Jesu Vollkommenheit

Die Wachtturm-Gesellschaft hat ein unterschwelliges Interesse daran, Jesus vor den Menschen als eine Art Sonderkonstruktion erscheinen zu lassen. Während allen Jüngern Jesu klar ist, dass Jesus als wahrer Mensch auf der Erde war und so alles mit uns teilte, was uns betrifft, stellt ihn die Wachtturm-Gesellschaft als eine Art Sonderwesen dar. Sie macht aus ihm einen Supermann, der in Wirklichkeit das Menschsein gar nicht mit uns teilte.

Die Heilige Schrift zeigt, daß Jesus Christus auf der Erde tatsächlich vollkommen war, was seinen menschlichen Organismus betraf (1Pe 1:18, 19), und daß er seine Vollkommenheit bewahrte, indem er unter Prüfungen fortgesetzt seine Lauterkeit bewahrte und sie stärkte.

(Einsichten, Band 1, Kap.: Gerechtsprechen, Absatz:
Der von Christus Jesus vollbrachte "eine Akt der Rechtfertigung".)

Mit der Behauptung, Jesus als Mensch sei körperlich vollkommen gewesen, untergräbt die Wachtturm-Gesellschaft mit einem ganz kleinen Nadelstich des Irrtums und der falschen Lehre die eigentliche Grundlage für das Wunder, dass Gott in Jesus vollbracht hat. Indem sie behauptet, Jesus sei körperlich vollkommen gewesen, unterstellt sie, dass Jesus nicht unser Schicksal teilte, sondern nur ein Zauberkunststück Gottes war. Denn damit kann sie das Ziel verfolgen, aus Jesus etwas zu machen, das nicht als einer von uns zu uns redete, sondern nur als einer, der losgelöst von unseren Problemen als Gesandter Gottes zu uns sprach. Und schon hat die Wachtturm-Gesellschaft ihr Ziel erreicht: Jesus war und ist nur ein Engel.

Damit dividiert die Wachtturm-Gesellschaft das Wirken Jesu auf einen Level herunter, der sich nur noch als bloße Botschafterfunktion rechnet. Denn wenn dieser angebliche Engelsbote körperlich vollkommen war, so hatte er nicht die Grundlage, den Menschen Ratschläge zu erteilen, wie der Jesus, der als wahrer Mensch uns in allem, auch in der körperlichen Konstitution, vollkommen gleich war. Denn als halbseidene Kopie des Menschen, als engelsgleicher Sendbote in Menschengestalt, als etwas, das nur in etwa dem Menschen glich, hätte Jesus uns gar kein Beispiel oder Vorläufer, geschweige denn Retter sein können.

Mit der These, Jesus sei auf der Erde körperlich vollkommen gewesen, sät die Wachtturm-Gesellschaft den irren Gedanken in die Herzen der Menschen, Jesus hätte als Mensch allen anderen Menschen etwas voraus gehabt. Diesen falschen Gedanken braucht die Wachtturm-Gesellschaft, um die in der Bibel angedeutete Entsprechung »Adam - Jesus« als Grundlegung des "Loskaufopfers" benutzen zu können. Denn damit kann sie Jesus aus seiner wirklichen Funktion herauslösen und in einen Kontext hineinstellen, der darauf hinausläuft, dass Gott uns mit Jesus nur einen Weg aufgezeigt hätte.

Doch ist Jesus nicht diese abgespeckte Erlösungsfigur, wie sie sich die Wachtturm-Gesellschaft zurechtlegt, sondern er ist der vollkommene Schöpfergott, der sich in die vollkommen menschliche Unvollkommenheit begab, um die vollkommene Rettung durch menschlichen Glauben zu schaffen. Dieser absolute Gott begab sich in unser Sein, um durch seine vollkommene Herablassung das Exempel zu statuieren, das nicht durch Streben, Selbstverbesserung oder Eifer rettet, sondern durch nur eins: durch den einfachen Glauben an Jesus Christus.

Darauf weisen so viele Bibelstellen hin, dass wir durch die Kraft Gottes vollkommen werden, wenn wir an Jesus glauben. Das bezeugen auch alle wahren Christen.

Wenn Jesus körperlich vollkommen gewesen wäre und wenn er nur als Gegenpol zum abtrünnigen Adam fungiert hätte, würde das Streben nach Vollkommenheit, wie es bei den Zeugen Jehovas praktiziert und propagiert wird, nur das Ergebnis bringen, dass die Menschen sich in der Gleichrichtung unter das Diktat einer seelenlosen Wahrheit beugen und dadurch selbst retten. Diese Selbstrettung wäre nur ein technischer Vorgang, der mit Glauben nicht mehr viel zu hätte.

Um anzudeuten, was gemeint ist, zitiere ich Sundar Singh (Gesammelte Schriften, Seiten 238 und 239).

Ein Engel, der von den höchsten Stufen des Himmels herabgekommen war und dort eine hohe Stellung einnahm, antwortete: "Gott hat den Menschen nicht als Maschine erschaffen, die zwanghaft arbeitet; noch hat er sein Schicksal so festgelegt wie das der Sterne und Planeten, die von ihrer festgesetzten Bahn nicht abweichen können. Vielmehr hat er den Menschen nach seinem eigenen Bild und Gleichnis geschaffen: mit freiem Willen, mit Verstand begabt und mit der Kraft, Entschlüsse zu fassen und selbstständig zu handeln; dadurch ist der Mensch allen anderen Geschöpfen überlegen. Wäre der Mensch nicht mit freiem Willen geschaffen worden, dann könnte er sich nicht der Gegenwart Gottes noch des Himmels erfreuen; denn dann wäre er bloß eine Maschine, die sich bewegt, ohne dass sie es weiß oder fühlt, oder er wäre den Sternen gleich, die, ohne es zu wissen, den unendlichen Raum durcheilen. Aber der Mensch hat einen freien Willen und ist deshalb wesensmäßig dieser Art seelenloser Vollkommenheit entgegengesetzt. Eine Vollkommenheit dieser Art hätte für ihn wirklich Unvollkommenheit bedeutet. Solch ein Mensch wäre nichts anderes als ein bloßer Sklave, dessen Vollkommenheit ihn zu gewissen Taten gezwungen hätte; aber er hätte sich ihrer nicht freuen können, denn er hätte keine eigene Wahl. Für ihn wäre dann zwischen einem Gott und einem Stein kein Unterschied gewesen."
Hervorhebung hinzugefügt

Wir sehen also, dass die Wachtturm-Gesellschaft darauf geeicht ist, die Erlösung in Jesus zu einem gewissen Selbsthilfeprogramm umzugestalten. Während der, der sich direkt an Jesus wendet, die Kraft Gottes erfährt, muss sich der Sklave Jehovas selbst anstrengen und anstrengen und anstrengen und anstrengen.

Dies ist der diametral konträre Widerspruch zur Bibel, in der uns Jesus mitteilt: Ohne mich könnt ihr nichts tun und ich gebe Wasser des Lebens umsonst.

Jesus kann entweder nur vollkommen retten und uns von aller Sünden-Last befreien oder er wird zu einer Märchenfigur, die nur als Ansporn zur Selbstrettung des Menschen dient. Letzteres ist das Programm der Wachtturm-Gesellschaft.

Sie werden ihren Lohn empfangen.


Kommentare

01
Wie jetzt, war Jesus der Erzengel Michael oder nicht?

Georg [28.11.2009]
02
Hallo Georg, wenn Jesus der Erzengel Michael wäre, hätte die Prüfung des Abraham nicht viel Sinn. Abraham hat seinen eigenen Sohn Gott fast geopfert, seine Zukunft. Abraham hat nicht einen Engel durch Adoption zu seinem Sohn gemacht, um ihn dann relativ leichten Herzens dahinzugeben. Das wäre kein wirklicher Gehorsam gewesen. So hat auch Gott nicht einen Engel als Sohn adoptiert, um ihn dann zu einem symbolischen Opfer werden zu lassen, sondern Gott hat sich selbst, seine Zukunft, in Jesus aufs Spiel gesetzt.

Wer Jesus als den Erzengel Michael darstellt, hat ein unbedingtes Interesse daran, die Erlösungstat, die Gott in Jesus vollbrachte, zu eliminieren. An diesem Faden hängt die satanische Ausrichtung der Wachtturm-Theologie.

Oder auf deutsch: Jesus ist Gott.

Rüdiger [28.11.2009]
03
Je öfter ich den Rosenkranz bete, umso mehr bin ich davon überzeugt, daß der Klerikalfaschismus die Lösung ist. Oder glaubt ihr, daß auch hinter dem Klerikalfaschismus der Teufel steckt?

Georg [28.11.2009]
04
Was ist Klerikalfaschismus? Was hat der Rosenkranz mit Klerikalfaschismus zu tun? Moslems beten auch den Rosenkranz, was wird denen klar? Wenn jemand mit seinem Auto 1000 Mal um den Block fährt, steckt da auch der Teufel dahinter? Welcher Gott hört auf das Beten des Rosenkranzes? Hast Du noch andere Erkenntnisse durch das Beten des Rosenkranzes?

Rüdiger [28.11.2009]

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Erstellungsdatum: 12.03.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten