, uns zu "motivieren", denn es gab "Lernaufgaben", die gewissenhaft erfüllt werden mussten. So mussten wir beispielsweise ein Lied auswendig lernen, das da hieß "Bete Jehova in der Jugend an", oder wir mussten die Bibelbücher der Reihe nach aufsagen können. Erst das AT, dann das NT und dann alle zusammen.

Außerdem bekamen wir Bibelverse vorgesagt, die wir ebenfalls nach Ansage der Bibelstelle aufsagen mussten. Das erfolgte unter anderem auch in der Zusammenkunft. Dann hieß es ganz unvermittelt "... und der Der Bekehrte aus Bayern sagt uns jetzt, was in Sprüche 27:8 steht!" Dann kam das Mikrofon. So ging das! Naja, diese Art der "Unterweisung" machte einen weich und gefügig und man machte aus Angst vor entsprechenden Konsequenzen selber Schritte sich "weiterzuentwickeln".

Mit 12 ließ ich mich in die Theokratische Predigtdienstschule eintragen und mit 13 wurde ich "ungetaufter Verkündiger". Mit 16 ließ ich mich in Kaiserlautern auf dem Bezirkskongress im Fritz-Walther-Stadion taufen und "gab mich Jehova hin" (letztlich der WTG und Satan, aber das wusste ich erst Jahre später). Ich entwickelte "theokratischen" Eifer, indem ich Dauer-Hilfspionier wurde. Ich bereitete mich extrem gründlich auf die Zusammenkünfte vor, um möglichst viele und gute Antworten geben zu können. Ich wurde fanatisch!

Selbst in der Schule konfrontierte ich die Lehrer bei jeder Gelegenheit mit dem Thema, so dass nach einiger Zeit und zahllosen Gesprächen der Schule mit meiner Mutter ein Schulpsychologe sich meiner annahm - ohne Erfolg! In der Versammlung bekam ich "Aufgaben" wie den Mikrofondienst, die Technik, das Vorlesen in den Zusammenkünften sowie Darbietungen in der Dienstzusammenkunft!

Mit 18 wurde ich dann Dienstamtgehilfe und bekam weitere Vorrechte unter anderem als Ordner auf Kongressen. Als ich dann mit 22 schließlich Ältester war, begann ich zu sehen, was für Fehler und Unschlüssigkeiten die Lehre der WTG beinhaltete und extrem wurde es 1999/2000, als eine gravierende Änderung durch "neues Licht" in Bezug auf das Jahr 1914 ("die Generation, die den Anfang gesehen hat, wird auch das Ende sehen") kam und mir ganz langsam bewusst wurde, das ist ein neuer Versuch (nach 1975) das Ende jetzt auf unbestimmte Zeit zu verschieben und offen zu lassen.

Ich musste Brüder und Schwestern, die deswegen extrem unangenehme Fragen stellten, zurechtweisen und abmahnen - doch warum? Ich hatte selbst keine Antwort! Als ich dann ebenfalls begann, öffentlich zu hinterfragen, wurde ich in einer Ältestenbesprechung als Ungläubiger abgekanzelt, und wenn ich nicht umgehend auf Kurs käme, würden mir alle Dienstämter aberkannt. Ich hinterfragte weiter und wurde aller Ämter enthoben, worauf ich mich zurückzog. Ich war dann sieben Jahre "untätig", bis ich mich entschloss, einen Schlussstrich unter die Sache zu setzen und alles von der anderen Seite aus aufzurollen!

Ich zog mich dann nach und nach zurück, wurde untätig und bekam nach einem langen Gespräch mit dem Bezirksaufseher Bruder Günther Bahr meine Ämter und meine Stellung als Ältester aberkannt. Es gab eine Änderungsmitteilung an die Gesellschaft, das Vereinsregister und eine Bekanntmachung in der Dienstzusammenkunft. War mir aber egal, denn ich besuchte ja eh keine Zusammenkunft mehr und Kontakt zu Brüdern hatte ich auch keinen mehr.

Dann irgendwann, nachdem ich eine Reportage über Michael Jackson und sein verkorkstes Leben wegen den Zeugen Jehovas gesehen hatte, wollte ich wissen, welcher Promi denn noch so ein (ehemaliger) Glaubensbruder ist und goggelte so rum, als ich auf die antichrist-wachtturm.de stieß. Ich las die Seiten und mich überkam auf einmal das Bedürfnis, hier als jemand der eine "gesunde Distanz" zu der ganzen Sache hat, hier für die WTG Partei zu ergreifen und so vielleicht zurück in die "Organisation Jehovas" zurückzufinden. So begann dann eine wochenlange teils hartnäckige Diskussion mit Rüdiger Hentschel und anderen um die Fragen, die die WTG-Lehre aufwirft. Diese Diskussion war ein tiefgreifender Wandel für mich. Ich wurde erst heiß für die WTG-Lehre und dann wurde es immer kühler. Die Argumente der "Gegenseite" brachten mich dann schließlich bis zu dem Punkt, wo ich sagte: Es gibt keinen Gott! Damit konnte ich gut leben, bis dann die Diskussion um die Trinität wieder aufflackerte. Ich überlegte mir also, ob es denn rein hypothetisch sein könne, das es einen "Dreidimensionalen Gott" gibt. Und bei dem Überlegen und den Spekulationen kam mir in den Sinn, was Rüdiger mir einige Zeit zuvor gesagt hatte. Er riet mir, Jesus einfach anzusprechen und ihm zu sagen, dass er mir zeigen möge, was denn richtig ist. Das tat ich dann auch und das Ergebnis war das:

Ich hab endlich wirklich Jesus gefunden!

Es kam mir, als ich auf die Kommentare im Forum von d.S. geantwortet hab. Es hat innerlich irgendwie Peng gemacht und ich habe voller Scham und Demut erkennen müssen, nein dürfen, Jesus ist tasächlich Gott und ja, trotz meiner ZJ-Vergangenheit liebt er mich und will mir helfen!

Ich habe wie Rüdiger mir geraten hat, ihm gesagt, was ich von ihm möchte - nämlich dass er mein Leben führt, das ich mich ihm vollständig überantworte, um ihm in seiner Herde beizuwohnen. Ich konnte ebenfalls zweifelsfrei einsehen - ohne irgendwelche Gedankenhürden - Jesus ist Gott und die Dreieinigkeit ist die einzig richtige Definition für die 3 (den einen)! Nur so können sie als universelle Souveränität wirken! Alles andere ist sinnlos!

Jesus ist die Wahrheit, das Leben und das Licht und endlich habe auch ich es finden dürfen!

Jesus ist real, er existiert und hat Interesse an jedem!
Das ist ein unbeschreibliches Gefühl!

Ich wurde jetzt ein paar Mal gefragt, wie sich diese neue Besinnung geäußert hat, was ich dabei für ein Gefühl hatte. Nun, ich möchte versuchen es zu beschreiben: Ich habe mich noch aus rein atheistischer Perspektive daran gemacht, die besagten Kommentare zu verfassen. Als ich dann gezwungen war, über das Thema Jesus im Ganzen nachzudenken, ist innerlich plötzlich ein Knoten geplatzt. Es war, als hätte jemand was in mir zum Leben erweckt - und es war ja auch tatsächlich so.

Ich konnte endlich mit dem Herzen glauben und nicht mehr mit meinem Verstand, wie ich es aus Zeugen-Jehovas-Zeiten gewöhnt war. Daraufhin war die Sache klar: Ich habe Jesus gefunden, den Weg zu ihm und ich spüre es. In jeder Sekunde. Ich sehe Dinge, die mir früher als - pardon - pervers im Glauben schienen, aus einer anderen Sicht, sie sind real und stimmig. Das habe ich akzeptieren und einsehen dürfen. Ich brauche keine bunten Bilder mehr, die mir zeigen, was ich mir vorstellen muss, nein, ich habe das geistige Paradies entdeckt und es ist in meinem Herzen! Jesus ist der Ursprung, die Quelle aller Erkenntnis und wenn man gewillt ist, sich ihm vollständig auszuliefern und loszulassen, dann, ja dann kann man diese Erfahrung machen.

Gerade als Zeuge Jehovas, wo Glauben gleich Bibelstudium ist, ist diese Erfahrung ungleich wertvoller, nein extremer, als bei einem "normalen" Menschen. Jesu Einladung, ihm nachzufolgen, bekommt so einen neuen, ja ganzheitlichen Eindruck, der jeden, der es zulässt, übermannt und einen auf den richtigen und einzig wahren Weg führt! Anders kann ich das nicht beschreiben!

Nun, da ich hier ja ein öffentliches Bekenntnis zu meinem Glauben abgelegt habe, möchte ich noch ein paar Worte an die Zeugen Jehovas unter den Lesern richten:

Mir ist bewusst, dass ihr als Gefangene dieser Bunte-Bilder-Religion mit Hau-Drauf-Mentatlität und totalitärem Anspruch eine solche Wandlung vom Aufseher zum echten, wahren und erfüllten Glauben nicht fassen und begreifen könnt (steht ja nicht im Wachtturm, wie das geht), aber dennoch ermuntere ich die unter euch, die Zweifel hegen an der Doktrin der WTG, einmal ganz unabhängig und jenseits aller verwurzelten Thesen sich selbst zu prüfen.

Ist es denn so unwahrscheinlich, dass ihr auf dem falschen Weg seid?

Ist es so unwahrscheinlich, dass die WTG doch nicht Recht hat und nur ihren eigenen Vorteil sucht?

Ist es so unwahrscheinlich, dass Jesus doch eine andere - gewichtigere Rolle innehat als die, die der Wachtturm verkündet?

Ist es so unwahrscheinlich, dass der Weg zum Vater in und nicht durch Jesus ist?

...

So könnte ich den Fragenkatalog unendlich fortsetzen, doch bitte betrachtet euren Glauben einmal außerhalb der WTG, ohne Wachtturm, ohne Einsichtenbuch - nur mit dem Herzen (nicht mit dem WTG-gezüchteten Verstand!!!) und fragt euch, wie sieht Jesus mich? Bin ich auf dem richtigen Weg?

Und so entwickelte sich Tag für Tag eine neue und vor allem tiefere Beziehung zu unserem Herrn. Ich wollte dann aber wissen, wer hat denn jetzt recht bzw. wer ist denn jetzt die wahre Religion? Also ging ich daran, mir die verschiedensten christlichen Orientierungen anzuschauen und musste feststellen, dass da noch nicht das passende für mich dabei war. Dann kam ich durch eine Reportage den Agnostikern auf die Spur - was ich besser sein gelassen hätte, denn es fing ein erneuter Spießrutenlauf hier auf der Seite an.

Aber seitdem versuche ich, entgegensetzt der Zeiten als "Vorschlaghammer-Christ" nicht um jeden Preis die "Wahrheit" zu ergründen, sondern höre mir die Berichte und Erfahrungen anderer an und habe gemerkt, das Jesus für jeden, der ihn sucht und finden will, ein individuelles Rezept parat hat, um ihn zu versorgen. Bei mir ist es (noch) die Seite hier, bei anderen sind es freichrsitliche Gemeinden, etc.

Aber es hilft mir ungemein, auf diesem Portal meine gemachten Erfahrungen zu verarbeiten und vor allem aus einer neuen Perspektive und neuem Licht zu sehen. Besonders in meiner Zeit als Ältester hatte ich die schrecklichsten Erfahrungen machen müssen. Es sind Begebenheiten, die sich tatsächlich so ereignet haben.

Da gab es z.B. einen älteren Bruder, der in einem "geteilten Haus" lebte. Er war um die 60 und nervenkrank. Er hatte verschiedene Besuche in einer Nervenheilanstalt hinter sich und musste starke Psychopharmaka einnehmen. Irgendwann kam er auf den Bruder zu, der ihn zu den Zusammenkünften abholte, und sagte ihm, bei ihm würden merkwürdige Dinge vor sich gehen, die ihn panisch werden ließen. Der Bruder ging der Sache nach, blieb über Nacht bei ihm, befragte die ungläubige Ehefrau (die nichts mitbekommen hatte, weil sie in einer Wirtschaft arbeitete und das bis tief in die Nacht). Aber alles ohne Erfolg.

Irgendwann kam der Bruder wieder in die Anstalt, weil er einen "Anfall" hatte. Daraufhin kam der Bruder, der ihm helfen wollte, zu uns und schilderte uns den Vorfall. Wir besuchten mit 2 Ältesten daraufhin den Bruder in der Anstalt und sprachen auch mit dem behandelnden Arzt, der uns davon berichtete, das "Herr X an merkwürdigen Halluzinationen leiden" würde. Als Bruder X wieder einigermaßen klar war, sprachen wir mit ihm und er schilderte uns Merkwürdiges. So hatte er nachts immer wieder von seinem ausgebauten Speicher lautes Poltern und Klopfen gehört. (Info: Sein Sohn hatte sich dort 25 Jahre zuvor erhängt.) Und er dachte, da es eine Ferienwohnung war, seine Frau hätte diese vermietet.

Also ging er hoch, um um Ruhe zu bitten. Doch da war niemand. Er tat das als Nebenwirkung seiner Medizin ab. Als er dann aber in seinem Schlafzimmer Stimmen hörte und trotz geschlossenem Fenster und geschlossener Tür starke Luftzüge wahrnahm, bekam er es so mit der Angst zu tun, dass er "cholerisch" wurde. Nachdem er wieder aus dem Krankenhaus zu Hause war, wollten wir auf Nummer sicher gehen und besuchten ihn.

Und da passierte tatsächlich das, was er uns beschrieben hatte. Wir 3 (2 Älteste und er) haben also angefangen, laut zu beten und haben dabei den vermeintlichen Gottesnamen Jehova sehr oft gebraucht. Das ging fast 2 Stunden und irgendwann war der "Spuk" vorbei. Ich erinnere mich an hallendes Gelächter, eine dunkel flüsternde Stimme sowie immer von einer anderen Seite kommende Lüftzüge. Nach einer gewissen Zeit gab es einen lauten Schlag und eine Schublade flog aus einer Kommode und seitdem war Ruhe.

Ich schrieb diese Erfahrung und deren Beendigung dem Tun Jehovas zu. Schließlich haben wir gebetet und die Passage mehrmals laut gelesen, wo Jesus Dämonen ausgetrieben hat. Ich war überzeugt, damit einen Beweis zu haben, dass die WTG die wahre Religion ist. Heute, mit all meinem Hintergrundwissen, weiß ich, dass ich da den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben habe.

Solche Fälle mussten dann dokumentiert werden und gingen dann an Selters. Gehört hat man dann nichts mehr davon. Verwechseln darf man das nicht mit einem Exorzismus, denn hier war die "Heimsuchung" räumlicher und nicht körperlicher Natur!

Ein weiteres Erlebnis kenne ich vom Hörensagen. Der Kreisaufseher Bruder Litti schilderte uns in der Ältestenversammlung einen Fall, der "handfester" zuging. Hierbei war eine junge Schwester betroffen, die meinte, nachts, wenn sie im Bett lag, bedrängt zu werden. Sie hatte immer das Gefühl, dass jemand neben oder direkt hinter ihr liegen würde. Erst tat sie es als Einbildung ab. Später wurde es so schlimm, dass sie eine vermeintliche Hand merkte, die über ihren Oberschenkel strich und dann kam das Spüren von einem Atem im Nacken dazu.

Sie rief sofort den Kreisaufseher an bzw. den Ältesten, bei dem er untergekommen war, und man beseitigte das Problem auf ähnliche Weise. Hier war jedoch eine sich "bewegende Zudecke" das Zeichen der Verflüchtigung. Die junge Schwester zog danach mit 2 anderen ledigen Schwestern in eine WG ... Das sind 2 Erfahrungen, die ich mich bisher nicht getraut habe zu berichten.

Wenn du dieses veröffentlichen willst, dann bitte in diesem Fall anonym [Meinung später geändert, R. H.]. Ich habe heute noch tierische Angst, wenn ich mich daran erinnere - nicht so eine Angst wie ein Kind im Dunkeln, nein, es ist panische Angst, die den kalten Schweiß zum Ausbruch bringt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur gut, wenn du weißt, was ich erlebt habe. Ob du daraus was machen willst, ist dir überlassen. Dass ich es so erlebt habe, schwöre ich dir. Diese Berichte sind haufenweise in einigen Versammlungen protokolliert und kein Hirngespinst einzelner. Es ist - so sehe ich das - ein Mittel Satans, skeptische Zeugen davon zu überzeugen, das Richtige zu tun und DIE Religion der Religionen zu haben ...

Jeder Zeuge Jehovas, der das hier gelesen hat, ist ermuntert, seinen Glauben auf Herz und Nieren zu prüfen und vor allem die Gesamtzusammenhänge seiner Organisation WTG intern aber auch extern zu prüfen. Jeder Zeuge Jehovas soll sich die Zeit und Mühe machen, vom Namen seines "Gottes" bis hin zu dem Hintergrund und der freimaurerischen Basis seiner "einzig wahren Religion" zu blicken und zu erkennen, dass er mit jedem Tag länger, dem er Satan dient, Jesus mehr entsagt. Ich konnte es mir auch nicht vorstellen, aber was mit mir passiert ist, ist für mich bis jetzt noch unfassbar und vor allem unverdient. Aber es ist passiert - dank und durch Jesus!!!!

Der Bekehrte aus Bayern [07.07.2008]


Kommentare

01
Der Bekehrte aus Bayern, mein bruder,

warum tust du das? was hat jehova dir getan, das du ihn so hier in aller öffentlichkeit demütigst? weil du unzufrieden mit dir bist und nicht den richtigen herzenzzustand hattest wurdest du durch die liebevolle zucht der hand jehovas getroffen - aber das ist kein grund hier in aller öffentlichkeit so eine böse und einseitige story auszustellen die das bild von jehovas zeugen in der öffentlichkeit noch mehr diskreditiert als es das von satan angeführte schon tut. und warum berufst du dich auf jesus? bist du der lüge der christenheit bezüglich der dreieinigkeit aufgesessen? wenn ja muss ich sagen das ich es von dir nicht erwartet hätte sondern dich für schlauer und vor allem fester im glauben gehalten hätte. ich muss immer an deinen vortrag denken der das thema in der wahren anbetung vereint hatte, da hast du schön ausgeführt warum wir uns glücklich schätzen können und dürfen warum wir in jehovas organisation gut aufgehoben sind. diese punkte legst du jetzt alle zum nachteil aus weil du durch falschen einfluß ein opfer des systems geworden bist.

ich hoffe, du erkennst und besinnst dich auf die wahrheit

ein zeuge jehovas aus münchen [08.07.2008]
02
Der Bekehrte aus Bayern,

erinnerst du dich, was du mir damals sagtest, als ich die wahrheit wegwerfen wollte und mich mehr und mehr an weltliche freunde und werte klammerte? du nammst die bibel und hast mir 1. korinther 15:33 wo es heißt, das schlechte gesellschaft nützliche gewohnheiten verdirbt. ich wollte argumentieren das nicht alle die jehova nicht anbeten schlechte menschen sind doch du sagtest mir mit galater 6:10 das ich damit nicht unrecht habe aber die priorität doch bei den brüdern liegt, die mit mir die ziele in der anbetung jehovas teilen. und dann sagtest du etwas, was mir jetzt wieder den ganzen umstand in den sinn rief: sprüche 8:13 "die furcht jehovas bedeutet das böse hassen. selbsterhöhung und stolz und den schlechten weg und den verkehrten mund habe ich gehaßt." da habe darüber nachgedacht wie jehova das finden würde und habe alle möglichkeiten die ich durch die freundschaft mit der welt gehabt hätte sausen lassen. und jetzt? jetzt muss ich erfahren das alles was du mir damals und vielen anderen mehr als ratschlag gegeben hast nie mehr als lippenbekenntnisse von dir waren! du hast geheuchelt wie ein pharisäer. du hast immer gewußt das es falsch war was der treue und verständige sklave uns auftrug und mitteilte. aber du hast mich und lea immer wieder auf kurs gebracht. jetzt stehen wir da. lange haben wir nichts von dir gehört und immer gehofft dich wieder in der versammlung begrüßen zu können doch jetzt muss ich nur sehen, das du während deiner zeit bei uns nichts weiter wie deine arbeit getan hast. du hast nicht geglaubt sondern funktioniert und das hast du auch von uns erwartet. jetzt sind wir zu tiefst getroffen über deine worte. zum glück stehen wir mittlerweile so weit fest im glauben das es uns nicht so sehr erschüttert, aber ein ganz schöner schock ist das schon. achja, bevor du hier anfangen solltest warum ich denn hier schreibe: solange dein austritt nicht offiziell verkündet worden ist, darf ich dich mit bruder ansprechen und auch - noch - umgang mit dir pflegen! also, gebe ich dir den ratschlag dich an die worte zu halten die du mir einst zur besinnung an den kopf geworfen hast. ich hoffe es bewirkt noch was. ich hoffe es wirklich!

Wahrscheinlich der selbe Zeuge Jehovas aus München [08.07.2008]
03
Hallo "Zeuge Jehovas aus München"!

Du willst wissen, was Jehova mir getan hat? Er hat mir die gewaltige Kleinigkeit verschwiegen, dass er niemand anderes als Satan der Teufel ist! Ihm habe ich in gutem Glauben, das Richtige zu tun, mich hingegeben und taufen lassen, ich habe in seinem Namen eine Botschaft verkündet, die das Ende des freien Willens und jeglicher Individualität bedeutet, und ich habe Menschen, die diesen Geboten aus mittlerweile nur allzu verständlichen Gründen nicht Folge leisten konnten oder wollten, richten müssen und das, obwohl dies allein unserem Herrn Jesus Christus zusteht. Ich habe mich damit versündigt, ein funktionierender Wachtturm-Roboter zu sein und das ist das, was ich Satan - entschuldige Jehova - anlaste!

Über den Zustand meines Herzens solltest du dir kein Urteil erlauben, denn die wahren Gründe für mein Fortgehen kennst du gar nicht und ich weiß nicht, was man dir erzählt, aber es gibt immer 2 Seiten.

Wie sich Jehovas Zeugen in der Öffentlichkeit darstellen, ist wohl offenkundig verkehrt, denn sonst gäbe es ja nicht so viele "Missverständnisse", oder?

Das Thema Dreieinigkeit ist für Jehovaisten schwer bis gar nicht zu verstehen, darum klammere ich das aus. Wenn du Jesus irgendwann mal finden solltest, wird er es dir irgendwie erklären.

Und Vorträge: Die sind von der Gesellschaft vorgegeben und du fasst die Inhalte nur mit deinen eigenen Worten zusammen, also mach bitte in dieser Sache dem Sklaven Vorhaltungen!

Und: Opfer des Systems bist alleine du, der sich nach wie vor der erfolgreichsten und totalitärsten Satan-Sekte überschrieben hast!

Der Bekehrte aus Bayern [08.07.2008]
04

"jetzt muss ich erfahren das alles was du mir damals und vielen anderen mehr als ratschlag gegeben hast nie mehr als lippenbekenntnisse von dir waren! du hast geheuchelt wie ein pharisäer. du hast immer gewußt das es falsch war was der treue und verständige sklave uns auftrug und mitteilte. aber du hast mich und lea immer wieder auf kurs gebracht."

Ja wieso willst du denn den "großen Verführer" Der Bekehrte aus Bayern wieder zurückziehen in die Lüge? Wenn du weißt, dass Der Bekehrte aus Bayern damals bewusst gelogen hat, wieso willst du ihm jetzt die Wachtturm-Gesellschaft als Kanal Gottes verkaufen?

Das könnte einem Christen niemals passieren, sich auf so eine schändliche Art selbst zu verraten. Denn der Christ steht unter der Leitung des Heiligen Geistes. Der passt besser als jeder Mensch darauf auf, dass deine Gesinnung sauber und ohne Hinterhalt ist.

Satans Jünger jedoch sind unter die Lüge verkauft und müssen ständig unter größter Selbstdisziplin auf sich aufpassen. Und wenn dann mal so ein Fehler passiert, kommt der wutschnaubende Zorn Satans auf ihn. Doch Christen haben den Heiligen Geist, der fortwährend darüber wacht, dass wir niemals so ein hinterhältiges Denken denken können. Lob und Preis dem Herrn!

Rüdiger Hentschel [08.07.2008]
05
Oh man!
Du mußt ja hochbegabt sein dass du mit drei Jahren schon deinen Namen schreiben konntest! und du kannst dich ja gut dran erinnern was genau passierte bei den ersten besuchen der ZJ. schließlich warst du ja nach eigenen angaben erst drei Jahre alt!

ach und du warst mit 22 schon Ältester? sag mal glaubst du den Kram selbst den du da schreibst?

ach ja und Bruder X. da warst du "Geisteraustreiben"??? als Ältester? das ich nicht lache!

es ist echt peinlich was du hier so behauptest.

wem willst du denn was beweisen? dir selbst?

aber schön dass du hier Freunde gefunden hast die deine Märchen glauben.

jemand der dich schon lange kennt

Namenlos [03.08.2008]
06
Hallo Schlauberger, ist durchschnittliche Dummheit jetzt der Maßstab, an dem ihr die Wahrheit messt? Wenn ja, dann bist du besonders wahr - so wie du schreibst.

Rüdiger Hentschel [03.08.2008]
07
Mein Kommentar war eigentlich nur an Der Bekehrte aus Bayern gerichtet. Der sich sicher bewusst ist, dass nicht alles was in seinem Text steht stimmt. Ich stand in der Zeit in der er angeblich Ältester war, in engem Kontakt zu ihm. Er war nie Ältester. Und diese Geschichte mit dem Geisteraustreiben gab es auch nicht. Ich kenne Der Bekehrte aus Bayern schon lange und ich weiß, dass er gerne mal was erfindet um sich interessant zu machen. Das mag ja noch hinnehmbar sein. Aber dass er sich so eine Geschichte ausdenkt finde ich unverschämt, weil das die WTG in ein falsches Bild rückt.

Ich bin mittlerweile auch nicht mehr bei den ZJ. Auch mir sind viele Praktiken und Vorgehensweisen gegen den Strich gegangen. Aber grade bei all der Kritik sollte man bei der Wahrheit bleiben. So wie ich diese Seite einschätze nehmt ihr das alles sehr ernst. Warum also er nicht?

Der Schlauberger [08.08.2008]
08
Hallo "Namenlos",

ich finde es wieder beachtlich, wie ihr versucht, die Wahrheit als falsch darzustellen, damit ihr gut wegkommt. Und wenn du mich schon so lange kennen willst, wie kommt es, dass du dich versteckst? Wieso ist es Dir nicht möglich, Dich hier namentlich zu zeigen?

Ich weiß aber ziemlich sicher, wer du bist. Und du hast einen - wie alle anderen Zeugen Jehovas - einen solchen Haufen Müll vor der Tür und Leichen im Keller, dass du hier nicht mit Steinen werfen solltest, wo dein Glashaus so zart besaitet ist.

Also, schöne Grüße nach Bingen!

Der Bekehrte aus Bayern [12.08.2008]
09
Wegen der Schwere der Vorwürfe des "Schlaubergers" wurde der Kommentar (07) zurückgehalten. Heute halte ich es für angebracht, ihn dem Leser nicht weiter vorzuenthalten. Denn der Beleg, dass Der Bekehrte aus Bayern Ältester bei den Zeugen Jehovas war, befindet sich inzwischen aufgrund der Rechtsangelegenheit "Zeugen Jehovas gegen Tjaden" bei verschiedenen Institutionen der Gerichtsbarkeit. Damit ist durch die Anstrengungen der Zeugen Jehovas, kritische Webseiten durch rechtliche Maßnahmen mundtot zu machen, widerlegt worden, was auf privater Ebene ein anderer Zeuge Jehovas als Verleumdung auf dieser Seite installieren wollte.

Zu diesen Vorgängen kann man nur sagen: Lügen haben kurze Beine. Und die theokratische Kriegslist, diese vom treuen und verständigen Sklaven erlaubte und empfohlene Lüge zugunsten des Königreichs Jehovas, entlarvt sich selbst schon angesichts weltlicher Werte. Wie schmutzig muss die Wachtturm-Gesellschaft sein, wenn sie schon von der Welt selbst (Rechtsprechung) der Lüge überführt wird?

Vonwegen Trennung von der Welt. Die Wachtturm-Gesellschaft steht wertemäßig bis zum Hals im Schlamm der Verlogenheit!

Rüdiger Hentschel [13.08.2008]
10
Wegen einer Gerichtssache der Wachtturm-Gesellschaft gegen Heinz Peter Tjaden, in der Der Bekehrte aus Bayern als Zeuge aussagen soll oder sollte, wird vonseiten der Wachtturm-Gesellschaft bestritten, dass Der Bekehrte aus Bayern jemals Ältester gewesen sei. Was aber sollen dann Formulierungen wie

"erinnerst du dich, was du mir damals sagtest, als ich die wahrheit wegwerfen wollte und mich mehr und mehr an weltliche freunde und werte klammerte? du nammst die bibel und hast mir ... jetzt muss ich erfahren das alles was du mir damals und vielen anderen mehr als ratschlag gegeben hast nie mehr als lippenbekenntnisse von dir waren! du hast geheuchelt wie ein pharisäer. du hast immer gewußt das es falsch war ... aber du hast mich und lea immer wieder auf kurs gebracht ... während deiner zeit bei uns nichts weiter wie deine arbeit getan hast ... du hast nicht geglaubt sondern funktioniert und das hast du auch von uns erwartet ..." (siehe Kommentar 2)

Ab diesem Kommentar wurde in allen weiteren Kommentaren systematisch der Anschein, dass Der Bekehrte aus Bayern Ältester gewesen sein könnte, immer weiter zurückgenommen und ins Gegenteil verkehrt. Heute ist nun der Punkt erreicht, an dem sogar per Rechtsanwalt die Wachtturm-Gesellschaft selbst behauptet, die Ältestenschaft des Bekehrten aus Bayern habe es nie gegeben.

Es ist durchgesickert, dass alle, die bei der Wachtturm-Gesellschaft "aufhören", Unterlagen und Dokumente abzugeben haben, denn diese seien Eigentum der Wachtturm-Gesellschaft. Allein diese Tatsache spielt alle Macht der Dokumentation in die Hand der Wachtturm-Gesellschaft. Das legt von sich aus schon nahe, dass ein einzelner Mensch gegen die Organisation gar nichts machen und eine falsche Darstellung der Fakten nicht verhindern kann!

Nehmen wir aber an, dass der Bekehrte aus Bayern tatsächlich mit einer übersprudelnden Phantasie gesegnet ist. Sollte diese Phantasie nicht auch zu einem guten Teil das Ergebnis einer Phantasiekonstruktion sein, die die Wachtturm-Gesellschaft selbst verantwortet und täglich in den Köpfen der Zeugen Jehovas nährt? Die Wachtturm-Gesellschaft hat ja für viele gerade diese Anziehungskraft, dass der einzelne als Aufsteiger im System Jehovas über andere Menschen herrschen kann. Wie sollte es ausbleiben, dass ein überdurchschnittlich Höriger übertrieben stark darauf angespitzt wird, Ältester zu werden, und sich dann einbildet, er wäre schon Ältester gewesen, obwohl er schon aus Gewissensgründen abgesprungen ist?

Selbst wenn der Bekehrte aus Bayern die Gegebenheiten falsch darstellen sollte, bleibt eine Reihe sehr unangenehmer Fragen zurück:
  • Wieso sollte er so vieles anderen Zeugen Jehovas als Ratschlag gegeben haben, wenn er nicht Ältester war?
  • Wieso sollte er gewusst haben, dass alles falsch war, wenn er nicht Ältester war?
  • Wieso sollte er immer wieder jemanden auf Kurs gebracht haben, wenn er nicht Ältester war?
  • Warum soll er während seiner Zeit bei den Zeugen Jehovas nichts weiter als nur seine Arbeit getan haben, wenn er nicht Ältester war?
  • Warum sollte er nur funktioniert haben, wenn er nicht Ältester war?
  • Warum sollte er dieses Funktionieren auch von den anderen erwartet haben, wenn er nicht Ältester war?
Mindestens in der eigenen Einbildung und auch im Ansehen der ihn umgebenden Untertanen der Wachtturm-Gesellschaft war auf diese Weise der Zustand gegeben, dass der Bekehrte aus Bayern wie ein Ältester auftrat und auch als Ältester wahrgenommen wurde. Dies belegt der Kommentar Nr. 2 deutlich. Schon dieser informelle aber wirksame Status des Bekehrten aus Bayern reduziert die Behauptung der Wachtturm-Gesellschaft, er sei nie Ältester gewesen, auf den Level der rein formellen Rechthaberei. Formell mögen sie sogar Recht haben, aber menschlich und sozial hat der Bekehrte aus Bayern tatsächlich in seiner Versammlung als Ältester funktioniert.

Loben und preisen wir den Herrn Jesus, dass er diesen - wenn er auch möglicherweise ein notorischer Lügner sein sollte, wie ihm von den Zeugen Jehovas bescheinigt wird - aus der Hand der Jehovasklaven gerissen hat. Er wird bei Jesus die Liebe zur Wahrheit finden, auch wenn er immer wieder "rückfällig" sein sollte. Dafür kenne ich Jesus, dass er unsere schwächsten Punkte nicht nur heilt, sondern sogar dazu benutzt, um die guten Bürger des pharisäischen Gesetzes vorzuführen.

Das bisher Gesagte nimmt die übelste Situation vom Bekehrten aus Bayern an. Sollte er aber nicht die Lüge in der Wachtturm-Gesellschaft lieben gelernt haben und die Wahrheit sprechen, so müssen der Wachtturm-Gesellschaft noch einmal drei Eimer heiße Kohlen aufs Haupt gehäuft werden.

Rüdiger Hentschel [09.09.2009]
11
Na bravo, vom Regen in die Traufe. Kein Zeuge mehr, dafür christlicher Fundamentalist.

Als Atheist (!!!) muss ich sagen, dass von allen Christen die Zeugen Jehovas bislang die einzigen waren, über die ich nichts Negatives berichten kann. Zwar fest im Glauben (teilweise kindlich-naiv, aber das ist persönliche Meinung), aber auch TOLERANT und fähig, auf ihren Gegenüber einzugehen. Lies bei Gelegenheit das Buch nochmal - ich kann nicht sagen, von einem Zeugen Jehova gehört zu haben, der dagegen verstieß, jedoch von Tausenden habe ich gesehen, wie sie dieses Buch auslegen und wann es ihnen zu Deutsch scheißegal ist. Und ja, ich habs gelesen, zwei Mal von Buchdeckel zu Buchdeckel.

Ein fast-Münchner [20.01.2010]
12
Die Bibel ist mehr als nur ein Anweisungsbuch, wie man sich verhalten muss, um sich Gott zunutze zu machen. Das sehen die Zeugen Jehovas nicht. Hinzu kommt, dass sie nur den Wachtturm und den Erwachet lesen, wobei die angeführten Bibelstellen oft nicht einmal die Thesen der Wachtturm-Gesellschaft belegen. Diese Bibelstellen nachzuschlagen, spart sich der Leser automatisch. Schon wegen dem krüppeligen Format der NWÜ.

Zeugen Jehovas sind keine Christen, denn sie lehren, dass Jesus nicht Gott ist. Das tun die Moslems und andere Religionen - und die Zeugen Jehovas. Christen sind sie nicht.

Wenn Du danach gehst, wie intensiv jemand Vorschriften erfüllt, kannst Du auch Nazis zu guten Christen erklären. Die folgen ihrem Herrn bis in den Tod und führen unvorstellbare Taten aus, wenn sie ihnen befohlen werden.

Der Bekehrte aus Bayern ist nach heutigem Kenntnisstand nie Christ gewesen. Er selbst hat an Tjaden eine Mail geschrieben, in der er behauptete, er sei "jetzt wieder" bei den Zeugen Jehovas. Mein persönlicher Verdacht ist, dass er nie Nicht-Zeuge Jehovas war.

Übrigens kannst Du noch besser angeben, wenn Du die Bibel rückwärts liest - von Buchdeckel zu Buchdeckel.

Rüdiger Hentschel [21.01.2010]
13
Hallo fast Münchener;

jaja, Du musst aber schon echt fertig sein, um die Zeugen als "tolerant" einzustufen.

Ist Deine Wohnung so versifft, dass nur noch Zeugen diese betreten? Besucht Dich sonst keiner? Denkst ernsthaft, Sekten zeigen ihr wahres Gesicht bei ein paar Besuchen? Immerhin verweigern sie ihren Kindern nötige Medikamente und Operationen - sie lassen sie krepieren "im Namen Jehova".

Dein Toleranz-Geschwafel führte schon einmal zu Problemen in Deutschland, zur Zeit Adolfs H.

Übrigens, intolerant bist Du, der uns ständig mit seinem Spruch "zu mir waren die aber nett!" nervt. Auch sonst empfinde ich Dich als reichlich intolerant, also übe das, bevor Du forderst!!

Gruss, Teetrinker [26.01.2010]
14
Zitat: "... dass von allen Christen die Zeugen Jehovas bislang die einzigen waren ..."

Hallo, fast- oder nichtfast-M...,

Zeugen Jehovas sind keine Christen! Denn sie stehen NICHT im Ruf, wie es die ersten Christen waren, Jesu Jünger und Nachfolger zu sein, sondern sie, die ZJ, folgen dem Sklaven aus Brooklyn! Dieser ist das Sprachrohr Jehovas! Also sind ZJ folgerichtig, auch wie sie es selbst hervorheben, ZEUGEN JEHOVAS! Nicht Christen, oder Zeugen Jesu!

Zitat: "... ich kann nicht sagen, von einem Zeugen Jehova gehört zu haben, der dagegen verstieß ..."

Gegen das Buch?
Welches Buch?
Meinst du die Bibel?

Zeugen Jehovas VERSTOßEN permanent gegen das geschriebene Wort Gottes! Indem sie es verfälscht haben, die Bibel ihrer "Lehre" angepasst haben! Und die, die mit dieser "Bibel" unterwegs sind, zu solchen wie angeblich du einer zu scheinen bist, versuchen, Mitglieder für ihre Organisation zu werben. Wenn das nicht mal ein Verstoß gegen das Wort ist! Oder siehst du das anders?

Wer das Wort fälscht oder das gefälschte Wort in Umlauf bringt oder andere zum Betrug mit dem gefälschten Wort verleitet oder Gewinn aus dem gefälschten Wort zu erzielen versucht oder tatsächlich erzielt, der wird bei Gott mit lebenslänglich bedacht, lebenslänglich draußen bei den Hunden ...

(Wenn du diese Stelle aus dem Wort kennst ...)

Rudolf [26.01.2010]
15
Nein, gegen das Buch verstoßen sie nicht, die Zeugen Jehovas. Das Buch - gemeint ist damit die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft. Die Bibel kennen sie ja nicht, sondern nur das, was die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft daraus gemacht hat. So verstoßen sie weder gegen das Buch noch gegen die Bibel, zumindest aus ihrer Sicht. Eines Tages werden sie mit Jesus darüber in aller Ausführlichkeit verantwortlich sprechen müssen. Dann werden sie gefragt werden, warum sie sich nicht auf Jesus verlassen haben, sondern lieber auf eine menschliche Organisation. Dann werden sie antworten, dass sie ja gar keine Chance gehabt hätten, weil ihnen ja die Bibel durch die Wachtturm-Gesellschaft verstellt worden ist. Dann wird ihnen die Frage gestellt werden, ob ihnen denn niemals der Gedanke gekommen sei, alles ganau zu überprüfen. Darauf werden sie antworten, das sei alles so umfangreich und kompliziert gewesen, immerhin hätte man 3,5 Jahre lang studieren müssen, um in die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas aufgenommen zu werden. Dann wird ihnen gesagt werden, dass sie es sich in der menschlichen Organisation mit dem Titel "Kanal Gottes" sehr bequem gemacht hatten und dass sie das auch sehr genau gewusst hätten. Darauf werden die Zeugen Jehovas antworten: Aber wir waren doch diejenige Religionsgemeinschaft, die die unbequemsten Mitgliedsbedingungen hatte. Wer ist denn von Haus zu Haus gegangen, um die Botschaft vom Königreich zu verkündigen? Wir doch! Dann wird ihnnen Jesus die Frage stellen: Wollt ihr euch wirklich mit der Verbreitung einer falschen Lehre für eure Irrwege entschuldigen, nur weil die Verbreitung der Lüge so anstrengend war und der Selbstüberwindung bedurfte?

Jehovas Zeugen sind sehr geneigt, die Verantwortung zu delegieren. Sie vertrauen einer menschlichen Organisation und schieben den möglichen Trugschluss dieser Organisation in die Schuhe. Wie kommt es, dass sie darauf hoffen, als Betrogene, als Opfer der Lüge um die laut Bibel notwendige Anbetung Jesu herumzukommen? Sie spüren tief in ihrem Herzen sehr genau, dass sie einer der größten Lügen der Menschheitsgeschichte folgen, und trösten sich damit, dass im Falle eines Falles der treue und verständige Sklave für seinen Betrug bestraft werden wird. Aber wie schaffen sie es, den absehbaren Untergang zu verkraften, den sie ohne Jesus erleiden werden?

Diesen Untergang in Kauf zu nehmen, ist keine Kunst. Das machen Moslems, Esoteriker, lauwarme Priester, Mitläufer-Katholiken und Spiritisten auch. Das macht die ganze Welt, denn sie verpönt das Gebet zu Jesus. Jehovas Zeugen sind Bestandteil dieser Welt. Sie haben eine der hochgestachelsten Frömmigkeitsformen, die es gibt. Aber tief im Innern wissen sie wie jeder Durchschnittsattheist, dass sie verloren gehen werden.

Rüdiger [26.01.2010]
16
Hallo Fast Münchener;

die Sache ist sehr einfach. Mit der Toleranz.

Du bekommst Besuch von 2 ledigen Damen, und verliebst Dich in eine. Ihr wollt heiraten.
  • das Mädel ist Christ: keiner wird irgendwas sagen
  • das Mädel ist Muslima: man wird Dir nahelegen, zum Islam zu konvertieren. Wenn auch nur proforma.
  • das Mädel ist Zeugin Jehovas: solltest Du Dich der Lehren verweigern, wird sie mehr oder weniger ausgeschlossen, mit oft schlimmen Konsequenzen für sie. Falls sie Familie bei den Zeugen hat, wird auch der Kontakt abgebrochen. Ein unüberwindbares Hindernis.
Jetzt laber was von Deiner Toleranz. Texte mich zu. Junge, das sind 30 Jahre Erfahrung.

Dass Du besucht wirst, ist deren Mission, die Stunden sind vorgegeben. Alles wird notiert und an Brooklyn weitergeleitet. Die wissen da mehr über Dich als Du selbst. Glaub mir, die sitzen da net aus Freundlichkeit. Und selbst wenn, was beweist das?

Übrigens, frag die mal. Meinst Du ne Sekte bekommt Mitglieder, indem die ihr wahres Gesicht zeigen? Denkst Du, ein Mensch würde da freiwillig Mitglied, wenn er vor Beitritt alle Verordnungen kennen würde?

Letztens war der Vorwerk-Vertreter da. Total nett und tolerant. Schüttet einen Sack Norm-Dreck aus, um seinen Sauger zu demonstrieren. Der funktioniert nicht. Tja, was tun? Hätte ich nicht meinen Dyson geholt, hätte der mich noch 300 Mal besucht. Nicht weil ich nett bin, sondern weil er hofft, ich kauf son Ding. Aber als er den Dyson sah, wurde er intolerant. Ich sagte ihm, ich will net nen Vorwerk.

Wenn Du den Zeugen sagst (und belegst): Jesus ist Gott! haben die Besuche schnell ein Ende.

Aber bis dahin wünsche ich Dir noch viele tolernte Laberstunden, viel läckeren Tee, und vielleicht hast Du den Mut, mal ne kritische Frage zu stellen? Z.B. mit dem Blut?

Dann schau mal. Weißt Du, ich find das gut. Du wirst garantiert kein Mitglied, und solange die bei Dir den Predigtdienst absitzen, können Sie keine andern Opfer finden!

Deswegen Danke! für Deine Arbeit!

Teetrinker [01.02.2010]
17
Also erstmal möchte ich dem Bekehrten aus Bayern ein Lob aussprechen. Ein Lob für die Mühe, die er sich gemacht hat es niederzuschreiben und das noch so detailiert. Ich erwischte mich dauernd beim Nicken, weil das was du geschrieben hast sich mit meinen Erlebnissen deckt. Keine Sekunde habe ich an dem, was er sagte gezweifelt!!
Hallo Anne, soweit ich das beurteilen kann, war er nie etwas anderes als aktiver Zeuge Jehovas. Der Mann hat uns dermaßen die Hucke vollgelogen, dass seine letzte Verlautbarung, er sei wieder Zeuge Jehovas, ebenfalls unglaubhaft ist. Ich bin mir sicher, dass er nie Nicht-Zeuge Jehovas war. Und ich habe den Verdacht, dass er in einem Team von Zeugen Jehovas arbeitete, um diese Webseite zu unterwandern. [RH]
Meine Trennung von den ZJ liegt nun rund zehn Jahre zurück. Auch ich war drei Jahre jung, als meine Mutter empfänglich für "guten Zuspruch war" (und auch ich kann mich sehr wohl erinnern!) Jeder der fleissig im Predigdienst aktiv ist weiss um die passenden Einleitungen an der Tür. Kinderschuhe..worauf springen junge Mütter an? Richtig Thema Kind und so ging es los..
Diese Geschichte hat große Ähnlichkeit mit den Geschichten des Bekehrten aus Bayern. - Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass jemand daran interessiert ist, was seine Mutter machte, als er drei Jahre alt war. Was damals, als er drei Jahre alt war, seine Mutter geglaubt oder getan oder gelassen hat, würde kein Mensch so detailliert eruieren. Frage: Welche Farbe hatten die Kinderschuhe? [RH]
Zudem muss ich sagen, dass meine Mutter schon immer an Depressionen litt. Auch ein gefundenes Fressen für ZJ.
Du warst drei Jahre alt und kannst das im Nachhinein beurteilen? [RH]
Und so kam es, dass nicht mal die Liebe zu meinem Vater stärker war als die Fänge der Zeugen Jehovas. Meine Mutter hatte die Wahl und sie entschied sich für die sich so wohl sorgenden Schwestern und Brüder. Somit hatten wir dann eine alleinerziehende Mutter mit einer 3 jährigen Tochter und einem 4 Monate altem Baby. Perfekt nicht wahr?
Perfekt, wenn das 4 Monate alte Baby ein ähnliches Erinnerungsvermögen hat wie Du. Aber nicht nur perfekt, sondern auch suspekt. [RH]
Es ging los. Meine Mutter eiferte wie besessen. Um möglichst gut in der Versammlung dazustehen.
Krass! Das hast Du schon als Kleinkind gecheckt? WOW!!! Entschuldige, wenn ich so sarkastisch rüberkomme, aber das nimmt ja immer heftigere Formen an! [RH]
Das war generell das Wichtigste. Auch wir bekamen das gelbe Buch mit den Biblischen Geschichten. Natürlich auch die Kassetten dazu. Sämtliche Dramen ebenfalls auf Kassette gespielt. Jeden Dienstag, Freitag und Sonntag hiess es für ingesamt 7 Stunden / Woche still sitzen und fleissig melden. Vor den Versammlungen noch studiert, damit die auswendig gelernten Anworten auch saßen. Meine Mitschriften auf Kongressen wurden nach Taunus geschickt. Ich glaube mittlerweile, dass die Schwestern, die mit mir studierten sich schlicht weg profitieren wollten. Mein Vater erschreckte. Er sagt heute noch zu mir "du konntest nicht mal lesen, aber wusstest das ganze Buch auswendig." Ich eiferte ebenfalls. Was Mutter tat konnte nur richtig sein. So wurde ich mit 7 Jahren ungetaufte Verkündigerin. Die Schwestern die mit mir studierten eiferten einer frühen Taufe entgegen. Doch dazu war ich zum Glück nie bereit. Ja und auch wir wurden handgreiflich gemaßregelt. Teilweise wussten wir gar nicht warum. So durfte man zB eine Cappy nicht anders rum aufsetzten, zack hatten wir eine hängen...da gibt es unzählige Beispiele. Was ich nie verstand waren die ganzen Heucheleien, die an den Tag gelegt wurden.
Siebenjährige erkennen Heucheleien? Und das auch noch, wenn sie selbst am eifrigsten miteifern? Oh, oh! Der Stil kommt mir irgendwie bekannt vor. [RH]
In der Versammlung war der Finger nicht schnell genug oben, um sich als eifriger Verkündiger zu outen, doch blickte man hinter die Fassaden sah man wirklich Sodom und Gomorrha!
Ich sach nix mehr. [RH]
Und wenn wir aus der Tür gingen ohne unseren "Ich verweigere Blut in einem Notfall"-Ausweis, gab es richtig Ärger. Mein Vater, den es zum Glück nie zu den ZJ zog, sagte früher zu meiner Mutter, dass er im Falle eines Unfalls einer Transfusion zustimmen würde. Sie entgegnete, dass er das nicht dürfte, weil sie ihn sonst anzeigen würde, weil sie es ablehnt für ihre Tochter. Er fragte sie, ob sie ihr eigenes Kind verbluten lassen würde. Ihre Antwort war "Wenn Gott es so will"
Doch, ich sag noch was. - Es gibt in der Freimaurerei, im Katholizismus und in ähnlichen Vereinigungen eine Taktik, die darin besteht, sich auf die Seite des Gegners zu schlagen und die Kritik des Gegners so krass zu übertreiben, dass sie lächerlich wird oder Schaden anrichtet. Der Kriegswissenschaftler nennt das Unterwanderung. Wie Jesuiten oder Freimaurer das nennen, weiß ich nicht. Jehovas Zeugen nennen es Theokratische Kriegslist. [RH]
Wenn man es kurz fassen will hat sie dann innerhalb kürzester Zeit wieder geheiratet. Natürlich einen Zeugen Jehovas. Bekam drei weitere Kinder, die alle einen prophetischen Namen haben. Ich machte dann noch 12 Jahre mit. Bis ich mich traute mich zu trennen. Es hiess zwar immer, wir können keinen zwingen, doch genau das trat ein. Als ich ging wurde ich geschnitten und das obwohl ich nicht mal getauft war. Da stellt sich doch die Frage, wie ZJ mit der höchsten Gabe Gottes umgehen oder?
Mit Dir? [RH]
Ich zog zu meinem Vater. Meine Mutter hat es nach meinem Gehen noch ein paar Jahre ausgehalten. Ist dann auch gegangen doch die Kindheit für alle Kinder war dahin. Kinder von Zeugen Jehovas wirken unheimlich gut erzogen und oft reif, dem ist wahrscheinlich auch so, weil die Kindheit genommen wird.

Nach meinem Gehen habe ich aus Protest und Verletztsein nicht mehr gebetet und wollte mit allem Religiösem nichts mehr zu tun haben. Ich hatte einfach genug. Erst zu der Geburt meines Sohnes habe ich das erste mal wieder gebetet. Ich wusste zwar nicht wen ich anreden soll und genauso formulierte ich auch mein Gebet. Aber ich dankte Gott für das Geschenk, was mir über alles geht. - dieses Gebet es fühlte sich gut an, aufrichtig und ohne Druck.

Ich habe für mich den Entschluss gefasst, dass ich meinem Sohn keinen religiöse Weg vorgeben möchte, den darf er frei wählen. So wie er es für richtig hält, wenn er alt genug ist und eigenständig denken kann.

Anne [27.11.2010]
18
Hallo Anne,

ich glaube Dir nicht. Deine Geschichte rutscht so flüssig runter wie die Geschichten, die wir vom Bekehrten aus Bayern kennen. Der hat erzählen können, dass misstrauischste Menschen wie Butter an der Sonne zerflossen. Ich bitte Dich dringend davon Abstand zu nehmen, noch irgendwie Kontakt mit mir aufzunehmen oder einen weiteren Kommentar zu schreiben. Eine Dreijährige, die nach Jahrzehnten die Annäherungstaktik der Zeugen Jehovas so detailliert erinnert, ist eher ein Alien als ein Mensch. Eine Siebenjährige, die weiß, was Heuchelei ist, ist ein wissenschaftliches Phänomen und sollte sich der Forschung zur Verfügung stellen. Eine Familie, die sich so einig darüber ist, dass Jehovas Zeugen Depression ausnützen, hat einen so engen Zusammenhalt, dass die Behauptung vom Geschnittenwerden unglaubhaft wird. Wenigstens hätte eine Bemerkung hinzugefügt werden müssen, dass Ihr Euch nachher versöhnt und alles besprochen habt. Das kannst Du ja bei Deiner nächsten Geschichte einflechten. Aber nicht hier.

Rüdiger [27.11.2010]

PS: Wenn man den Anfang des Berichtes des Bekehrten aus Bayern liest, kann man den toten Hund erkennen: "Angefangen hat alles, als ich noch klein war, sprich so ca. 3 Jahre. Bei uns zu Hause klingelte es an der Haustür und da standen 2 Zeugen Jehovas. Meine Mutter bat sie herein und ließ sich ihr Anliegen erklären. Sie tat es in erster Linie aus Neugier ..." - Hallo? Ein Dreijähriger, der durchschaut, aus welcher Motivation seine Mutter etwas tut? Sind wir hier im Zirkus? Oh Mann! Wenn Zeugen Jehovas zusammenhocken, dann geht die Post ab! Dann werden Balken gebogen und Zöpfe geflochten, die bis nach China reichen.

Greetings to the sick man from Munich!
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Mh.. ich bin grad etwas geschockt muss ich sagen.

Dass ich auf so viel Zweifel stoße muss sicher seine Gründe haben, doch leider bei mir unbegründet. Ich war drei Jahre jung, aber meine Erinnerungen kommen nicht nur aus der Zeit, wo ich drei war. Ich wuchs doch und mein Verstand mit...Ich schrieb doch, dass ich mit eiferte, weil man denkt, dass was die Mutter tat richtig sein musste (in Kindesaugen) Jetzt als erwachsene Frau wenn man zurückblickt über die Jahre, setzten sich die Details und Erinnerungen zusammen und erklären sich logisch. Abgesehen von den Erinnerungen meines Vaters, meiner Geschwister die ebenfalls einfliessen.

Ich betone nochmals, dass ich es nicht als 3 jähriges Kind durchschaute und auch nicht als 7 jährige sonst wär ich doch in dem Alter schon zu meinem Vater gegangen. Es fing nur an als ich drei war, mehr nicht

Meine Motivation das hier zu schreiben war lediglich, dass ich mittlerweile einige Ex ZJ kennengelernt habe, und jeder seine Geschichte dazu hatte. Mehr nicht.

Mehr wollte ich eigentlich auch nicht.

Machts gut.

Anne [27.11.2010]

Fotos für Tablet oder Handy



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Erstellungsdatum: 07.07.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten