Jehovas Königreich

Alle Menschen, nicht nur die Zeugen Jehovas, versuchen ihre Sicht aufzuhellen, was das Jenseits angeht. Das Erleben des Diesseits stellt automatisch und zwingend die Frage: "Was kommt nach dem Tod". Dazu gibt es jede Menge tradierte Ansichten und ebenso viele Gemeinschaften, die die überkommenen Ansichten zu widerlegen suchen.

Die Zeugen Jehovas

Bei der Wachtturm-Gesellschaft verschwinden die Toten komplett. Einzig im Gedächtnis ihres Gottes mit dem bekanntlich frei erfundenen Namen Jehova bleiben die Informationen erhalten, die dieser Gott der Wachtturmschreiber ihrer Ansicht nach dazu nutzen wird, die Verstorbenen anhand seiner Erinnerung neu zu schöpfen. Diese zweite Schöpfung schließt ein, dass der Zustand des Verstorbenen genau so wiederhergestellt wird, wie er war, als er starb. Jedoch erhoffen sich die Zeugen Jehovas, dass sie im Verlauf der zweiten Entstehung, die dann keine Auferstehung im ursprünglichen Sinne mehr darstellt, besser als früher gelingen oder zumindest im Verlauf der ersten Momente im irdischen Paradies einer Vervollkommnung unterworfen sind (Zeit in der Ewigkeit?). Dabei bleibt offen, ob sie selbst für die Vervollkommung sorgen müssen oder ob ihr Jehova, den sie als Gott ansehen, diese Vervollkommnung leistet.

Das irdische Jehova-Paradies stellt für die Wachtturm-Gesellschaft einen der wichtigsten Marketing-Faktoren dar. Sie vermittelt die Vorstellung, dass nach der Herrschaftsübernahme durch die Wachtturm-Gesellschaft unter der (angeblichen) Führung ihres Gottes und seines Königs mit eiserner Regierungsrute von Jerusalem aus eine perfekte Welt erstellt wird. Der wichtigste und verräterischste Aspekt in dieser Konstruktion ist der fließende Übergang. Die bestehende Welt wird durch die Vernichtung des Bösen gereinigt und dient dann als Grundlage für die in dem Blut der dann Getöteten watenden Zeugen Jehovas dazu, eine immer besser werdende Welt zu errichten.

Dieser Übergang stellt einen Systemwechsel dar, ist also kein Neuanfang, sondern die gewaltsame Verdrängung des alten Systems der Dinge durch ein neues System. In das dann neu mit eiserner Rute installierte System werden dann die Toten neu hineingeschaffen, -geschöpft, -Jehova-erinnert. Diese dort hineingespülten Menschenmassen sollen dann eine zweite Chance erhalten, sich für die Wachtturm-Gesellschaft bzw. deren Gott Jehova zu entscheiden.

Die Vorstellungen der Zeugen Jehovas erinnern an Träume, die von radikalen, systemumstürzlerischen Parteien schon immer geträumt wurden. Gleichzeitig sind Aspekte der Freimaurerei zu erkennen, die darauf abzielen, die Welt und den darin lebenden Menschen Schritt für Schritt zu vervollkommnen. Dass in dem irdischen Paradies der Wachtturm-Gesellschaft eine Regierung existieren wird, die von Jerusalem aus mit eiserner Rute ihre Herrschaft ausübt, stimmt bedenklich. Regierungen mit eiserner Rute sind auf Erden schon so oft ausgeübt worden, dass der normale Mensch bei diesem Gedanken erschaudert.

Auch hat diese Vision nicht wirklich etwas Göttliches an sich. Es riecht streng nach einem Übergangsszenario, das zur Not auch ohne diesen Jehova und ohne dessen König durchgeführt werden kann. Denn in allen Beschreibungen des irdischen Wachtturm-Paradieses sind diese unterstützenden Mitspieler unsichtbar bzw. halten sich im Hintergrund. Damit wird der freimaurerische Aspekt der Paradieshoffnung der Zeugen Jehovas noch einmal unterstrichen, denn das Paradies der Zeugen Jehovas kommt in ihrem Verlauf auch ganz gut ohne das Erscheinen oder Eingreifen Gottes aus. Die Wachtturm-Gesellschaft wird es dann sein, welche den Menschen Weg und Ziel vorgibt.

Die Katholische Kirche

Die Katholische Kirche ist bekannt für ihre breit gestreuten Vorstellungen vom Reich Gottes. Diese sind in den Volksglauben bis hin in den tiefsten Aberglauben eingegangen. Ebenso aber wurden sie auch aus heidnischen Vorstellungswelten übernommen. Als Krönung ließ sich die Katholische Kirche noch zusätzliche Feinheiten wie das Fegefeuer einfallen, um ihren Profit langfristig zu maximieren. Diese bunte Mischung aus Geschäftstüchtigkeit und Phantasie ist es nicht wert, näher betrachtet zu werden. Nur die Gegengöttin Maria, die neben Jesus als zusätzliche Glaubensbedingung fungiert, sollte kurz erwähnt werden, damit jeder Mensch weiß, warum er schnellstmöglich die Katholische Kirche verlassen sollte.

Nebenschauplätze

Neben den Erfindern der gängigen und solchen abgefahrenen Versionen wie denen der Zeugen Jehovas grasen weitere Schafe auf der Wiese der Jenseits-Forschung. Die Vereinte Kirche Gottes zum Beispiel bestreitet ähnlich den Zeugen Jehovas vehement, dass der Mensch auf irgend eine Weise nach dem körperlichen Tod weiterlebe. Dazu fassen sie ähnlich den Zeugen Jehovas immer nur einzelne Bibelstellen an und kochen ihre das Jenseits erklärende Suppe auf kleiner Flamme, um sie in ihren Schriften portionsweise dem Leser zu verabreichen.

Auffällig ist sowohl bei der Vereinten Kirche Gottes wie auch bei der Wachtturm-Gesellschaft die kraftvolle Aussage: Wir wissen Bescheid! Ebenso auffällig ist die völlige Ignoranz gegenüber einem Wort Christi, der zur Erklärung des Jenseits feststellte: "Gott ist der Gott der Lebenden und nicht der Toten. In ihm leben sie alle." An einer anderen Stelle setzt er ein weiteres krasses Signal: "Bevor Abraham wurde, bin ich!" (Zeitlosigkeit des ewigen Gottes) - Diese Worte Jesu, die uns am besten über das Reich Gottes aufklären, werden von denen, die vorgeben, genau Bescheid zu wissen, weitestgehend, wenn nicht total, ignoriert. Aber auch die traditionellen Ansichten über das Jenseits meiden diese klaren Ansagen und verharren in menschlichen Konstruktionen des Reiches Gottes. Denn vom Faktor »Zeit« will sich kein Bibel-Erklärer trennen. Denn dann würde nur eines übrig bleiben können: das kindliche Vertrauen in die Worte Jesu, der uns eine geistliche Welt vor Augen stellt, in der Zeit nicht mehr existieren wird.

Die Physik

Die moderne Physik häuft unbeantwortete Frage auf unbeantwortete Frage. Manche Wissenschaftler gehen sogar so weit zu sagen, dass ohne ein Parallel-Universum, mit dem unsere sichtbare Welt in Verbindung steht, die Probleme nicht ansatzweise erklärt werden können. Was für eine Sensation! Führt die moderne Wissenschaft wieder dahin zurück, wo David in seinen Psalmen schon ganz zu Hause war?

Der gläubige Christ

Wer Jesus ernstnimmt, kann seine Worte nicht außer Acht lassen! "In Gott leben sie alle!" Diese lapidare Feststellung Jesu (Lukas 20:38) verbietet kategorisch jede Spekulation über Zustand und Aufenthalt des Christus-gläubigen Menschen nach seinem Tod. Denn wenn ein Mensch zu welchem Zeitpunkt auch immer zu Gott kommt, befindet er sich in dem ewigen, zeitlosen Reich Gottes. Von dieser Warte aus gesehen, lässt sich ein Zeitpunkt seiner Einkehr ins Reich Gottes zumindest aus unserer menschlichen Sicht nicht festlegen oder vorstellen. Dieser Übergang ist in unsere Zeit-abhängige Gedankenwelt nicht einzuordnen. Schon das Wort "Übergang" stellt eine unzulässige Erklärung dar, die etwas beschreibt, das auf menschliche Weise nicht verstehbar ist.

Wenn es stimmt, dass Gott der Gott der Lebenden ist und nicht der Toten, dann gibt es gar keine Fragestellung, die im Bezug auf das Jenseits zu klären ist. Denn wir können das Göttliche nicht mit Menschengedanken fassen. Aber wir können im Glauben die Worte Jesu annehmen und wissen, dass wir nach unserem körperlichen Ableben leben werden, sofern wir uns vor dem Vater auf Jesus berufen können. Er ist der Weg zum Vater und der Vater ist ewig wie Jesus. Jeder Mensch, der durch Jesus den Zugang zu Gott hat, braucht sich keine zeit-technischen Fragen zu stellen. Ob der Mensch eine Seele hat, die in den Himmel verfrachtet wird, oder ob er keine hat, ist völlig unerheblich. Fakt ist und bleibt, dass der Mensch, der durch Jesus Christus zu Gott kommt, wie Gott selbst zeitlos und ewig ist und über die Frage, wann er zu Gott gekommen ist, nur lächeln wird.

Jeder menschliche Versuch, über die Worte Jesu hinaus die Frage nach dem Jenseits und dem Reich Gottes zu erklären, muss zwangsweise in einem durch und durch menschlichen Gedankengebäude enden, das schon von Menschen leicht einzureißen ist. Das Beispiel der Zeugen Jehovas zeigt sehr deutlich, dass der Mensch Göttliches nicht zusammenreimen und nicht ergründen kann. Verwunderlich ist nur, dass sie sich nicht schämen, die Worte Jesu (Lukas 20:38) komplett zu ignorieren.

Allein die Vorstellung, ewig in einem zeitintegrierten Dasein zu bleiben, ist Horror. Wie der nie endende Orgasmus des Moslems bei den 72 Jungfrauen ist die irdische Paradies-Fiktion der Zeugen Jehovas ein Horror-Szenario, das sich in seiner Schrecklichkeit gerade dadurch selbst kennzeichnet, dass die irdische Welt in das Reich Gottes hinübergeholt wird. Die menschliche Erfahrung des Diesseits beugt die Herrlichkeit des Reiches Gottes herunter auf das Menschliche. Das Reich Gottes kann aber nur dort stattfinden, wo Gott selbst ist. Deshalb sagte Jesus, als er auf die Erde gekommen war, dass das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist. In ihm wird alles in allem Gott sein.

Es bleibt nichts außer Jesus

Schon an dem Problem des Jenseits sehen wir, wie der Mensch an Gott scheitert. Diese und andere Verständnis-Schwierigkeiten erklären uns, warum Gott uns sich selbst in Jesus gegeben hat. Es gibt keinen Menschen, der ohne die Hand Jesu zu ergreifen, zu Gott kommen kann. Nicht Überzeugung und Wissen entscheiden, sondern allein der kindliche Glaube. Jeder Mensch, der sich über Jesus hinaus oder an Jesus vorbei eine Religion zurechtschneidert oder zurechtschneidern lässt, verhindert erfolgreich, dass Jesus ihn in alle Wahrheit einführen wird. Denn er hört Jesus einfach nicht mehr zu. Er meint ja schon alles zu wissen! Noch schlimmer ist es, wenn Menschen meinen, Bücherverlage aus Amerika könnten das erklären, was sie selbst nicht von Jesus hören wollen, indem sie eine menschliche Organisation für wichtiger erachten als Jesus selbst.

Deshalb ist jede Lehre erlaubt und richtig, wenn sie auf Jesus weist. Jede Lehre, die nicht auf Jesus weist, ist Lüge. Das trifft alle Religionen. Wer die Erkenntnis Gottes ablehnt, die Jesus Christus in Person ist, gewinnt zwar Sicherheit in Form von Vorschriften und Regeln (Papst/Leitende Körperschaft), verliert aber den Glauben, der nicht durch die eigene Glaubenskraft oder die Masse der gleich Überzeugten bestätigt wird, sondern durch Jesus selbst.


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Erstellungsdatum: 09.04.2010 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten