Fred Franz, einer der Präsidenten der Wachtturmgesellschaft, führte 1979 einen neuen Punkt in die Wachtturm-Lehre ein, der die Bibel mit einem Schlag auf den Kopf stellte. Er propagierte in einem Artikel, den niemand von der leitenden Körperschaft anzufechten wagte, dass Jesus nur der Mittler für "geistgesalbte" Christen sei. Dazu muss man wissen, dass die Zeugen Jehovas ein Zwei-Klassen-System haben, das darauf aufbaut, dass 144000 in der Offenbarung des Johannes erwähnte "von der Erde Erkaufte" die Führungselite darstellen, die der "großen Volksmenge" (den normalen Zeugen Jehovas) gegenübersteht. Die große Volksmenge ist der Sammelbegriff für das Fußvolk, die Wasserträger, die den eigentlichen Korpus der Zeugen Jehovas ausmachen.
Wenn Sie also einem Zeugen Jehovas begegnen, müssen Sie davon ausgehen, dass dieser Mensch keine "himmlische Hoffnung" hat und noch nicht einmal sicher sein kann, dass er im Namen Jesu zu Gott beten kann. Denn die neue Fred-Franz-Lehre bestreitet bis heute, dass für den normalen Zeugen Jehovas Jesus Mittler ist. Die wachtturmspezielle Lehre von der Spaltung der Rettung durch Jesus in zwei unterschiedliche Gruppen erfuhr durch Fred Franz eine neue Qualität, die sich direkt auf das Fußvolk der Zeugen Jehovas auswirkt. Zeugen Jehovas leben dadurch in einem Vakuum zwischen Hoffnung und Nichthoffnung. Dieses Vakuum dokumentieren sie durch ihr Anti-Abendmahl, das sie zum Zeichen ihrer wahrscheinlichen Nichtrettung an sich vorübergehen lassen. Die jährliche Gedächtnisveranstaltung bezeugt auf diese Weise, dass Zeugen Jehovas die Rettung durch Jesus nicht beanspruchen dürfen.
Alternativ hoffen sie auf Jehova (das ist der Phantasie-Gott der Wachtturm-Gesellschaft mit dem von katholischen Mönchen erfundenen Namen) und darauf, dass sie es schaffen, sich durch höchtsmöglichen Einsatz im Predigtdienst ein Gute-Werke-Polster anzulegen, das als eine Art Schutzschicht gegen den Zorn Gottes wirken soll. Ihre Rettung ist nicht sicher und sie sind in den Status des mosaischen Gesetzes zurückgefallen, von dem bekannt ist, dass es kein Leben hervorbringen kann. Der neue Bund, den Jesus mit allen schließt, die an ihn glauben und ihn aufnehmen, gilt seit der Fred-Franz-Lehre von 1979 für das Fußvolk der Wachtturm-Gesellschaft nicht.
Am 16. November 1979 äußerte sich Fred Franz, der Erfinder der Elitenvermittlerschaft Jesu, gegenüber denen aus den eigenen Reihen, die mit Kopfschütteln auf seine neue Lehre reagiert hatten, mit folgenden Worten: "Sie möchten alle miteinander vermengen und Jesus Christus zum Mittler für jeden Hinz und Kunz machen" (nachzulesen bei Raimond Franz, Der Gewissenkonflikt, Seite 266). Der gesamte (noch denkende) Rumpf der tönernen Wachtturm-Organisation wurde durch diese neue Lehre erschüttert. Und doch waren die betroffenen Menschen so sehr an die Verblendung der Wachtturmgesellschaft gebunden, dass sie sogar die Zerstörung der letzten Hoffnung auf Jesus hinnahmen. Sie waren so sehr auf das Jehova-System gedrillt, dass sie lieber auf die sichere Rettung durch Jesus Christus verzichteten als den sozialtechnischen Apparat Wachtturmgesellschaft zu verlassen.
Mit dieser Lehre von der irdischen Hoffnung ohne Rettungsgarantie schafft die Wachtturmgesellschaft eine Grundlage, die dazu geeignet ist, ein neues Weltsystem aufzubauen. Ziel ist das Warten auf einen Anstoß (Harmagedon), der dazu ausgenützt werden kann, eine neue Weltordnung aufzubauen. Um diese neue Weltordnung nicht göttlichen Maßstäben unterwerfen zu müssen, werden die Hoffnungen, die sich an Jesus knüpfen, für die untere Gefolgschaft auf die rein irdische Variante reduziert. Denn in Wirklichkeit hofft die Wachtturmgesellschaft nicht auf Gott und die Bibel, sondern auf die Gelegenheit, aus beiden ein irdisches Ergebnis zu erzielen. Sie strebt eine Welt-Gesellschaft an, die unter ihrer Manipulation und angeblich himmlichen Herrschaft auf der Erde nach ganz normal irdischen Kriterien aufgebaut werden soll. So glauben auch die Angehörigen des Wachtturm-Fußvolkes, die Wasserträger, tatsächlich, dass die Neue-Welt-Ordnung nicht durch Gott gegeben wird, sondern unter bestimmten Umständen von den Zeugen Jehovas selbst aufgebaut werden muss.
Diese Auslegung der Bibel ist ein rein machtpolitisch ausgerichtetes Unterfangen und muss immer mehr Nicht-Hoffnung auf Jesus ausbreiten, damit die Menschen, die der Wachtturm-Vision treu bleiben wollen, nicht enttäuscht werden, sondern im Falle der gewaltsamen Durchsetzung des Königreiches Jehova Gottes bereit sind, auch dann weiterzumachen, wenn sie dafür knietief in dem Blut ihrer Feinde waten müssen. Symptomatisch für diese Aussicht auf die weltweite Durchsetzung des Zeugen-Jehovas-Königreiches sind die Worte Russells, der schon im Wachtturm vom 15. Januar 1923, Seite 217, schrieb:
Hier hat die Wachtturm-Theologie ihren fundamentalen Kern. Ein Jesus, der Menschen vor Gott gerecht macht, ist nicht nötig und nur als Luxus für die Führungselite zu betrachten. Die eigentliche Gerechtigkeit, die für den Aufbau des Neue-Welt-Königreiches ausreicht, kann und soll mit der eisernen Rute herbeigeführt werden. Die Weltregierung, die Russell in seinen Schriften in Jerusalem ansiedelt, kann auf einen Jesus gut und gerne verzichten, weil sie die Menschen durch die eiserne Rute im Griff haben wird.
Während die Zeugen Jehovas schon jetzt in eine knallharte Hörigkeit gegenüber der Wachtturmgesellschaft eingebunden sind und die Angst vor der (immerhin noch unblutigen) eisernen Rute der Rechtskomitees gut kennen, verkündigt uns die Bibel einen Jesus, der die Menschen befreit. Wen der Sohn freimacht, der ist recht frei. Die Freiheit in Jesus ist der Weg zu der eigenen Entscheidung, die die Beibehaltung und Pflege des eigenen Selbst einschließt. Jesus macht nicht gleichförmig, sondern bildet jeden Menschen heraus zu dem, was Gott schaffen wollte, aber durch unsere Sünde nur unter Inkaufnahme unseres Todes hätte verwirklichen können. Weil Jesus die Konsequenz des Todes auf sich selbst lenkte, kann er den an ihn Gläubigen zu dem machen, was Gott ursprünglich für uns vorgesehen hatte.
Die seit nunmehr seit 30 Jahren existierende Fred-Franz-Irrlehre, Jesus sei nur Mittler zwischen Gott und 144000 besonderen Menschen, steht nicht in der Bibel. Man kann sie mit einiger geistiger Akrobatik aus der Bibel wringen, aber das ist das selbe, als wollte man aus einem Apfel nicht Apfelsaft pressen, sondern getrockneten Apfelstiel. Es ist geistiger Abfall, den Menschen aus der Bibel saugen, um eine menschengeschaffene Eine-Welt-Regierung über die religiöse Schiene zu erzwingen. Die Bibel sagt etwas ganz anderes aus.
Die Vollkommenheit in Jesus Christus ist nicht auf 144000 "Geistgesalbte" beschränkt, wie der Wachtturm es suggerieren möchte. (Was ist überhaupt ein "geistgesalbter" Christ? Nur nach der Lehre der Wachtturmgesellschaft gibt es angebliche Christen, die nicht mit dem Heiligen Geist gesalbt sind. Hierbei scheint es sich um eine Art Zwischenzombies zu handeln, die zwar wissen, wie der Name Jesu geschrieben wird, aber keinen Bezug zu ihm haben. In der Bibel gibt es keine Christen, die nicht vom Heiligen Geist gesalbt sind.)
Die Erkenntnis der Wahrheit ist die unbedingte Gemeinschaft mit Jesus, der die Wahrheit ist. So kommt es dazu, dass er in uns ist und wir in ihm. Die Bibel sagt, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen. Das bedeutet, dass Jesus für alle Menschen der Mittler ist, denn wer die Erkenntnis der Wahrheit hat, ist in Jesus und ist eins mit dem Vater.
Hier finden wir sogar eine Bestätigung der Ansichten des Sundar Singh, der behauptet, selbst mit Engeln geredet zu haben. Singh berichtet, dass die Menschen, wenn sie in das Reich Gottes kommen, nicht von Jesus abgestoßen werden, sondern selbst vor Jesus in die unteren Sphären fliehen, um seinen Glanz nicht ertragen zu müssen. Das Mindeste aber, was aus dieser Bibelstelle spricht, ist die Bestätigung, dass Jesus der Mittler aller Menschen ist. Denn Heiland-Sein ist vollkommen und umfasst die absolute Versöhnung der Menschen mit Gott.
Die Gnade Gottes, die der Welt in Jesus erschienen ist, ist nicht wie die Arzneisammlung eines Apothekers. Jesus ist nicht mal diese, mal jene Salbe, die für jeweils eine andere Krankheit zuständig ist, sondern Jesus ist für den ganzen Menschen gekommen. Diese Vollkommenheit der göttlichen Zuwendung ist allen Menschen erschienen. Nicht, um dann zu sagen: Ääätsch, aber nicht für dich. Sondern Jesus ist allen Menschen erschienen, dass er alle Menschen in vollkommener Weise rette.
Jesus erleuchtet nicht nur die Menschen, die gegenwärtig existieren. Jesus erleuchtet alle Menschen zu allen Zeiten. Und erleuchtet Jesus die Menschen nur halbhell oder dreivierteldunkel? Nein, Jesus ist die vollkommene Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Deshalb ist die Erleuchtung vollkommen.
Hier stellt Jesus klar das Kriterium auf, das diejenigen kennzeichnet, die bei Jesus sind, wo immer er ist (sie haben erkannt, dass Gott Jesus gesandt hat). Damit wirft er die Theorie der Wachtturmgesellschaft gründlich über den Haufen. Gegen die vom Wachtturm erfundene Begrenzung auf 144000 stellt Jesus hier eine Unzahl von Menschen dar, die laut seinem Gebet ihm gegeben sind. Es sind alle, die erkannt haben, dass Jesus vom Vater gesandt wurde. Wer will diese Leute zählen? Es sind alle Christen! - Weil ihm die satanischen Angriffe der Wachtturm-Gesellschaft auf die Wahrheit schon damals bekannt waren, hat Jesus mit seinem persönlichen Wort Maßstäbe gesetzt, an der Organisationen wie die Wachtturm-Gesellschaft zerschellen müssen.
Die Wiederherstellung des auserwählten Volkes wird schon im Alten Testament als solche benannt, die alle Menschen einschließt, die demjenigen folgen, dessen Name als einziger gegeben ist, in dem die Menschen gerettet werden sollen. Jesus Christus!
Wenn es mehrere Unterarten des Heils gäbe, wäre diese Formulierung nicht möglich. Hier wird in die Welt hinausposaunt, dass es nur ein Heil gibt. Eine Unterteilung in unterschiedliche Heilsformen ist satanisch und kennzeichnet die Wachtturmgesellschaft mit ihrer Lehre von den zwei Christen-Klassen als Werk des Widersachers.
Was wäre Gott, wenn er jedermann den Glauben angeboten hätte und anschließend sagen würde: Nöööh! Du nur halb, der da ganz und die da hinten, äh, mal schaun! Was wäre Gott dann? Ist es nicht Satans Lust, Gott als Lügner hinzustellen? Die Bibel sagt, dass Gott allen Menschen Jesus angeboten hat. Es muss daraus auch für alle Menschen die selbe Konsequenz entstehen. Sonst wäre Gott nicht Gott.
Jesus spitzt diese Situation sogar noch zu, indem er erzählt, dass unterschiedlich lang im Weinberg arbeitende Tagelöhner alle den selben Lohn bekommen! Das bedeutet nichts anderes, als dass Gott noch viel weiter über unser menschliches Vorstellungsvermögen hinaus menschliche Leistung und Güte durch seine Gnade ersetzt. Nichts kann in der Schöpfung dazu als Grund dienen, dass Hinz und Kunz schlechter oder mit einer anderen Hoffnung dastehen als die so genannten "gesalbten" Christen.
Was hätte die Berufung des Paulus zum Apostel für einen Sinn, wenn er unterschiedliche Hoffnungen hätte verkünden müssen? Oder wurde Paulus berufen, um nur den 144000 Zeuge zu sein? Oder nur dem Fußvolk? Und wessen Zeuge war Paulus überhaupt? Paulus kann doch nur zu einem Zeugen Jesu Christi berufen worden sein! - Man sieht, dass die Bibel zu einem unsinnigen Buch wird, wenn man den Lehren der Wachtturmgesellschaft glaubt. Das ist das Ziel Satans!
Hier macht Paulus sogar eine Unterscheidung zwischen Juden und Griechen (Religiosität und Intelligenz). Aber zu keiner Sekunde kommt er auf die Idee, zwei Christen-Klassen zu errichten, die unterschiedliche Hoffnung haben müssten. Wenn die Wachtturmlehre von den zwei Christen-Klassen der Bibel bekannt wäre, müssten die Bibelschreiber mindestens auch an solchen Stellen darauf eingehen. Dies tun sie nicht und ebenso wenig berichten sie von zwei unterschiedlichen Hoffnungen.
Das Wort Gottes sagt uns deutlich, dass es keine Elite unter Christen gibt. Vor Gott gibt es kein Führungspersonal, keine Machthaber, keine Unterschiede, keine Personenhierarchie. Jesus setzt sogar noch eins oben drauf, indem der sagt: Die ersten werden die letzten sein.
Eine weiteres Mal plättet Paulus die Wachtturm-Ambitionen einer Christen-Elite. Die Rechtfertigung in Jesus Christus ist für alle Menschen gleich und führt zum Leben. Wenn es dabei unterschiedliche Lebens- oder Hoffnungsformen gäbe, hätte Paulus dies hier wenigstens andeuten müssen. Doch dem Paulus ist so etwas wie die Wachtturmlehre von der großen Volksmenge und den gesalbten Christen gänzlich unbekannt.
Paulus distanziert sich von listiger Wortverfälschung. Ganz im Gegensatz zur Wachtturmgesellschaft. Paulus bezieht alle Menschen ins Evangelium ein und macht keine Unterschiede.
Die Reise durch das Wort Gottes könnte unter dem Aspekt der für alle Christen gleich gültigen Gnade Christi endlos fortgesetzt werden. Wie kann ein einzelner Mensch, Fred Franz, ein Präsident der Wachtturmgesellschaft, die Bibel so auf den Kopf stellen, dass die Zeugen Jehovas bis heute wirklich glauben, sie müssten unterschiedliche Hoffnungen haben und Jesus sei nur der Mittler der Wachtturm-Elite? Fred Franz befindet sich mit einer derartigen Bibelauslegung in einem großen Verbund, der nur dazu angelegt ist, das verdorbene Jesus-Ersatz-Spiel der Katholischen Kirche zu vervollkommnen. Viele, die aus der Katholischen Kirche fliehen, weil sie die Wahrheit suchen, geraten in das Sammelbecken der Zeugen Jehovas. Schlau gemacht, Luzifer.