Jesus nur Mittler für die Wachtturm-Elite

Fred Franz, einer der Präsidenten der Wachtturm-Gesellschaft, führte 1979 einen neuen Punkt in die Wachtturm-Lehre ein, der die Bibel mit einem Schlag auf den Kopf stellte. Er propagierte in einem Artikel, den niemand von der leitenden Körperschaft anzufechten wagte, dass Jesus nur der Mittler für "geistgesalbte" Christen sei. Dazu muss man wissen, dass die Zeugen Jehovas ein Zwei-Klassen-System haben, das darauf aufbaut, dass 144000 in der Offenbarung des Johannes erwähnte "von der Erde Erkaufte" die Führungselite darstellen, die der "großen Volksmenge" (den normalen Zeugen Jehovas) gegenübersteht. Die große Volksmenge ist der Sammelbegriff für das Fußvolk, die Wasserträger, die den eigentlichen Korpus der Zeugen Jehovas ausmachen.

Wenn Sie also einem Zeugen Jehovas begegnen, müssen Sie davon ausgehen, dass dieser Mensch keine "himmlische Hoffnung" hat und noch nicht einmal sicher sein kann, dass er im Namen Jesu zu Gott beten kann. Denn die neue Fred-Franz-Lehre bestreitet bis heute, dass für den normalen Zeugen Jehovas Jesus Mittler ist. Die wachtturmspezielle Lehre von der Spaltung der Rettung durch Jesus in zwei unterschiedliche Gruppen erfuhr durch Fred Franz eine neue Qualität, die sich direkt auf das Fußvolk der Zeugen Jehovas auswirkt. Zeugen Jehovas leben dadurch in einem Vakuum zwischen Hoffnung und Nichthoffnung. Dieses Vakuum dokumentieren sie durch ihr Anti-Abendmahl, das sie zum Zeichen ihrer wahrscheinlichen Nichtrettung an sich vorübergehen lassen. Die jährliche Gedächtnisveranstaltung bezeugt auf diese Weise, dass Zeugen Jehovas die Rettung durch Jesus nicht beanspruchen dürfen.

Alternativ hoffen sie auf Jehova (das ist der Phantasie-Gott der Wachtturm-Gesellschaft mit dem von katholischen Mönchen erfundenen Namen) und darauf, dass sie es schaffen, sich durch höchtsmöglichen Einsatz im Predigtdienst ein Gute-Werke-Polster anzulegen, das als eine Art Schutzschicht gegen den Zorn Gottes wirken soll. Ihre Rettung ist nicht sicher und sie sind in den Status des mosaischen Gesetzes zurückgefallen, von dem bekannt ist, dass es kein Leben hervorbringen kann. Der neue Bund, den Jesus mit allen schließt, die an ihn glauben und ihn aufnehmen, gilt seit der Fred-Franz-Lehre von 1979 für das Fußvolk der Wachtturm-Gesellschaft nicht.

Am 16. November 1979 äußerte sich Fred Franz, der Erfinder der Elitenvermittlerschaft Jesu, gegenüber denen aus den eigenen Reihen, die mit Kopfschütteln auf seine neue Lehre reagiert hatten, mit folgenden Worten: "Sie möchten alle miteinander vermengen und Jesus Christus zum Mittler für jeden Hinz und Kunz machen" (nachzulesen bei Raimond Franz, Der Gewissenkonflikt, Seite 266). Der gesamte (noch denkende) Rumpf der tönernen Wachtturm-Organisation wurde durch diese neue Lehre erschüttert. Und doch waren die betroffenen Menschen so sehr an die Verblendung der Wachtturm-Gesellschaft gebunden, dass sie sogar die Zerstörung der letzten Hoffnung auf Jesus hinnahmen. Sie waren so sehr auf das Jehova-System gedrillt, dass sie lieber auf die sichere Rettung durch Jesus Christus verzichteten als den sozialtechnischen Apparat Wachtturm-Gesellschaft zu verlassen.

Mit dieser Lehre von der irdischen Hoffnung ohne Rettungsgarantie schafft die Wachtturm-Gesellschaft eine Grundlage, die dazu geeignet ist, ein neues Weltsystem aufzubauen. Ziel ist das Warten auf einen Anstoß (Harmagedon), der dazu ausgenützt werden kann, eine neue Weltordnung aufzubauen. Um diese neue Weltordnung nicht göttlichen Maßstäben unterwerfen zu müssen, werden die Hoffnungen, die sich an Jesus knüpfen, für die untere Gefolgschaft auf die rein irdische Variante reduziert. Denn in Wirklichkeit hofft die Wachtturm-Gesellschaft nicht auf Gott und die Bibel, sondern auf die Gelegenheit, aus beiden ein irdisches Ergebnis zu erzielen. Sie strebt eine Welt-Gesellschaft an, die unter ihrer Manipulation und angeblich himmlichen Herrschaft auf der Erde nach ganz normal irdischen Kriterien aufgebaut werden soll. So glauben auch die Angehörigen des Wachtturm-Fußvolkes, die Wasserträger, tatsächlich, dass die Neue-Welt-Ordnung nicht durch Gott gegeben wird, sondern unter bestimmten Umständen von den Zeugen Jehovas selbst aufgebaut werden muss.

Diese Auslegung der Bibel ist ein rein machtpolitisch ausgerichtetes Unterfangen und muss immer mehr Nicht-Hoffnung auf Jesus ausbreiten, damit die Menschen, die der Wachtturm-Vision treu bleiben wollen, nicht enttäuscht werden, sondern im Falle der gewaltsamen Durchsetzung des Königreiches Jehova Gottes bereit sind, auch dann weiterzumachen, wenn sie dafür knietief in dem Blut ihrer Feinde waten müssen. Symptomatisch für diese Aussicht auf die weltweite Durchsetzung des Zeugen-Jehovas-Königreiches sind die Worte Russells, der schon im Wachtturm vom 15. Januar 1923, Seite 217, schrieb:

Es wird in der Tat eine neue Welt sein, herrlich gemacht in jeder Beziehung. ... Die alttestamentlichen Überwinder werden aber auch, wenn es nötig ist, "die eiserne Rute" gebrauchen, um die Eigensinnigen und Ungehorsamen zurecht zu bringen. Alle werden lernen müssen, dass keine Ungerechtigkeit mehr zugelassen ist; denn Gerechtigkeit wird die Grundlage des neuen Königreichs sein.

Hier hat die Wachtturm-Theologie ihren fundamentalen Kern. Ein Jesus, der Menschen vor Gott gerecht macht, ist nicht nötig und nur als Luxus für die Führungselite zu betrachten. Die eigentliche Gerechtigkeit, die für den Aufbau des Neue-Welt-Königreiches ausreicht, kann und soll mit der eisernen Rute herbeigeführt werden. Die Weltregierung, die Russell in seinen Schriften in Jerusalem ansiedelt, kann auf einen Jesus gut und gerne verzichten, weil sie die Menschen durch die eiserne Rute im Griff haben wird.

Die Bibel sieht dies alles ganz anders!

Während die Zeugen Jehovas schon jetzt in eine knallharte Hörigkeit gegenüber der Wachtturm-Gesellschaft eingebunden sind und die Angst vor der (immerhin noch unblutigen) eisernen Rute der Rechtskomitees gut kennen, verkündigt uns die Bibel einen Jesus, der die Menschen befreit. Wen der Sohn freimacht, der ist recht frei. Die Freiheit in Jesus ist der Weg zu der eigenen Entscheidung, die die Beibehaltung und Pflege des eigenen Selbst einschließt. Jesus macht nicht gleichförmig, sondern bildet jeden Menschen heraus zu dem, was Gott schaffen wollte, aber durch unsere Sünde nur unter Inkaufnahme unseres Todes hätte verwirklichen können. Weil Jesus die Konsequenz des Todes auf sich selbst lenkte, kann er den an ihn Gläubigen zu dem machen, was Gott ursprünglich für uns vorgesehen hatte.

Die Bibel berichtet, dass Jesus Mittler für alle Menschen ist!

Die seit nunmehr seit 30 Jahren existierende Fred-Franz-Irrlehre, Jesus sei nur Mittler zwischen Gott und 144000 besonderen Menschen, steht nicht in der Bibel. Man kann sie mit einiger geistiger Akrobatik aus der Bibel wringen, aber das ist das selbe, als wollte man aus einem Apfel nicht Apfelsaft pressen, sondern getrockneten Apfelstiel. Es ist geistiger Abfall, den Menschen aus der Bibel saugen, um eine menschengeschaffene Eine-Welt-Regierung über die religiöse Schiene zu erzwingen. Die Bibel sagt etwas ganz anderes aus.

Bibelstellen, die Jesus als Mittler für alle Menschen beschreiben:

Kolosser 1, 28: Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen.

Die Vollkommenheit in Jesus Christus ist nicht auf 144000 "Geistgesalbte" beschränkt, wie der Wachtturm es suggerieren möchte. (Was ist überhaupt ein "geistgesalbter" Christ? Nur nach der Lehre der Wachtturm-Gesellschaft gibt es angebliche Christen, die nicht mit dem Heiligen Geist gesalbt sind. Hierbei scheint es sich um eine Art Zwischenzombies zu handeln, die zwar wissen, wie der Name Jesu geschrieben wird, aber keinen Bezug zu ihm haben. In der Bibel gibt es keine Christen, die nicht vom Heiligen Geist gesalbt sind.)

1. Timotheus 2-7, 3: Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist "ein" Gott und "ein" Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde. Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

Die Erkenntnis der Wahrheit ist die unbedingte Gemeinschaft mit Jesus, der die Wahrheit ist. So kommt es dazu, dass er in uns ist und wir in ihm. Die Bibel sagt, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen. Das bedeutet, dass Jesus für alle Menschen der Mittler ist, denn wer die Erkenntnis der Wahrheit hat, ist in Jesus und ist eins mit dem Vater.

1. Timotheus 4, 10: Denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.

Hier finden wir sogar eine Bestätigung der Ansichten des Sundar Singh, der behauptet, selbst mit Engeln geredet zu haben. Singh berichtet, dass die Menschen, wenn sie in das Reich Gottes kommen, nicht von Jesus abgestoßen werden, sondern selbst vor Jesus in die unteren Sphären fliehen, um seinen Glanz nicht ertragen zu müssen. Das Mindeste aber, was aus dieser Bibelstelle spricht, ist die Bestätigung, dass Jesus der Mittler aller Menschen ist. Denn Heiland-Sein ist vollkommen und umfasst die absolute Versöhnung der Menschen mit Gott.

Titus 2, 11: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen ...

Die Gnade Gottes, die der Welt in Jesus erschienen ist, ist nicht wie die Arzneisammlung eines Apothekers. Jesus ist nicht mal diese, mal jene Salbe, die für jeweils eine andere Krankheit zuständig ist, sondern Jesus ist für den ganzen Menschen gekommen. Diese Vollkommenheit der göttlichen Zuwendung ist allen Menschen erschienen. Nicht, um dann zu sagen: Ääätsch, aber nicht für dich. Sondern Jesus ist allen Menschen erschienen, dass er alle Menschen in vollkommener Weise rette.

Johannes 1, 9: Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.

Jesus erleuchtet nicht nur die Menschen, die gegenwärtig existieren. Jesus erleuchtet alle Menschen zu allen Zeiten. Und erleuchtet Jesus die Menschen nur halbhell oder dreivierteldunkel? Nein, Jesus ist die vollkommene Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Deshalb ist die Erleuchtung vollkommen.

Johannes 17, 20-25: Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

Hier stellt Jesus klar das Kriterium auf, das diejenigen kennzeichnet, die bei Jesus sind, wo immer er ist (sie haben erkannt, dass Gott Jesus gesandt hat). Damit wirft er die Theorie der Wachtturm-Gesellschaft gründlich über den Haufen. Gegen die vom Wachtturm erfundene Begrenzung auf 144000 stellt Jesus hier eine Unzahl von Menschen dar, die laut seinem Gebet ihm gegeben sind. Es sind alle, die erkannt haben, dass Jesus vom Vater gesandt wurde. Wer will diese Leute zählen? Es sind alle Christen! - Weil ihm die satanischen Angriffe der Wachtturm-Gesellschaft auf die Wahrheit schon damals bekannt waren, hat Jesus mit seinem persönlichen Wort Maßstäbe gesetzt, an der Organisationen wie die Wachtturm-Gesellschaft zerschellen müssen.

Amos 9, 11-12: Zur selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und, was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist, damit sie in Besitz nehmen, was übrig ist von Edom, und alle Heiden, über die mein Name genannt ist, spricht der HERR, der solches tut.

Die Wiederherstellung des auserwählten Volkes wird schon im Alten Testament als solche benannt, die alle Menschen einschließt, die demjenigen folgen, dessen Name als einziger gegeben ist, in dem die Menschen gerettet werden sollen. Jesus Christus!

Apostelgeschichte 16, 17: Die folgte Paulus und uns überall hin und schrie: Diese Menschen sind Knechte des allerhöchsten Gottes, die euch den Weg des Heils verkündigen.

Wenn es mehrere Unterarten des Heils gäbe, wäre diese Formulierung nicht möglich. Hier wird in die Welt hinausposaunt, dass es nur ein Heil gibt. Eine Unterteilung in unterschiedliche Heilsformen ist satanisch und kennzeichnet die Wachtturm-Gesellschaft mit ihrer Lehre von den zwei Christen-Klassen als Werk des Widersachers.

Apostelgeschichte 17, 31: Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Was wäre Gott, wenn er jedermann den Glauben angeboten hätte und anschließend sagen würde: Nöööh! Du nur halb, der da ganz und die da hinten, äh, mal schaun! Was wäre Gott dann? Ist es nicht Satans Lust, Gott als Lügner hinzustellen? Die Bibel sagt, dass Gott allen Menschen Jesus angeboten hat. Es muss daraus auch für alle Menschen die selbe Konsequenz entstehen. Sonst wäre Gott nicht Gott.

Jesus spitzt diese Situation sogar noch zu, indem er erzählt, dass unterschiedlich lang im Weinberg arbeitende Tagelöhner alle den selben Lohn bekommen! Das bedeutet nichts anderes, als dass Gott noch viel weiter über unser menschliches Vorstellungsvermögen hinaus menschliche Leistung und Güte durch seine Gnade ersetzt. Nichts kann in der Schöpfung dazu als Grund dienen, dass Hinz und Kunz schlechter oder mit einer anderen Hoffnung dastehen als die so genannten "gesalbten" Christen.

Apostelgeschichte 22, 14-15: Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich erwählt, dass du seinen Willen erkennen sollst und den Gerechten sehen und die Stimme aus seinem Munde hören; denn du wirst für ihn vor allen Menschen Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast.

Was hätte die Berufung des Paulus zum Apostel für einen Sinn, wenn er unterschiedliche Hoffnungen hätte verkünden müssen? Oder wurde Paulus berufen, um nur den 144000 Zeuge zu sein? Oder nur dem Fußvolk? Und wessen Zeuge war Paulus überhaupt? Paulus kann doch nur zu einem Zeugen Jesu Christi berufen worden sein! - Man sieht, dass die Bibel zu einem unsinnigen Buch wird, wenn man den Lehren der Wachtturm-Gesellschaft glaubt. Das ist das Ziel Satans!

Römer 1, 16-17: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

Hier macht Paulus sogar eine Unterscheidung zwischen Juden und Griechen (Religiosität und Intelligenz). Aber zu keiner Sekunde kommt er auf die Idee, zwei Christen-Klassen zu errichten, die unterschiedliche Hoffnung haben müssten. Wenn die Wachtturmlehre von den zwei Christen-Klassen der Bibel bekannt wäre, müssten die Bibelschreiber mindestens auch an solchen Stellen darauf eingehen. Dies tun sie nicht und ebenso wenig berichten sie von zwei unterschiedlichen Hoffnungen.

Römer 2, 11: Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Das Wort Gottes sagt uns deutlich, dass es keine Elite unter Christen gibt. Vor Gott gibt es kein Führungspersonal, keine Machthaber, keine Unterschiede, keine Personenhierarchie. Jesus setzt sogar noch eins oben drauf, indem der sagt: Die ersten werden die letzten sein.

Römer 5, 18: Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.

Eine weiteres Mal plättet Paulus die Wachtturm-Ambitionen einer Christen-Elite. Die Rechtfertigung in Jesus Christus ist für alle Menschen gleich und führt zum Leben. Wenn es dabei unterschiedliche Lebens- oder Hoffnungsformen gäbe, hätte Paulus dies hier wenigstens andeuten müssen. Doch dem Paulus ist so etwas wie die Wachtturmlehre von der großen Volksmenge und den gesalbten Christen gänzlich unbekannt.

2. Korinther 4, 2: . sondern wir meiden schändliche Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott.

Paulus distanziert sich von listiger Wortverfälschung. Ganz im Gegensatz zur Wachtturm-Gesellschaft. Paulus bezieht alle Menschen ins Evangelium ein und macht keine Unterschiede.

Galater 3, 19-29: Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer. Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben. Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

Die Reise durch das Wort Gottes könnte unter dem Aspekt der für alle Christen gleich gültigen Gnade Christi endlos fortgesetzt werden. Wie kann ein einzelner Mensch, Fred Franz, ein Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, die Bibel so auf den Kopf stellen, dass die Zeugen Jehovas bis heute wirklich glauben, sie müssten unterschiedliche Hoffnungen haben und Jesus sei nur der Mittler der Wachtturm-Elite? Fred Franz befindet sich mit einer derartigen Bibelauslegung in einem großen Verbund, der nur dazu angelegt ist, das verdorbene Jesus-Ersatz-Spiel der Katholischen Kirche zu vervollkommnen. Viele, die aus der Katholischen Kirche fliehen, weil sie die Wahrheit suchen, geraten in das Sammelbecken der Zeugen Jehovas. Schlau gemacht, Luzifer.


Kommentare
01
Zitat: "So glauben auch die Angehörigen des Wachtturm-Fußvolkes, die Wasserträger, tatsächlich, dass die Neue-Welt-Ordnung nicht durch Gott gegeben wird, sondern unter bestimmten Umständen von den Zeugen Jehovas selbst aufgebaut werden muss."

Dazu passt folgende Anekdote, die ich in einem Gespräch mit einem Z.J. (einen Verwandten von mir) erlebte.

Hintergrund: Die "Wachtturmjünger" glauben ja, dass Jesus Christus schon seit 1914 wiedergekommen ist, dass Babylon die Hure schon gefallen sei und dass der Antichrist bzw. die Antichristen schon offenbar gemacht wurden.

Auf meine Frage, warum denn das Reich Gottes noch nicht auf Erden aufgerichtet wurde und warum die Menschheit denn nun seit 1914 schon auf ihr "Armargeddon" (das Zeugen-Harmargedon) warten müsse, sagte man mir:

"Offensichtlich muss das Volk Jehovas noch im Bau durch z.B. "Königreichssäle" hier im alten System geschult werden, um sich das nötige Know-How für den Aufbau des irdischen Paradieses zu erwerben".

Diese Antwort fand ich sehr makaber. Denn zu dieser Zeit passierte nämlich im hessischen Viernheim ein tragischer Unfall bei einem ihrem Saalbauten. Ein Kran stürzte auf den Neubau und tötete eine junge (Z.J.) Frau. Ein junger Familienvater wurde dadurch querschnittsgelähmt. Er konnte nur durch eine Unmenge von Bluttransfusionen gerettet werden. (Die Notärzte vor Ort nahmen auf die Blutverweigerung keine Rücksicht. Ob die Ärzte von dem jungen Mann hinterher angezeigt wurden, weiß ich leider nicht. Wäre aber interessant zu wissen.)

LG

Tomboy [12.03.2012]
02
Danke für die Antwort!

Also wenn 1. Jesus bereits durch den "Kanal Gottes" zu den Menschen spricht und 2. einige der 144000 des zukünftigen Königreichs jetzt schon sicher feststehen, dann lesen sich Bibelstellen wie Matthäus 6,33 ("Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.") ganz anders in Wachtturm-Artikeln. Täusche ich mich oder hat das weniger mit Gott als mehr mit den Organisations-Oberhäuptern zu tun?

Gruß

Leni [13.03.2012]
Wenn jemand Gott, das heißt Jesus, kanalisiert, liest sich die gesamte Bibel anders. Die Methode, Gott zu instrumentalisieren, indem man behauptet, man sei die einzige Instanz, durch die Gott spricht, ist die beste Methode zu verhindern, dass Menschen Jesus erleben können. Jesus will, dass wir uns an ihn wenden. Die Wachtturm-Gesellschaft sagt, nein, wir sind der Ansprechpartner. Wer diese Änderung realisiert, merkt, dass die Wachtturm-Gesellschaft nicht von oben sondern von unten ist. [RH]
03
Hallo Leni;

lass Dir das mal von den Zeugen erklären. In eigenen Worten, nicht abgelesen. Meistens scheitern sie. Die Lehre ist so verworren, widerspricht etlichen anderen Bibelstellen, dass die Zeugen selbst ins Zweifeln kommen (sollten).

Z.B. die Ermordung der Christen. Das ist vielen Zeugen zuwider. Du siehst das ja auch hier: Es gibt keine Zeugen, die das vertreten.

Liebe Grüsse

Teetrinker [15.03.2012]
04

Hallo

Zitat: "Die Erkenntnis der Wahrheit ist die unbedingte Gemeinschaft mit Jesus, der die Wahrheit ist. So kommt es dazu, dass er in uns ist und wir in ihm. Die Bibel sagt, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen. Das bedeutet, dass Jesus für alle Menschen der Mittler ist, denn wer die Erkenntnis der Wahrheit hat, ist in Jesus und ist eins mit dem Vater."

Und Jesus hat doch auch gesagt: "Mein Vater und ich sind eins".

Könnte er das nicht auch so gemeint haben, wie dass er die Erkenntnis der Wahrheit hat und deswegen eins mit Gott ist?

Liebe Ramona, wenn Du mit Jesus in Kontakt trittst, wirst Du erkennen, wie er es gemeint hat. Jesus ausdeuten zu wollen, ohne ihn kennengelernt zu haben, ist sinnlos. Du bist einen menschlich plausiblen Gott gewöhnt. Diesen Jehova Gott, dem man immer das Attribut Gott beistellen muss, weil er sonst mit etwas anderem verwechselt werden könnte. Jesus ist ganz anders. Du kannst ihn nicht kennenlernen, wenn Du ihn nicht in Dein Herz lässt. [RH]

Das heißt dann aber ja nicht zwingend das Jesus Gott ist. (Bezüglich diesem Bibelvers)

Denn nach dem obigen Zitat sind WIR ja auch nicht Gott, nur weil wir in Jesus und eins mit dem Vater sind, nachdem wir die Wahrheit haben.

Oder wie kann ich das verstehen?

Liebe Grüße

Die Fragende [12.08.2017]

Das Wachtturm-System ist nicht wasserdicht, aber sehr verführerisch. Jesus ist klar und deutlich. Aber erst dann, wenn Du Dich ihm anvertraut hast. Spekulationen über ihn helfen nicht weiter. Nur er selbst hilft weiter. Trau Dich. [RH]

05

Hallo Die Fragende, ich finde es gut, dass Du Dich für Jesus interessierst. Rüdiger hat es ja richtig gut auf den Punkt gebracht. Spekulationen helfen da wirklich nicht weiter. Nur über den direkten Kontakt zu Jesus bekommt man Gewissheit. Jesus selbst gibt uns die Antwort auf all unsere Fragen. Wer Jesus persönlich kennen lernen will, wird das nur im Gebet zu ihm tun können. Wenn Du es zulassen kannst, dass Jesus in Dein Herz einkehrt, dann wirst Du erkennen können, dass Jesus Gott ist, dass er der Herr ist, der Deiner Seele Rettung und Heilsgewissheit verschafft. Nur der Herr Jesus selbst kann uns auf all diese Fragen eine Antwort geben und unserer Seele Ruhe geben, vorausgesetzt durch den Glauben an ihn. Viele Menschen können oder wollen nicht an Jesus glauben, weil sie ihn nicht sehen. Jesus ist aber nicht tot, er ist auferstanden und lebt mitten unter uns. Sein Geist (Heiliger Geist) ist existent und begleitet alle, die ihn in ihr Herz geschlossen haben und er schenkt denen echten Frieden, die ihn wirklich lieben.

Jürgen [13.08.2017]

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Erstellungsdatum: 16.03.2009 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten