Im geteilten Haus

Mit Beschluss vom Freitag, dem 12. September 2008, wurde von irgend einem Hamburger Gericht rechtskräftig entschieden, dass der Journalist Heinz Peter Tjaden nicht mehr behaupten darf, "dass Ehepartnern die Trennung nahegelegt werde, wenn sich einer der beiden von den Zeugen Jehovas verabschiedet". Dieser Beschluss wurde von dem Wachtturm-Rechtsanwalt Armin Pikl erwirkt. Zielsetzung der Anstrengungen dieses Rechtsanwalts Armin Pikl ist die Reinwaschung der Wachtturmlehre, welche "unter der Haut" eine Spaltung von Eheleuten befördert, von denen sich einer von den Zeugen Jehovas losgesagt hat.

Das Wahnsinnige an diesem Unterfangen ist allein schon der bei Zeugen Jehovas geflügelte Ausdruck für eine solche Ehe. Unter Zeugen Jehovas gibt es den festen Begriff: "In einem geteilten Haus leben"! Schon allein diese Alltagsformulierung legt in den Hirnen und Herzen der Zeugen Jehovas fest, dass eine Ehe, in der ein Partner aus der Lehre der Zeugen entflohen ist, keine wirkliche Chance auf eine Fortsetzung haben kann.

Selbst wenn es keine ausdrücklichen Anweisungen an die Aufsichtsbediensteten der Wachtturm-Gesellschaft gibt, dass sie offen und gezielt die Trennung der Eheleute anstoßen oder empfehlen sollen, sind alle Bedingungen dazu geschaffen, dass schon ein Blick, eine Geste, ein Fingerzeig ausreicht, um dem wachtturmtreuen Ehepartner zu bedeuten, dass er sich scheiden lassen sollte. Denn die Bezeichnung "in einem geteilten Haus leben" markiert einen Zustand, der auf Dauer unhaltbar ist. Diese Bezeichnung allein sorgt dafür, dass der in der Irrlehre verbliebene Zeuge Jehovas Tag und Nacht darüber nachdenken muss, welchen Sinn es noch hat, mit diesem Abtrünnigen zusammen bleiben zu wollen!

Ein unter diesem Druck stehender Mensch kann nicht mehr frei entscheiden, wenn er nicht seinen Ehepartner abgöttisch liebt. Gerade ein Mensch, der eher konsequent handelt, als lange zu zögern, wird die Erlösung aus dieser Zwickmühle nicht lange hinauszögern. Damit hat die Wachtturm-Gesellschaft wieder einmal Macht über die privatesten Dinge ihrer Untertanen.

Was hätte aus dieser Ehe werden können? Welche Kinder wären noch aus dieser Ehe hervorgegangen? Wieviele glückliche Stunden hätten sie noch gemeinsam verbringen können? Wieviel Schutz, Liebe und Heimat hätten sie sich noch gegenseitig bieten können? Nichts von alledem spielt eine Rolle in der Denkstruktur der Zeugen Jehovas. Sie werden allen natürlichen und normalen Denkens beraubt und opfern neben den vielen Stunden im Predigtdienst noch viele weitere Komponenten ihres Lebens diesem falschen Gott Jehova.

Schauen wir auf einige Texte, von denen Zeugen Jehovas beeinflusst werden:

Bitte bedenken Sie, wenn Sie diese Wachtturm-Texte lesen, dass immer wenn der Wachtturm von "geistig" redet, schon die Irreführung eintritt. Es gibt in der Bibel nicht ein Wort, das einen gläubigen Christen auf seinen geistigen Zustand hin untersucht. Das einzige Wort, das entfernt an so etwas erinnern könnte, befindet sich in der Bergpredigt: Selig sind die Armen im Geiste. Und dies drückt genau das Gegenteil aus, nämlich, dass die Geisteshaltung nicht zählt. (Alle Zitate sind der WT-Library 2006 entnommen.)

Durch einen Geist der Unabhängigkeit können Ehestreitigkeiten hervorgerufen werden. Eine solche Geisteshaltung hemmt auch die geistige Entwicklung, ...

Diese Aussage der Wachtturm-Gesellschaft bereitet den Boden, die Gründe für eheliche Probleme gewöhnlich in der wachtturm-abgewandten Geisteshaltung des abtrünnigen Ehepartners zu suchen. Dadurch wird der psychologische Effekt erzielt, dass eine ohnehin schon durch die Abtrünnigkeit eines Partners belastete Zeugen-Ehe der weiteren Zerrüttung zugeführt wird. Denn dieses Denkangebot der Wachtturm-Gesellschaft lockt den Zeugen Jehovas in eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Die Anziehungskraft dieser Erklärung ist die Basis für die Erklärung aller ehelichen Probleme, die sich insbesondere in einem "geteilten Haus" finden können. Sobald auch nur die geringste Spannung auftritt, rast dieser Gedanke durch das Hirn des in der Irrlehre verbliebenen Zeugen und zwingt ihn zu der Annahme, dass die Abtrünnigkeit des anderen wieder einmal den Ärger verursacht. Diese einseitige Sicht schleift sich ein und jeder kennt den Effekt, wenn nicht die tatsächlichen Gründe für eheliche Probleme gesucht werden, sondern immer nur eine bestimmte Pauschalerklärung im Kopf des Partners Geltung findet.

Christliche Ehepartner, die eine Trennung für die einzige Lösung ihrer Eheprobleme halten, stehen in der Gefahr, den Anschlägen Satans zum Opfer zu fallen, und ihre geistige Einstellung weist schwerwiegende Mängel auf ... Einer von ihnen oder beide wenden Gottes Grundsätze nicht uneingeschränkt an ... Sie sollten sich also unverzüglich und unter Gebet bemühen, ihre Differenzen beizulegen. Wenn diese unüberwindbar zu sein scheinen, können Versammlungsälteste zu Rate gezogen werden ... Diese Männer sind zwar nicht befugt, Glaubensbrüdern zu sagen, was sie im einzelnen zu tun haben, um ihre Eheprobleme zu lösen, doch können sie die Aufmerksamkeit auf das lenken, was die Heilige Schrift sagt ...

An dieser Stelle fällt auf, dass eine nicht funktionierende Ehe bei den Zeugen Jehovas als Zeichen für eine geistige Fehlleistung im Sinne Jehovas gewertet wird. Dies schließt wieder zwingend den Gedanken ein, dass derjenige am Dilemma Schuld haben muss, der sich von den Zeugen Jehovas getrennt hat. Wieder hackt die Wachtturm-Gesellschaft in die Kerbe, dem Abtrünnigen die Gesamtverschuldung an der Zerrüttung der Zeugen-Ehe in die Schuhe zu schieben. - Ganz nebenbei wird erwähnt, das man sich bei den Aufsichtsbediensteten der Wachtturm-Gesellschaft in dieser Situation Rat holen könne. Was wird aber einer von diesen besonders tief in der Wachtturm-Irrlehre steckenden Menschen geraten werden? Kann man annehmen, dass man von ihm den Rat bekommt, die Ehe aufrecht zu erhalten? Wird er nicht vielmehr dem durch die Abtrünnigkeit des Ehepartners geschädigten Zeugen Ratschläge geben, die der Irrlehre der Wachtturm-Gesellschaft entsprechen?

Wer beispielsweise "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß", hat offensichtlich auch nicht die Fähigkeit, als ein Aufseher "für die Versammlung Gottes Sorge [zu] tragen ...

Und wieder droht die Degradierung! Wer in seiner Ehe versagt, hat unweigerlich als Folge den Entzug seiner religiösen Autorität und Geltung zu fürchten. Und das in einer Religionsgemeinschaft, die das Heil vom Leistungsvolumen und vom Aufstieg "in der Wahrheit" abhängig macht. Damit wird ein weiterer Liter Öl ins Feuer der Scheidungswilligkeit der verbliebenen Zeugen Jehovas gegossen. Wenn also ein Zeugen-Ehepartner abtrünnig wird, muss der in der Irrlehre Verharrende mit dem Verlust seines religiösen Ansehens rechnen. Wie leicht fällt es da, die erlösende Entscheidung zu treffen? Sind da noch aktive Handlungsanweisungen vonseiten der Wachtturm-Gesellschaft nötig, um solche Ehen schnellstmöglich aufzulösen?

Eine tatsächliche Gefährdung des geistigen Wohls stellt auch einen Grund für eine Trennung dar. In einem religiös geteilten Haus sollte der Gläubige alles ihm Mögliche tun, um die von Gott zur Stärkung des Glaubens getroffenen Vorkehrungen zu nutzen. Eine Trennung ist jedoch zulässig, wenn die Gegnerschaft des ungläubigen Partners (unter anderem vielleicht durch eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit) die Ausübung der wahren Anbetung wirklich unmöglich macht und das geistige Wohl des Gläubigen tatsächlich gefährdet.

Nach der manipulativen Festlegung aller inneren Regungen der Zeugen Jehovas auf die "geistige" Schiene im Bezug auf diesen Ersatzgott Jehova fällt es nicht schwer, die "Gefährdung des geistigen Wohls" als eigenen Faktor der Ehezerrüttung in den Mittelpunkt zu stellen. Hier wirkt die fatale sich selbst begründende Tautologie, in der sich der Zeuge Jehovas um sich selbst dreht. Wie der Schimmel durch sein Weiß-Sein beweist, dass er ein Schimmel ist, so rührt die Zerrüttung der Zeugen-Ehe aus der geistigen Fehlhaltung gegenüber Jehova und die falsche geistige Haltung gegenüber Jehova wird durch die Ehezerrüttung befördert (Wer ... "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß"). Wieder ist die alleinige Schuld auf den Abtrünnigen zurückzuführen. Wieder ist er die Ursache allen Übels. Schon die hier angedeutete Schutzbedürftigkeit des in der Irrlehre Verbliebenen erfordert die Trennung vom Abtrünnigen.

Christen, die sich trennen, müssen selbst die Verantwortung für diesen Schritt übernehmen und sollten sich dessen bewußt sein, daß wir alle Jehova Rechenschaft zu geben haben ...

Nachdem die Wachtturmphrasen die Trennung vom Abtrünnigen wie eine geölte Rutschbahn vorbereitet haben, heißt es hier ganz plötzlich, dass jeder selbst die Entscheidung zu verantworten hätte. Mit welcher Frechheit sich dieser frivol-unbiblische Zeitungsverlag jeder Verantwortung entledigt, ist kaum zu beschreiben. Erst wird eiskalt manipuliert und die Fessel so angelegt, dass man nicht anders kann, als im Wachtturm-Sinne zu entscheiden, dann, plötzlich, kommt der Hinweis, dass die Entscheidung nicht von der Wachtturm-Gesellschaft verantwortet wird. Diese Art der Bibelauslegung kann nur als satanisch angesehen werden. Sie tragen nicht gemeinsam die Last, sondern entziehen sich dem einzelnen und bürden ihm sogar noch mehr auf, als er tragen kann. Neben der Belastung durch den Druck der Wachtturmlehre steht nun auch noch die Alleinverantwortlichkeit des Zeugen vor dem Rachegott Jehova im Raum und gleichzeitig die gut geölte Rutschbahn der Trennung vom Ehepartner. Sollte in diesem kunstvoll verflochtenen Lehrgefüge der Wachtturm-Gesellschaft noch eine einzige konkrete Handlungsanweisung an ihre Kontrollbediensteten nötig sein, um abtrünnigkeitsbelastete Ehen schnellstmöglich zu beseitigen?

Sie ist ihrem ungläubigen Mann zwar bedingt untertan, doch wenn es zu einem Konflikt kommt, muß der Wille Gottes getan werden ... Dreimal in der Woche christliche Zusammenkünfte zu besuchen ist bestimmt nicht übertrieben.

Hier gerät die Gesetzesliebe des Wachtturm mit sich selbst in Konflikt. Der Wille Gottes (Untertan-Sein der Frau) wird durch einen anderen Willen Gottes ungültig. Was für eine Gotteslästerung! Und selbstverständlich bestimmt die Wachtturm-Gesellschaft, welcher Wille Gottes höher steht als welcher Wille Gottes. Selbstverständlich haben die Mitarbeiter des treuen und verständigen Sklaven den richtigen Willen Gottes per Handzeichen in ihren Sitzungen abgestimmt. Und prompt ist der dem Willen Gottes übergeordnete Wille Gottes der, der im Dienste der Wachtturm-Gesellschaft steht!

Da die Menschen unvollkommen sind und in einer sündigen Welt leben, die von Satan beherrscht wird, stehen manche Ehen kurz vor dem Scheitern ...

Wie könnte es anders sein! Der dem Satan verfallene Abtrünnige ist verantwortlich und er ist der eigentliche Zerstörer der Ehe. Sobald ein Ehepartner die Wachtturm-Gesellschaft verlässt, wird auf ihm alles versammelt, was als Ursache für die Zerstörung der Ehe gelten könnte. Wie soll sich der in der Irrlehre verbliebene Ehepartner verhalten? Hat er nicht die Pflicht, sich von der satanisch geführten Welt fernzuhalten? So muss er doch schlussfolgern, dass er sich trennen muss! Das ist die manipulative Tatkraft der Wachtturm-Gesellschaft. In unscheinbaren Sätzen, die wie Füllstoff klingen, bürdet sie ihren Untertanen Lasten auf, die Ehen sprengen und das selbstbestimmte Denken beenden.

Es stimmt nicht, daß Jehovas Zeugen, wie einige sagen, die Familien entzweien.

Da hat doch die Wachtturmliteratur tatsächlich die Stirn, Behauptung gegen Behauptung zu stellen. Dass sie aber damit zugeben, dass Menschen behaupten, dass Jehovas Zeugen die Familien entzweien, fällt ihnen scheinbar gar nicht auf. Was ist aber davon zu halten, wenn "einige" sagen, dass Jehovas Zeugen die Familien entzweien? Sind alle, die das behaupten, Journalisten wie Heinz Peter Tjaden oder ehemalige Zeugen? Abtrünnige? Nein. Es muss wohl allgemein die Erfahrung bestehen, dass Zeugen Jehovas die Familien entzweien. Sonst müsste die Wachtturmliteratur einen solchen Satz niemals bringen: Es stimmt nicht, daß Jehovas Zeugen, wie einige sagen, die Familien entzweien.

Schon das permanente Gefühl des Beobachtetwerdens innerhalb dieser Religionsgemeinschaft setzt den nicht abtrünnigen Ehepartner mehrmals die Woche unter einen starken psychischen Druck, seine Lebenssituation den Ansichten der Wachtturm-Gesellschaft (den Vorsätzen Jehovas) gemäß zu "bereinigen". Wer will da noch annehmen, dass diese Ehe auf Dauer noch eine Chance hat? Zumindest ist die Entwicklungsrichtung festgelegt, und das obwohl die Wachtturmtexte von eheerhaltenden Ratschlägen nur so zu strotzen scheinen. Doch all diese Ratschläge verblassen gegenüber dem argwöhnischen Blick der Gemeinschaft (Wer ... "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß"). Sie verstärken sogar den Leistungs- und Anpassungsdruck des in der Wachtturm-Gesellschaft verbliebenen Ehepartners.

Selbstlose Geisteshaltung

Die antreibende Kraft ist die Geisteshaltung, die zum Tragen kommt, wenn wir eine Entscheidung oder Wahl treffen müssen. ... Was wird uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen? Die Kraft, die den Sinn antreibt, sofern sich dieser darauf konzentriert, den Willen Jehovas zu tun. ... Wie können wir noch die Kraft stärken, die den Sinn antreibt? Durch Wertschätzung für christliche Aktivitäten und für christliche Werte. Wir müssen daher Gottes Wort regelmäßig studieren und lernen, uns an Unterhaltungen über die Gedanken Jehovas und an seinem Rat zu erfreuen. ... Eine solche Art der Wertschätzung für die gerechten Grundsätze Jehovas können wir nicht nur durch das gemeinsame Studium der Bibel bewahren, sondern auch durch den regelmäßigen gemeinsamen Besuch der christlichen Zusammenkünfte und dadurch, daß wir zusammen im christlichen Predigtdienst stehen. Diese beiden wirkungsvollen Einflüsse können die Kraft, die unseren Sinn antreibt, ständig stärken, damit wir durch unsere selbstlose Lebensweise Christi Sinn widerspiegeln.

Allein der Grundirrtum der Wachtturmlehre, man könne durch ständiges Training Gott näher kommen, vereitelt unter Zeugen Jehovas ein geistlich fruchtbares Leben. So gipfelt denn auch die Penetration der Wachtturmtexte in dem Begriff "selbstlose Lebensweise". Während von Jesus bekannt ist, dass er uns die Kraft schenkt, alle Facetten des Lebens zu bestehen und auszuhalten, ja sogar in seinem Sinne zu meistern, berieselt der treue und verständige Sklave die Zeugen Jehovas durchgehend mit der Aufforderung, ganz und gar vom eigenen Ich abzustehen, um die klischeehaften Ansprüche des Zeitungsverlages zu erfüllen. Jesus hingegen möchte uns erfüllen und durch seine Liebe dazu bringen, uns selbst annehmen und lieben zu können. Denn ohne diese durch Jesus ermöglichte Selbstannahme ist es nicht möglich, den Nächsten zu lieben. (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!)

Der Tribut, den der Zeuge Jehovas zu zahlen hat, ist die weitestgehende Ausklammerung seiner eigenen Persönlichkeit aus dem wachtturmbestimmten Leben und als Folge davon eine geistige Haltung, die gerade in Sachen Eheführung nicht im Selbst, sondern in religiösen Thesen begründet liegt. Hier wird noch einmal klar, dass die Wachtturmlehre als Ganzes schon die Ehe mit einem Einheitssack bekleidet und diesen Sack mit dem großen Wackerstein der Selbstlosigkeit versieht. Wer eine solche aus Jehova-Vorsätzen erbaute Ehe führt, kann sich leicht vormachen, er verfolge das gute Ziel hoher Grundsätze. In Wirklichkeit hat er aber sein Selbst wegmachen lassen, um eine Selbstlosigkeit zu leben, die von Jesus nie gefordert wurde.

Was ist aber eine Ehe wert, die heruntermechanisiert nur das minimal persönliche Zusammenleben zweier ausgehöhlter Fassadenträger darstellt? Kann hier noch entfernt die Hoffnung genährt werden, dass diese beiden aneinander Wohlgefallen haben und tatsächlich ein Fleisch werden können? Dieses wichtige Zusammenwachsen der Eheleute ist sicherlich im Rahmen der nicht vom Wachtturm bestimmten Lebenssekunden noch möglich. Doch beim Abweichen eines Ehepartners aus der Wachtturmlehre fällt das Fallbeil der inneren Trennung allein schon bedingt durch die psychischen Belastungen, denen sich der in der Irrlehre Verbliebene nicht entziehen kann und darf. Deshalb ist die Annahme, dass die Wachtturm-Gesellschaft Ehen zerstört, nicht nur zulässig, sondern sie drängt sich selbstständig auf. Sie basiert auf den auf reine Gesetzlichkeit heruntergeschraubten Botschaften, die der Wachtturm aus der Bibel wringt. Die Erlösung durch Jesus Christus und das uns von ihm geschenkte Leben darf in dieser Lehre keine Rolle spielen. Denn dann kommt das Selbst eines jeden zum erfüllten Leben und zu der Liebe zum Nächsten, die Jesus in uns schafft.

Eheleute müssen gemeinsam beten. Oft öffnen solche Gebete das Herz und führen zu offenen Aussprachen, die jeden Zwist bereinigen.

Haben Sie gewusst, Herr Richter, dass Zeugen Jehovas gar nicht richtig zusammen beten dürfen? Den Frauen der Zeugen Jehovas ist es untersagt, laut zu beten, wenn ein Mann zugegen ist! Das ist die Wahrheit über diese von einem Zeitungsverlag zusammengestellte Jehova-Lehre! Wie soll das "gemeinsame Gebet" in einer jehovaistisch geprägten Ehe stattfinden? Doch nur in der Weise, dass der Mann laut betet und die Frau wortlos mitmacht. Sie darf ihre Gebetsanliegen höchstens im Stillen vor diesen Ersatzgott Jehova bringen. Was soll an einem solchen Gebet gemeinsam sein?

Auch hier finden wir eine vom Wachtturm vorprogrammierte Entzweiung, eine künstliche Trennung, die sich nur unter höchstmöglicher Verwindung der Bibel begründen lässt. Die Fadenscheinigkeit der Wachtturmlehren, die solche schon aus der normalen Menschlichkeit betrachtet schädlichen Ergebnisse zeitigen, wird dabei von den Zeugen Jehovas selbst gar nicht mehr wahrgenommen. Hier geht die Wachtturm-Gesellschaft den gleichen Weg wie die Katholische Kirche, deren Autorität so hoch angesehen wird, dass krasse Irrlehren wie die Anbetung der Mutter Gottes von den Menschen nicht mehr als Blasphemie gesehen werden.

Wenn auf rechtlichem Wege Menschen verboten wird, Behauptungen über solche Irrlehrer zu verbreiten, ebnet die Justiz diesen Manipulatoren Tor und Tür. Wo jetzt schon die Verblendung so groß ist, dass Menschen den verrücktesten Irrlehren aufsitzen, wird durch die rechtliche Regelung journalistischer Aktivitäten, die sich gegen diese Institutionen der Gotteslästerung richten, die willkürliche Falschauslegung des Wortes Gottes mit öffentlich gültigem Recht zementiert. Wo sich staatliche Institutionen mittels Rechtsprechung in die Diskussion religiöser Zusammenhänge einmischen, wird die Macht der Verführer gestärkt und gibt ihnen Mittel in die Hand, mit der sie ihre schädlichen Einflüsse vor der Öffentlichkeit verstecken können.

Statt den beteiligten Parteien eine harte Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit abzuverlangen und zu ermöglichen, deckelt das öffentliche Recht durch das Verbot von Behauptungen das Streitgespräch und sorgt so für eine festgefügte und staatlich geschützte Vereinsmeierei, die Tausende von Menschen unterdrücken darf. Diese der Trennung von Staat und Kirche zuwiderlaufende Entwicklung ist neben anderen Merkmalen ein Zeichen für eine gesamtstaatliche Entwicklung, die sich immer mehr und immer nachhaltiger in das Leben des einzelnen einmischt.

Ein solcher Christ [ein in der Irrlehre verbliebener Zeuge Jehovas, RH] muß sich somit offensichtlich bemühen, einen Weg zu verfolgen, der im Einklang mit christlichen Grundsätzen ist und ihm gleichzeitig hilft, gegen Depressionen und Gefühle der Einsamkeit anzukämpfen. Vielleicht kann er es einrichten, daß er mehr Zeit darauf verwenden kann, mit anderen über Gottes Königreich zu sprechen oder mit Neuinteressierten die Bibel zu studieren. ... Gefühle der Einsamkeit lassen sich auch dadurch vertreiben, daß man sich mehr damit beschäftigt, Bedürftigen in der Versammlung beizustehen ...

Ist es nicht peinlich, wie die Wachtturm-Gesellschaft aus dem Verbot, sich wieder zu verheiraten, Kapital schlägt? In diesem Gesetzeswerk des berühmten Zeitungsverlages wird jede Notsituation der Menschen ausgeschlachtet. Die Vergebung der Sünden, die jeder Mensch von Jesus durch einfachen Glauben empfängt, verschwindet zugunsten eines erdrückenden Gesetzeswerkes, das dem Zeugen Jehovas für jede einzelne Lebenssekunde Vorschriften macht und Bürden auferlegt. Die religiöse Aktivität ersetzt dabei nicht nur den Glauben an Jesus und die Inanspruchnahme seiner Gnade, sondern sie ist das wachtturmspezifische Allheilmittel schlechthin, das dem Zeugen Jehovas aus der tiefsten Not helfen soll. Selbstverständlich ist alles immer so formuliert, dass es helfen kann. Aber durch die penetrante Wiederholung der Empfehlung religiöser Aktivität steigert dieser Zeitungsverlag seinen Umsatz und vertieft seinen Einfluss auf die Menschen. Damit verherrlicht der irregeleitete Zeuge Jehovas lediglich die Verteilung von Wachtturm-Heften, aber nicht Gott. Denn Gott lässt sich nicht durch Aktivismus erreichen. Die Herzenshaltung zählt allein. Und die kann niemals durch Wachtturm-Training verbessert werden.

Dass die Wachtturm-Gesellschaft die Zeugen Jehovas derart gefangennehmen kann, beruht auf der selben Gotteslästerung, die auch die Katholische Kirche begeht. Beide behaupten, das Heil liege nur in ihnen. Beide stellen den Anspruch auf, Gottes allein wahrer Vertreter zu sein. Ohne diese gotteslästerliche Selbsteinsetzung als Kanal Gottes bzw. Pontifex Maximus wären solche Unterdrückungsmaßnahmen gar nicht möglich und Prozesse, die Journalisten das Maul verbieten, wären in diesem Zusammenhang absolut überflüssig.

Machen Sie sich einmal klar, wie der Islam durch Karikaturen verunglimpft wurde. Da haben alle nach der Pressefreiheit geschrien. Aber der WTG-RA Pikl bringt es fertig, vor deutschen Gerichten Gehör zu finden und einen Journalisten mit einem Behauptungsverbot zu belegen!

Jesus bindet die Erlösung des Menschen allein an den Glauben an ihn, Jesus Christus. Niemals spricht er davon, dass bestimmte Organisationen die Gewalt über sein Werk verwalten sollen. Selbst die Gründung seiner Kirche, die er auf Petrus übertragen hat, kann diesen Alleinverwaltungsanspruch niemals haben. Denn Petrus erscheint nicht in der Tradition römischer Thronfolge, sondern Petrus verkörpert jeden an Jesus gebundenen Christen. Petrus ist das Muster des Versagers, der mit Feuereifer ins Wasser springt und dann sofort den Mut verliert. Petrus ist das Muster, das sich aus falschverstandener Ehrerbietung Jesus widersetzt (Fußwaschung) und aufs Schärfste von Jesus zurechtgewiesen wird. Diese Kette der musterhaften Eigenschaften Petri lässt sich endlos fortsetzen. In all diesem ist Petrus das Vorbild der Christen, die die wahre Kirche bilden. Gerade diese dauernd spürbare Versagersituation Petri ist die Grundlage der wahren Kirche Christi. Denn die wahre und einzige Kirche Christi ist kein menschliches Erfolgskonzept, sondern sie ist die Vereinigung aller in Jesus geretteten Versager, die einsehen, dass sie ohne Jesus nichts tun können.

Niemals kann eine Organisation auf Erden den Alleinvertretungsanspruch Jesu auf sich fokussieren. Niemals können sich Menschen oder Organisationen als Zwischenschalter in die Beziehung des gläubigen Jüngers und Jesus einschleusen. Jede Organisation, die von sich behauptet, nur in ihr liege das Heil, ist nicht von Gott. Denn Jesus hat die frohe Botschaft allen Menschen zugänglich gemacht.

Der Schöpfer wollte, daß die Ehe die engste Bindung zwischen Menschen sei, wobei der Mann und die Frau "ein Fleisch" wären ... Handelt ein Christ weise, wenn er eine so enge Bindung mit einem Ungläubigen eingeht? ... Natürlich gibt es keine Harmonie zwischen Christus und Satan. Und in einem ungleichen Joch ist es für den Mann und die Frau sehr schwer, "dieselben Saiten anzuschlagen". Sie gleichen zwei Musikinstrumenten, die nicht miteinander harmonieren und statt Wohlklängen dissonante Töne von sich geben.

Wie will eine menschliche Organisation, die solche Sätze schreibt, von sich behaupten, die Ehe hüten zu wollen? Naturgemäß muss sie mit ihren irdisch gesinnten Theorien die Ehe als Institution ihren Weltherrschaftssehnsüchten unterordnen. Wie ein Essen, das durch eine verfaulte Zutat ganz und gar ungenießbar ist, muss sich die Wachtturmlehre als stinkend herausstellen. Alle zusätzlich angewendeten scharfen Gewürze werden nichts daran ändern, dass der Esser dieses Gerichts erkranken und sterben wird. Die Wachtturmlehre gründet allein auf geistige Aktivität. Immer wieder wird in ihr betont, dass die geistige Eignung des Menschen rettet. Jesus hat jedoch genau das Gegenteil verkündet. Jesus rettet tatsächlich diejenigen, die ihm glauben. Unabhängig davon, wieviel und was sie studiert haben. Doch der Zeitungsverlag aus Brooklyn legt Wert auf ein anderes Evangelium. Kern dieser falschen Botschaft ist die Vernichtung aller Menschen. Nicht die Rettung aller Menschen durch den Glauben an den Messias zählt, sondern die Zugehörigkeit zu einem Zeitungsverlag mit Gotteskanal-Anspruch. Und alle, die andere bedrücken, werden vernichtet werden. Das ist das Evangelium Satans, denn es gibt keinen Menschen unter der Sonne, der nicht andere bedrückt.

Alle schönen Worte dieser Jehova-Gesellschaft können nicht darüber hinwegtäuschen, dass alles, was auf einem Ersatz-Evangelium aufgebaut wird, in den Tod führen muss. Darunter fällt auch die Ehe. Sie ist als Zeugen-Jehovas-Konstruktion dem inneren Tod geweiht und muss den Weg der Wachtturm-Gesellschaft gehen. Sie muss sich von Selbstbetrug zu Selbstbetrug hangeln und am Ende untergehen. Wenn Jesus wiederkommt, wird diese Gesellschaft ein schreckliches Urteil empfangen. Ebenso wie der Papst, der die Gotteslästerung vielfältig in die Welt streut.

Es liegt auf der Hand

Niemand kann widerlegen, dass die Wachtturm-Gesellschaft in allen Dingen das Wort Gottes zu ihren eigenen Gunsten auslegt. Sie ist nun einmal der Zeitungsverlag mit dem Traum von der Weltherrschaft (was sie mit der Katholischen Kirche gemeinsam hat). So ist auch in Sachen Ehe und Ehescheidung wieder einmal ein Punkt gegeben, der uns wachrütteln sollte. Das oben erwähnte gerichtliche Verbot verdeckt und begünstigt am Ende nur eigennützige Handlungsweisen dieser Gesetzesgesellschaft. Aber scheinbar gesteht die neukapitalistische Welt heute den Religionen den Eigennutz als gesunde Eigenschaft zu. Scheinbar genießen willkürliche und gewinnsüchtige Religionen heute den Schutz des eigennützigen und gewinnsüchtigen Staates.

Doch ist damit nicht das Unrecht begründet, das sich aus Verboten ergibt, die von mächtigen Gesellschaften unter Ausschluss von Zeugen gerichtlich erwirkt werden, die ehemalige Mitglieder dieser Gesellschaft sind. Es ist und bleibt Unrecht. Es ist die willkürliche Ignoranz der Not, die von solchen Gesellschaften ausgeht. Religiös verbrämte Vernunft und Falschauslegung der Bibel sind ihr Geschäft.

Fazit

Nach allen hier gezeigten Gesichtspunkten erscheint der angestrengte Versuch der Wachtturm-Gesellschaft, über den Rechtsweg das eigene Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren, als ein zu Tricks und zur Lüge verdammtes Unterfangen. Herr Pikl, der arme Rechtsanwalt dieser ehrenwerten Gesellschaft steht vor einem Problem, das er nicht lösen kann. Jetzt müssen ganz viele Wachttürme veröffentlicht werden, die diese Aufgabe übernehmen. Sie müssen den Menschen klar machen, dass all die verfänglichen Thesen des treuen und verständigen Sklaven nur missgedeutet wurden. (Einige haben die Lehre durch übertriebene Erwartungen falsch verstanden.)

Die Grundlage für die gesellschaftliche Anerkennung der Wachtturm-Gesellschaft als Religionsgemeinschaft ist nicht gegeben. Rechtsprechung, so beeinflusst sie auch sein mag, kann diesen Status nicht ändern. Deshalb empfiehlt der Heilige Geist eindringlich dem Sklaven, seine "Theologie" noch einmal grundlegend zu überdenken und entsprechend zu ändern. Aber das ist sinnlos, denn mit dem Heiligen Geist hat dieser Zeitungsverlag nichts am Hut.


Kommentare

01
"Der speiende Hund beißt sich in den Schwanz!" Oder: "lat. chorea sancti Viti, der Veitstanz der alten Männer"

Die Wachtturm-Gesellschaft sagt, wenn die obrigkeitliche Gewalt - sprich der Staat und seine Dienste - die Ehe gesetzlich einzutragen verlangen, so solle man dieser untertan sein und deren Gesetze befolgen. Ein Christ (die Rede ist hier natürlich von Zeugen Jehovas) solle demnach gesetzlich heiraten, wenn er denn eine Ehe oder eheliche Gemeinschaft eingehen möchte. Er ist also dem Staate treu folgsam in dieser Frage.

Die Bibel sagt, der einzige Scheidungsgrund eines Christen ist der des Ehebruchs des Partners. Dies ist kein Muß, sondern ein Kann!

Das Lehrbuch der WTG "Das Geheimnis des Familienglücks", herausgegeben und verantwortlich Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft Deutscher Zweig, e.V.,Selters/Taunus 1996 (engl.), bezeugt auf Seite 158 unter "Der biblische Scheidungsgrund", die Unzucht/Hurerei als einzigen Scheidungsgrund. Ein Kapitel weiter unter "Gründe für eine Trennung" auf Seite 159 entscheidet sich die WTG plötzlich anders (nanu? Helles Licht innerhalb einer halben Seite???): "Gibt es Umstände, die es rechtfertigen mögen, daß man sich von seinem Ehepartner ... scheiden läßt, selbst wenn er keine Hurerei begangen hat? Ja." Es werden nun trinkende Ehemänner und Geldverspielende angeführt, die eine Scheidung seitens der Zeugenfrau rechtfertigen (Seite 160). Nun folgt auch der richtig gewalttätige Ehemann, der eine Scheidung der Zeugenfrau auslösen kann!

Und jetzt lassen die Schreiberlinge in Brooklyn die Katze aus dem Sack: Seite 160 besagtem "Ratgeber" entnommen, heißt es: "Auch wenn ein Ehepartner (Ungläubiger oder Abtrünniger i.d.R., eingef. v. mir) den anderen (Zeugen Jehovas, eingef. v. mir) ständig zu zwingen versucht, Gottes Gebote auf irgendeine Weise zu übertreten, könnte der bedrohte Partner (Zeuge, eingef. v. mir) eine Trennung erwägen, vor allem, wenn der Punkt erreicht wird, wo das Glaubensleben gefährdet ist. Der Partner, der dieser Gefahr ausgesetzt ist, mag zu dem Schluß kommen, daß eine gesetzliche Trennung (Scheidung, eingef. v.mir) die einzige Möglichkeit ist, "Gott, dem Herrscher, mehr (zu) gehorchen als den Menschen." (Apostelgeschichte 5;29)."

Dem Gebot der Bibel widersprechend (denn Gott haßt Ehescheidungen), gestattet sie einem Zeugen, sich scheiden zu lassen mithilfe eines Menschenwortes, das vollkommen unbiblisch ist! Es geht ihr einzig und allein darum, den Zeugen in der Organisation zu halten, dessen Ehepartner ihm vielleicht die Augen öffnet, in was für einem Verein man da reingerutscht ist! Wenn der Gehorsam dem Staate gegenüber zwecks gesetzlicher Trauung befohlen wird, dann sollte generell die Scheidung aus was für einem Grunde auch immer und eine Wiederverheiratung, so wie es der Staat gesetzlich regelt, möglich sein. Entweder ganz oder gar nicht! Sich selber eigene Gesetze machen, ein bischen mehr Scheidung, ein bischen weniger Wiederverheiratung, und das Ganze noch als streng an die Bibel haltend darzustellen, immer mit psychisch quälenden Ausschlüssen bedroht zu werden als einzelner Zeuge, zeigt wieder einmal die Scheinheiligkeit dieser Organisation in vollen Lichte!

Übrigens sind die hier aufgestellten Scheidungsmöglichkeiten nicht meine innere Überzeugung, es ist hier nur die Konsequenz aufgezeigt, die sich logischerweise ergeben würde. Schein und Wahrheit in der WTG!

Rudolf [14.09.2008]
02
Hallo Rudolf,

es gibt eine Krankheit, die nennt sich ecclesiogene Neurose. Das ist eine Krankheit, die aus falschen Gemeinschaftsstrukturen (Psychodruck) entsteht, die in Kirchen auftreten. Das kann in den besten Gemeinden passieren. Wir Menschen haben nun einmal eine gruppendynamische Komponente in unserer sozialen Veranlagung, die auch missbraucht werden kann. Kommt es zu diesem Missbrauch, dann folgen Krankheit, Schädigung der Zukunftschancen der betreffenden Person und natürlich eine Veränderung der Lebensumstände dieser Person, die ohne den Einfluss dieser religiösen Gruppe nicht eingetreten wäre.

Religiöse Gemeinschaft wird es immer geben. Doch gibt es religiöse Gruppen, in denen der restriktive Druck so hoch ist, dass dort alle auftretenden Schäden (auch ecclesiogene Neurose) durch den gerade diesen überhöhten Psychodruck verdeckt werden. Das sind Religionsgemeinschschaften, in denen die "freundliche" Unterdrückung so hart ist, dass bis zum absoluten Ausrasten, bis zum Selbstmord, bis zur endgültigen Lethargie niemand erkennt, dass ein Mensch womöglich darunter leidet und zerbricht.

Die Zeugen Jehovas sind eine Religionsgemeinschaft, in der die Selbstmordrate höher ist als beim Rest der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund liest sich folgender Bericht wie der lustigste Witz des Jahrhunderts.

Rüdiger [16.09.2008]
03
Ehen zwischen ZJ und Nicht-ZJ funktionieren nur, wenn der ZJ kein extremer ZJ ist und auch nicht wird, also bei Personen, die ihre Denkfähigkeit noch nicht begraben haben und die sich nicht von Ältesten dreinreden lassen und auch nicht bei den ZJ an vorderster Front mitschwimmen wollen.

Ist einer der Ehepartner ausgeschlossen, so wird die Situation ungleich komplizierter. Die Meidung Ausgeschlossener soll zunächst mal dazu dienen, dass dieser "bestraft" wird und sich seiner "Untaten" bewusst wird und "Reue" zeigt und dann wieder "aufgenommen" wird.

Ist die Untat Ehebruch oder sexuelles Fehlverhalten, kann der geschädigte Partner mit dem Segen der Gesellschaft sich scheiden lassen und alles ist in bester Ordnung. Ist es aber Abtrünnigkeit wegen anderer Lehrmeinungen oder Gemeinschaftsenzug wegen Rauchen, Wählen, Bluttransfusion, ist es extrem kompliziert. Eigentlich lieben sich die Angehörigen dennoch. Bekannte und Freunde des "eingeschlossenen" Partners und deren Kinder können diese fast nicht mehr besuchen oder als Besuch empfangen, außer der "Ausgeschlossene" bleibt jeweils freiwillig fern. Insoweit wird hier die Familie allmählich isoliert und auch zerstört.

Auch die Zielsetzung für die Zukunft sieht aufgrund geänderter Ansichten/Einstellungen auf einmal völlig anders aus. Insofern sind die Ausführungen von Hrn. Tjaden meiner Ansicht nach korrekt gewesen. Dem "eingeschlossenen" Partner wird seitens der ZJ nahegelegt, seinen Glauben zu verteidigen und beizubehalten. Hier wird auch nachhaltig immer darauf hingewiesen, dass die Bindung zu Jehova wichtiger sei als die Bindung zu anderen Menschen, seien es Familienangehörige oder Kinder oder Ehepartner. Menschen, mit ungenügender Selbstständigkeit im Denken und Handeln werden sich daher gegen den Ehepartner entscheiden.

Über kurz oder lang wird diese Ehe dann zerrüttet sein. Die WTG wäscht ihre Hände in Unschuld. Gerne zitiert die WTG den Text aus 5. Mose 13:6-11. Ich wundere mich, dass dieses daraus entnommene Denkmuster, auch vielfach in den Versammlungen vorgelesen, bei Gericht nicht zur Debatte stand. Es geht in diesen Versen (wie auch im Islam üblich) darum, jemanden, auch die innig geliebte Ehefrau, zu töten, wenn sie einen anderen Glauben oder eine andere Lehre als die der ZJ annimmt. Die WTG orientiert sich dann gütigerweise an den derzeit gültigen Gesetzen der Länder, weshalb normalerweise keiner Person deshalb das Leben genommen wird (von exzentrischen Ausnahmen habe ich schon gelesen). Aber die Mitglieder werden angehalten, diese Person wie schon gestorben (einige verharmlosen es dann mit "geistig tot") zu betrachten. Wenn dies möglicherweise auch nicht in den Veröffentlichungen steht, wird es dennoch vom Podium herunter so gesagt.

Was ist geistig tot? Da gibts dann wieder viel Interpretationsspielraum, je nach Nutzen für die Darstellung. Jemand, der nicht ausreichend für seinen Glauben in der Öffentlichkeit auftritt, kann schon als geistig tot bezeichnet werden. Im Falle Ausgeschlossener bezieht man das geistig Tote schon auf den Gerichtstag Gottes, den so genannten zweiten Tod. Wer ausgeschlossen ist und stirbt, würde auch nach dem Gerichtstag keine Hoffnung auf Auferstehung haben.

Dieser Logik folgend wäre eine "eingeschlossene" Frau eigentlich schon (geistige) "Witwe". Je nach Tiefe der Integration der Frau in die Organisation der WTG wird sie den befohlenen Ekel vor Ausgeschlossenen auch ihrem Mann gegenüber aufbauen (müssen), nachdem sie ggf. einige Wochen oder Monate versucht hat, ihren Mann zur Rückkehr zu bewegen. Ihr wird auch immer wieder von den Verantwortlichen gesagt, dass mit "Harmagedon" (Gerichtstag Gottes) sie wieder frei werde und die Bürde des geteilten Hauses ein Ende habe. Tatsächlich glaube ich, dass kein Verantwortlicher der ZJ einer Person im "geteilten Hause" offiziell empfehlen würde, sich außer aufgrund von Ehebruch, häuslicher Gewalt oder krimineller Aspekte, zu trennen. Aber das beigebrachte "Zwischen den Zeilen lesen und hören" oder der auf Erfahrung begründete Rat von Einzelpersonen kann aber von vielen Mitgliedern so aufgefasst werden, dass es besser wäre, sich doch zu trennen.

ZJ müssen sowieso immer zwischen den Zeilen lesen und Wörter, wie "anregen" oder "nahelegen" sind für die meisten Mitglieder gleichgesetzt mit absolutem Befehl. Als 20-jähriger hatte ich mal wegen so einer Anregung alle Musik- und Videokassetten und alle "weltlichen" Bücher, Zeitschriften, Magazine in den Müll geworfen. Bestimmte Musikstücke und Teile von Zeitschriften könnten dämonische Inhalte aufweisen, und wenn man sich nicht sicher sei, wurde einem nahegelegt, besser alles zu vernichten, das Ende wäre ja so nahe, für was müssten wir uns also unnötigen Ballast aufbewahren? Besonders Kreis- und Bezirksaufseher hatten solche Fähigkeiten, einem zu vermitteln, was man "zwischen den Zeilen" für sich für Nutzen daraus ziehen könnte, und immer der Hinweis, wir wollen doch Jehova gefallen oder etwa nicht? Auf diese Art und Weise wäscht die WTG ihren Mitgliedern das Gehirn und kann aber offensichtlich in keinster Weise dafür belangt oder zur Haftung herangezogen werden.

Meine 24-jährige Tochter, nimmt sich seit 8 Jahren als ZJ das Recht heraus, 2.Mose 20:12 (ehre Vater ...), 21:17 nicht beachten zu müssen, weil ich kein ZJ mehr bin und sein will.

Die deutschen Gerichte und Politiker schauen einfach nicht genau hin, möglicherweise wollen sie das auch gar nicht.

Detlef [13.06.2009]
04
Da hast du vollkommen Recht, Detlef.

Deutsche Gerichte halten sich da sicher an die jeweilige politische Doktrin ihrer Partei (es ist momentan ein starkes Anbiedern an Amerika zu erkennen, siehe auch früher: Da hatten es die Alternativen und Grünenvorreiter eilig, »Ammis go home« zu rufen - jetzt schicken sie die eigenen Soldaten in die sinnlosen Kriege der Amerikaner), Außnahmen bestätigen die Regel, wenn man auch noch parteilose Juristen abzieht, die sich nur von Karrierezielen ihr juristisches Verhalten lenken lassen.

Sei es, wie es ist:

Auch Älteste lesen zwischen den Zeilen des prügelnden Sklaven und sind bemüht, lieber ein bisschen gerechter als "gut genug" zu erscheinen. Daher verwundert es nicht, wenn ich erfahre, daß meiner Schwiegermutter vor einiger Zeit von einem Ältesten der ZJ geraten wurde, sich von ihrem "ungläubigen" Mann zu trennen. Ihr Ehemann vereitelte nun ihr Begehren und Ansinnen dadurch, daß er dann die Scheidung wollte, frei nach dem Motto: wenn schon, denn schon. Mit allen Konsequenzen im Eigentum; da machte die Zeugin Jehova dann doch einen Rückzieher.

Der Grund des Ansinnens des Ältesten war wohl nur den Zweien bekannt, ahnen kann man ihn. "Background" dazu ist, daß der Schwiegervater vor Zeiten ein "Bibelstudium" begonnen hatte, es aber nie zu mehr als einem Versammlungsbesuch hin und wieder schaffte.

Auch werden die monatlichen Zuwendungen der Zeugenfrau an die WTG seit einiger Zeit spärlicher ausfallen, da sie nun 4 (vier!) Enkel mit in ihre finanziellen Planungen einzubeziehen hat.

Ja, der Herr hilft wirklich reichlich und manchmal sieht man es erst spät.

Herzlich Rudolf [13.06.2009]
05
Der Justiz ist zumindest insofern kein Vorwurf zu machen, als sie einfach nur schlecht informiert ist und genau wie die Öffentlichkeit im Grunde nur die WTG-Fassung als Urteilsgrundlage erhält. Um handfeste Erfahrungswerte und theologische, psychologische Einschätzungen zu unterdrücken, werden ehemalige Zeugen Jehovas vor Gericht als notgedrungene Perma-Lügner abgestempelt, unzweideutige (die WTG belastende) Thesen der WTG verheimlicht oder, wie seit mindestens 100 Jahren zur Perfektion verfeinert, verdreht oder mit anderen Aussagen verdeckt.

Die Unterdrückung der Informationen geht zum Beispiel auch damit einher, dass diese Webseite seit 2 Jahren unter dem mit Abstand besten Suchbegriff "Zeugen Jehovas" konsequent aus der Trefferliste bei Google herausfliegt, nachdem ihre Brisanz von der WTG erkannt wurde. Immer und immer wieder stelle ich den Antrag auf erneute Prüfung der Seite, die erscheint dann auch für ein paar Tage und rutscht dann innerhalb von 2 oder 3 Tagen ins Nichts. (Beeinflussung des Ranking, siehe auch www.webmick.de)

Wenn ich in Foren zu bestehenden Themen wie z. B. "Sexueller Missbrauch bei den Zeugen Jehovas" etwas schreibe und auf die antichrist-wachtturm.de verlinke, treten plötzlich WTG-Befürworter auf und sagen mir Halluzinationen nach und sperren mir den Zugang. Aufschlussreich ist auch die Art und Weise, wie focus-online einen Kommentar ablehnte.
Um die niederen Beweggründe der Wachtturm-Gesellschaft herauszustellen, bedarf es des Abgleichs mit dem, was tatsächlich christlich ist. Viele Webseiten versuchen, die WTG-Organisation auf der humanistischen, menschlichen oder moralischen Schiene zu stellen. Das hat auch seinen Sinn. Um aber die zerstörerische antichristliche Energie dieser Organisation wirklich zu erfassen und ihre negative Wirkung auf Menschen zu erkennen, muss das Evangelium Jesu mit dem Evangelium Jehovas abgeglichen werden. Ohne diese Arbeit wird die WTG mittels ihrer Theokratischen Kriegslist immer die Handhabe besitzen und nutzen, die weltliche Gerichtsbarkeit und die Öffentlichkeit als Ganzes an der Nase herumzuführen. Denn als nichtreligiöse Institution hat die Gerichtsbarkeit keinen Einblick in die wirklichen Aktivitäten und Auswirkungen der Wachtturm-Bruderschaft. Es ist die antichristlich ausgerichtete Stoßrichtung der Wachtturm-Theologie, die in der letzten Konsequenz die Wirkung der WTG auf die Menschen erkennbar macht. Ohne die WTG nach der Bibel und nach dem Ansinnen Jesu zu analysieren, bleiben alle Joker und Trumpfkarten in der Hand der WTG-Player.

Rüdiger [14.06.2009]
06
Es ist nicht zu fassen: Da bricht man aus einer lieblosen Ehe aus weil der Ehemann agressiv, cholerisch, herschsüchtig, jähzornig egoistisch und faul ist und dann ist man noch schuld daran. Wo bleibt da die Gerechtigkeit!!! Ich war 47 Jahre bei den Zeugen aber mit deren Lehren konnte ich nicht mehr konform gehen. Zumal sich mein Mann in den letzten Jahren nicht wie ein Zeuge benommen hat. Ihm war seine Familie völlig egal geworden. Er ging zwar einmal in der Woche in die Versammlung und in den Predigdienst aber wenn er dann zu Hause war saß er 10 Std. AM TAG am Laptop und spielte Karten während ich 10 Std. arbeiten war.

Ich bin nun ausgeschlossen weil ich mit einem neuen Partner zusammen lebe. Diese Beziehung hat sich im Laufe der Zeit ergeben. Ich habe nicht wissentlich einen neuen Partner gesucht. Meine Ehe scheiterte an der Lieblosigkeit meines Noch-Ehemannes. Er stand dem Haushalt nicht vor und neigt sogar zu Gewalt. Aber das ist alles "in Ordnung" denn er ist ja nicht ausgeschlossen. Die Ältesten fragen sich in keinster Weise warum ich ausgebrochen bin. Ich fühlte mich auch wie in einem "geteilten Haus".

Britta [28.01.2011]
07
Du hattest zu funktionieren, Britta, als Teil einer ausgeklügelten Organisationsmaschine. Dabei war dann, als du nicht mehr "richtig ticktest", deine Seele austauschbar. Du wurdest ausrangiert, weggeworfen.

Bei unserem Herrn Jesus wäre DAS dir nicht passiert. Denn dann wärest du ein Teil Gottes, Gottes Kind, festgefügt mit dem übrigen Leib Christi, in Jesus, in Gott dem Vater und ER in dir geblieben.

Aber was nicht ist, kann bei Gott alles möglich sein, "klopfe" an, und dir wird aufgetan. So verheißt ER uns, und ER ist die Wahrheit, die nicht lügen kann.

Hast viel aufgeladen auf deine schmalen Schultern, wirf es doch einfach ab, auf SEINE Schultern, denn Seine Last ist nicht so schwer, wie du vielleicht denkst. Habe es selbst erfahren. Alleine kommst du nie beim Vater an, wirf deinen Krempel auf meinen Herrn, bereue einfach deine Schuldenlast vor Ihm und verberge dich einfach in seiner großen und starken Hand. Daraus kann dich keiner mehr reißen, das verspricht uns Jesus.

Rudolf [29.01.2011]

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Erstellungsdatum: 13.09.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten