Sehr geehrter Herr Hentschel,
ich bin selbst als Kind von Jehovas Zeugen aufgewachsen. Ich hatte das Glück sehr freidenkende Eltern zu haben, die mir erlaubten auf ein Gymnasium zu gehen. Ich wurde nie getauft und war immer sehr konträr gegen das hierarchische Männersystem gewesen. Mittlerweile bin ich Atheist was mich persönlich sehr befreit hat.
Ich möchte gerne ein wenig die Webseite kritisieren, einiges klingt allerdings ähnlich meiner Kritik in den Jahren als Kind bei den JZ. Es klingt allerdings manchmal etwas hanebüchen.
Dennoch möchte ich Fakten/Gedanken vorstellen, die ich dank des weiteren Verbleibens meiner Eltern in der Religion mitbekommen habe:
Falls Sie noch einige Informationen zum 2. Punkt interessieren, kann ich Ihnen gerne auch einige weiterführende Begründungen angeben.
Ich wünsche Ihnen noch weiter viel Erfolg mit der Webseite.
Viele Grüße
man findet im Netz und in der Literatur nichts, was die Wachtturm-Theologie wirklich aus dem Blickwinkel des gläubigen Christen beleuchtet. Auch unter Christen ist das Problem der Irreführung durch die Zeugen Jehovas kaum relevant. Wenn ich in einer Gemeinde bin und das Thema anschneide, schauen sie mich alle wie einen Fremdkörper an. Sie können es gar nicht realisieren, was hinter der Wachtturm-Lehre an zerstörerischer Power sitzt.
Damit verbunden ist ein gewisses "Alleinstellungsmerkmal". Diese Seite tritt in die Lücke, bleibt aber auch gleichzeitig ohne Mithelfer. Zurzeit scheint die direkte Reflektion (also Zurückwerfung) der satanischen Angriffspotenz diesen Seiten vorbehalten. Alle anderen Seiten und Bücher, die sich mit den Zeugen Jehovas auseinandersetzen, beschränken sich auf die Gebiete der Moral, Politik, Ethik, Menschenrechte und so weiter. Doch ist in meinen Augen gerade der genaue Vergleich zwischen dem, was Jesus uns durch die Bibel sagt, und dem, was die Wachtturmgesellschaft daraus macht, vonnöten, um die gesamte Tragweite dieser Religion zu begreifen. Nicht nur Skandale und offensichtliche Unterdrückung der Menschen zählen, sondern der Ausblick auf das, was - wenn es ihn gibt - Satan versucht, um Jesus - wenn es ihn gibt - zu entwaffnen.
Es gibt niemanden auf der Welt, der sagen kann, ob Jesus lebt. Wenn irgend ein durchgeknallter Christ jubelt: "Jesus lebt!", dann beruht das nicht darauf, dass er ihn an der Tankstelle getroffen hat, sondern es beruht auf seinem Glauben. Und in seinem Glauben ist er Jesus begegnet. Das ist ein Zeichen für Christsein, wenn Menschen Jesus begegnen, die Sache aber niemandem sonst klar machen können. Deshalb sind wir Christen im Leben mit Jesus erst einmal ziemlich alleine. Doch wir lernen von ihm so viel und werden von ihm geleitet, dass sich daraus in unserem Leben eine Veränderung ergibt, die wiederum Einfluss auf unsere Mitmenschen ausübt.
Nichts anderes als das, ist diese Webseite. Die Ereignisse und Erlebnisse sind kaum noch zu erfassen und darzustellen. Im Rückblick besteht nur die Gewissheit, dass mein Handeln nicht eine Laune der Evolution ist, sondern dass die Aufnahme des Fedehandschuhs eine Sache ist, die ich mir vor einigen Jahren auch nicht hätte vorstellen können. Die Herzenserfüllung, die ich selber dabei erfahre, ist ein sicheres Zeichen, dass mehr dahintersteckt als nur Zufall oder Lust auf Krawall oder Wichtigtuerei. Einerseits bin ich mir bewusst, dass diese offene Konfrontation eine echte theologische Marktlücke ist, die ich mit der Seite besetzen konnte, andererseits erlebe ich immer wieder verschärft die Führung, die mich sicher macht, den Menschen keine proprietäre Theologie aufs Auge zu drücken, sondern eine Problem-Befassung betreiben zu dürfen, die von den Menschen bisher in dieser Form vernachlässigt wurde. - Wie gesagt: Auch in christlichen Kreisen wird der satanische Überbau der Wachtturmgesellschaft nicht oder nur verschwommen wahrgenommen.
Ich kenne allerdings auch die Attraktivität der Evolutionstheorie und der aufgeklärten Gottlosigkeit des modernen Menschen. Ich selbst hatte mich schon darauf eingerichtet, nur noch meine politische Meckerei abzuliefern und dann zufrieden den Abgang zu machen. Doch wurde ich gerade in dieser politischen Auseinandersetzung auf merkwürdige Weise in den Glauben an Jesus zurückgerufen. Es ist wunderbar, einmal zu Jesus von Herzen Ja gesagt zu haben. Danach kann passieren, was will. Jesus meldet sich, wenn er es für richtig hält. Auch wenn du schon kilometerweit vor ihm weggelaufen bist.
Die Zeugen Jehovas und ihre Religion zu kritisieren ist sehr sinnlos und trifft nicht wirklich den Kern, solange es nur auf menschlicher, weltlicher und ethischer Ebene geschieht. Dann kann ich auch Rocker-Clubs oder Börsen-Manager kritisieren. Was zählt, ist der Kampf zwischen dem Herrn der Wachtturmgesellschaft und dem Herrn, der für mich gestorben ist. Und darin kann ich mich ganz gelassen zurücklehnen. Denn ich weiß: Jesus ist Sieger.
Viele Grüße,