Kindheitstrauma Wachtturm

Der Bekehrte aus Bayern

Hallo Charles, ich selbst habe dieses Kindheitstrauma live miterlebt. Ich durfte seit ich denken kann mich täglich mit dem Jehova-Stoff zukanllen und war ohne einen Ausweg in dieser Lehre gefangen. Das ging so weit, dass ich mit 16 den eigenen Wunsch hatte, mich Jehova hinzugeben und dies durch die Taufe zu symbolisieren. Ich habe einen langen Aufstieg bis zur Position des Ältesten gehabt, um dann, nachdem ich einen grausigen Einblick in die gesamte Materie hatte, einen extrem steilen Abstuz zu erleiden, der mich endgültig aus dieser Sekte befreit hat!

Ich habe als Kind von meinen Eltern einen "Ausgleich" zu den christlichen Feiertagen erhalten, d.h. ich und meine Geschwister bekamen Spielzeug und Süßigkeiten an anderen nicht fixen Terminen im Jahr - was Themen wie Weihnachten, Geburtstag, etc. in der Schule nicht leichter machten ...

Die Lehrer waren sehr kritisch eingestellt. Aber in Deutschland haben wir nun mal Religionsfreiheit, was es Eltern ermöglicht, ihre Kinder in solchen Sekten zu versklaven!

Bei mir war es ja auch so, 5x die Woche die Zusammenkünfte, samstags 4 Stunden Predigtdienst und dann nicht zu vergessen die Kongresse! Den ganzen Tag lang still sitzen, zuhören und das entweder einen Tag oder gar 3! Und das auf harten Stühlen im Stadion, beim Tagessonderkongress im Saal hatte man wenigstens Stühle wie im Königreichsaal ... Es war grausig und eine Qual! Hinterher ist man dann so "erzogen", dass du dann total auf Wachtturm-Drill bist und das als "geistige Festmahle" und Oasen der geistigen "Erquickung" ansieht und dich darauf freutst ...

Um sich deiner anzunehmen, wenn du älter wirst, also sprich: in die Pubertät kommst, gibt es im Erwachet eine Rubrik und ein Buch, das da heißt "Junge Leute fragen sich". Da wird abgehandelt, wie du zu Musik, Freunden, zwischenmenschlichen Beziehungen, Freizeitgestaltung zu stehen hast und wie du letztlich mit deiner Sexualität umzugehen hast! Kurzum, dein gesamtes Dasein wird dadurch diktiert. Mit mir hat man ab 12 Jahren angefangen, das Buch zu "studieren" und meine Eltern haben die "Wirkungen" beaufsichtigt.

Ein kleiner Ausschnitt aus der Themenvielfalt:

  • Warum soll ich Vater & Mutter ehren?
  • Wie kann ich echte Freunde finden?
  • Was kann ich gegen Gruppenzwang tun?
  • Wie wichtig ist das Aussehen und die Kleidung?
  • Warum kann ich mich selbst nicht ausstehen?
  • Wie kann ich meine Einsamkeit überwinden?
  • Was nützt mir die Schule?
  • Wie kann ich meine Zensuren verbessern?
  • Warum lassen mich die anderen nicht in Ruhe?
  • Wie kann ich mit meinem Lehrer auskommen?
  • Wie kann ich eine Arbeitsstelle bekommen - und behalten?
  • Welche Laufbahn sollte ich einschlagen?
  • Wie steht es mit Sex vor der Ehe?
  • Wie kann ich zu vorehelichen Beziehungen nein sagen?
  • Masturbation - Wie schwerwiegend?
  • Masturbation - Wie kann ich das Verlangen bekämpfen?
  • Währt Ehrlichkeit wirklich am längsten?
  • Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht
  • Wie kann ich über meine unglückliche Liebe hinwegkommen?
  • Bin ich reif genug für Verabredungen?
  • Bin ich reif für die Ehe?
  • Woher weiß ich, ob es wahre Liebe ist?
  • Wie kann man sich vor der Ehe gut kennenlernen?
  • Drogen und Alkohol
  • Alkohol - Warum nicht?
  • Warum soll ich Drogen ablehnen?
  • Spielt es eine Rolle, was ich lese?
  • Wie kann ich meine Fernsehgewohnheiten unter Kontrolle halten?
  • Warum soll ich mich nicht ab und zu amüsieren?

Letztlich ist es so, dass wenn du von klein auf in dieser Sekte bist, du denen absolut schutzlos ausgeliefert bist. Du wirst in einer extrem kritischen Entwicklungsphase bereits geformt und bearbeitet. Dir bleibt gar keine Chance, denn entscheiden kannst und darfst du nicht. Es ist dir nicht möglich, diese Programmierung abzuwenden oder aufzuhalten, du wirst nach und nach "assimiliert" und wirst ein extrem gefügiges und mustergültiges Sekten-Mitglied.

Wenn diese dann aber abstürzen, dann meist so, dass es extrem schlimm ins Gegenteil ausufert und man selbst als "Weltlicher" nichts mit diesen zu tun haben will.

Daher hoffe ich für dich, dass deine Familie da einen Schlussstrich drunter zieht und es dir zur Liebe sein lässt!

Der Bekehrte aus Bayern


Kommentare

01
Hallo Der Bekehrte aus Bayern,

Du hast ja Dein Guantanamo schon hinter dir. Andere, den Erwachsenen schutzlos Ausgelieferte, werden Schritt für Schritt vereinnahmt und auf Linie gebracht.

Ich wurde sehr tolerant anderen Glaubensrichtungen gegenüber erzogen, Liebe und Verständnis waren eine der Prämissen, die mir meine Eltern vorlebten. Mehrere Religionen lebten friedlich in der Familie nebeneinander, es war Frieden.

Dann eine Lebenskrise und die Zeugen fanden bei ihrem Opfer eine schwache Stelle. Das fatale Ergebnis bekomme ich hautnah persönlich oder durch Schilderung einer Nichtüberläuferin mit.

Warum werden die Kinder nicht wenigstens per Gesetz in den Kindergarten geschickt? Und warum bekommen sie schulfrei, wenn irgendwas in der Schule passiert, was den Zeugen nicht passt?

Den erwachsenen ZJ-Teil der "Familie" betrachte ich als Hardliner, da sie regelmäßig Klinken putzen gehen (sogar mit Kindern), täglich mit Gleichgesinnten ihr Studium daheim betreiben, dauernd Richtung Versammlung unterwegs sind und auch jeden Kongress besuchen, dann auch noch auswärtige Gäste aufnehmen.

Zur Zeit sage ich: Denen ist nicht zu helfen und den Kindern kann und darf ich nicht helfen.

Charles [30.12.2007]
02
Hallo Charles. Der Bekehrte aus Bayern und ich haben gestern noch darüber geredet, wie der Wachtturm vorgeht. Ein kleiner Punkt war uns beiden klar: Der Wachtturm will den Menschen rüberbringen: Wir sind ja nur eine von denen! Wir sind ja auch nur eine Religion. Deshalb strebt er auch nach solchen Einteilungen wie Körperschaft des öffentlichen Rechts und solchen Dingen. Damit kann er den permanenten Terror, die Unterdrückung und die Qualen verstecken, die er den Menschen systemaitisch antut.

Meine Freundin ist auch darin aufgewachsen. Sich gedanklich vom Wachtturm zu entfernen, löst wahrscheinlich schon Panik aus, weil dann Jahrzehnte übelster Selbstquälerei plötzlich umsonst sind. So wirken zwei Faktoren miteinander: Sinnerhaltung der eigenen Lebens(-Lügen)-Leistung und Legitimation der Quälerei derer, die sie verursacht haben.

Der Wachtturm darf weltweit seine Herrschaft über die Menschen ausüben. Denn er bedient geschickt idealistische Denkmuster und beachtet die Grenzen zur äußerlich erkennbaren Schinderei. Der Wachtturm wahrt die Fassade und vermittelt den Opfern selbst genug Stoff zur Selbstdefinition, damit er ungestört arbeiten kann.

Ich vermute, dass deswegen die Kinderunterdrückung des Wachtturm nicht über die Empörungsschiene zu lindern und zu verhindern ist. Eher muss nachgewiesen werden, dass er bewusst und professionell lügt und den Menschen die Bibel konsequent falsch auslegt. Darin liegt die Chance, dass immer mehr Menschen für sich selbst die Lüge des Wachtturm erkennen und ihren Kindern lieber den Weg zu Jesus ermöglichen. Darin liegt aber auch der Weg, dem Staat aufzuzeigen, wie unsinnig es ist, einer Organisation den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu verleihen, ohne diese Organisation auch in der Lehre zu prüfen.

Egal von welcher Seite ich mich der Wachtturm-Gesellschaft nähere, die persönliche und kritische Anteilnahme möglichst vieler ist gefragt. Es reicht in meinen Augen nicht, hier und da auf die Auswirkungen dieser Unterdrückerin hinzuweisen. (Dies tun die meisten Wachtturm-kritischen Webseiten.) Sondern die Wachtturm-Gesellschaft muss im Kern als menschenfeindliches, gottverachtendes, todbringendes Konstrukt entlarvt werden.

Deswegen tut mir eigentlich am meisten weh, dass echte Christen es tunlichst vermeiden, den Blick auf diese Organisation des lebendigen Todes zu richten. Sie drücken sich vor der Konfrontation und glauben, nicht wirklich etwas tun zu können. Auf diese Weise habe auch ich die Wachtturm-Unterdrückten jahrzehntelang im Stich gelassen, wohl wissend, dass hier ein ungeheurer Handlungsbedarf besteht.

Rüdiger Hentschel [30.12.2007]
03
Dann gib mir einen Leitfaden an die Hand, zu helfen, ohne gleich den Zutritt zum Haus verwehrt zu bekommen.

Darin liegt die Krux.

Die Schwiegermutter ist noch im Haus, hat ihre Religion seit der Taufe behalten und leidet sehr unter der fürchterlichen Situation, allein mit Zeugen der Hardlinertruppe unter einem Dach zu leben, wovon einer mal ihre Religion hatte und ihr eigen Fleisch und Blut ist.

Sie wird so weit wie möglich gemieden und ausgegrenzt.

Dabei ist sie gebrechlich und bedarf der körperlichen und seelischen Zuwendung, die wir versuchen, ihr zu geben.

Sie wagt es nicht, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, wir haben sie gefragt, sie will nicht. Sie hat Angst, den letzten Kontakt zu den Enkelkindern zu verlieren, die dann, stände bei ihr ein Baum, wohl Besuchsverbot bekämen.

Dass die Zeugen rechtlich der Katholischen und der Protestantischen Kirche und den Jüdischen Gemeinden und einigen anderen gleichgestellt sind, ist der reine Hohn. Wer das verbrochen hat, gehört abgewählt.

Charles [03.01.2008]
04
Kann ich nicht.

Dieses schmutzige System der Menschenabstumpfung, diese elitär ausgerichtete Abrichtungsmaschinerie der Wachtturm-Gesellschaft, dieses psychische Joch durch dämonischen Einfluss und ganz menschlichen Stolz auf das "Bessere" ist so mächtig, dass das Einzelschicksal wie ein Sandkorn einmal aus dem Blick verloren, nicht mehr zu retten ist.

So blöd, wie dieser Satz schon klingt, so blöd ist es, diese Thematik systematisch angehen zu wollen. Dagegen gibt es keinen Leitfaden. Das Ding ist keine Krankheit, auch keine Geisteskrankheit. Es ist der perfekte Menschenschredder. Und eine der höchst infamen Eigenheiten dieser Zerstörungsorgie ist, dass Menschen wie du und ich daneben stehen und in jedem Detail den Untergang dieser Menschen und derer, die damit verbunden sind, mitansehen müssen.

Dass das staatliche Rechtssystem mit dieser Einrichtung des Bösen nicht umgehen kann, ist ein weiterer Sieg dessen, der mit ihr gegen Jesus vorgeht. Die moderne Welt ist so konsequent auf das Diesseits eingestellt, dass Satan absolut freie Hand hat, sich diejenigen zu schnappen, die Opfer ihrer eigenen hochtrabend stolzlüsternen Eltern sind.

Aus keinem anderen Grund als aus meiner eigenen Machtlosigkeit gegenüber dieser Verführung und Unterdrückung mache ich diese Webseite. Wenn ich dieses Ventil nicht hätte, wäre das letzte Jahr wahrscheinlich anders verlaufen. Diese Webseite ist der Ausgleich für das, was ich an meiner Freundin mitansehen muss.

Die gesellschaftliche Stellung des guten, unbescholtenen Bürgers ist das Zentrum des "gegenwärtigen Systems der Dinge". Und dennoch wirbt der Wachtturm am intensivsten damit, dass das Königreich Jehovas genau diese selbstzufriedene Bürgerlichkeit auf ewig ermöglicht. Das ist der innere Widerspruch, der von außen kaum erkennbar, die gutbürgerlichen Gemüter verführt.

Wie früher die bessere Gesellschaft sich gegenüber dem Pöbel abschottete, reiten die Zeugen Jehovas auf der Religion des "Vernünftigen". Die damit verbundene Entmenschlichung und Vernichtung des eigenen Lebens sehen sie als Vorzug, um die angedrohten Vernichtungsfeldzüge des Wachtturm zu überleben. Und wer selbst nicht leben darf, gönnt dies erst recht nicht seinen Kindern.

Ich vermute, dass von staatlicher Seite keine Hilfe kommen wird. Eher wird sich die Schlinge noch weiter zuziehen, so dass Deine und meine Leiden noch vergrößert werden. Daran knüpfe ich aber auch die Hoffnung, dass immer mehr echte Christen den Mut und die Kraft finden, in Gesprächen und Diskussionen das Maul aufzumachen.

Du wirst diese Kinder nicht retten können. Ich liebe eine Zeugin Jehovas und sie liebt mich. Bisher ergab das nur Leid und Leid und Leid und Leid und Schmerzen und Heulen und sonst nichts. Der Wein, den ich Dir einschenken muss, ist bitter. Aber ich vermute, dass Dir das klar war.

Rüdiger Hentschel [03.01.2008]
05
Nun Charles, Rüdiger,

nach der Schilderung der Situation, die bei Charles vorherrscht, kann ich die fehlende "Zuwendung" durch die ZJ absolut nachvollziehen. Die ZJ-Mitglieder dieser Familie funktioniern - leider - einwandfrei! Es ist eine Zermürbungstaktik, die da abgezogen wird (leider nicht im Kontext mit WTG-Geschreibsel, aber das sehen wir gleich ...). Jeder Ungläubige oder gar "feindselig" gegenüber der WTG-Lehre eingestellte Mensch wird nach allen Regeln der Kunst am langen Arm verhungern gelassen.

Wenn Rüdiger es möchte, arbeite ich das Thema mal als eigene Rubrik ab, damit man mal sieht, wie die WTG ihre Mitglieder isoliert und nach außen hin selbst für ungläubige Familienangehörige unempfänglich macht und gefühlsmäßig abstumpft.

Leider herrscht die gespielte Liebe nur "in der Christenversammlung", was dem hilfsbedürftigen Menschen zu Hause nichts bringt.

Das System WTG ist derart widerlich, dass ich nicht verstehe, wie die Gerichte diesem Monster den Status einer Kirche geben konnte! Die gekauften und erzwungenen Aussagen aller Zeugen in dem Prozess waren derart konstruiert und abgekatert, dass man da eigentlich hätte hintersteigen müssen. Dieses menschenfeindliche und menschenverachtende Regime hat damit uneingeschränkte "Hohheitsgewalt" mit staatlicher Unterstützung und Billigung erhalten, was definitiv der falsche Weg ist. Es ist für die "leitende Körperschaft" ein Freibrief in Deutschland, ihre totalitären Pfeiler um Längen auszubauen und die Zuwendungen des "scharlachfarbenen Tieres" bis zum letzten Quäntchen auszukosten!

Es ist eine Farce, aber das lieber Charles, hilft dir in deiner momentanen Situation nicht - genauso wenig deinen hilfsbedürftigen Angehörigen. Einen Rat, den ich dir geben kann, ist, deine ZJ-Angehörigen mit Jesus konfrontieren, der ebenfalls "ungläubige Verwandte" hatte, die er eben nicht links liegen lies! Ich erlaube mir hier die "Weisung" der WTG zu zitieren (sorry Rüdiger, aber geht nicht anders!):

*** w03 15. 12. S. 8 Von Jesu menschlichen Verwandten lernen ***

Jesu Brüder glaubten offenbar erst nach seinem Tod an ihn. Es war wohl kein Zufall, dass sie nicht dabei waren, als Jesus am [yyyyyyyyyyy - Indianerbegriff geändert in:] Kreuz starb, und er seine Mutter dem Apostel Johannes anvertrauen musste. Die Angehörigen Jesu zeigten, dass sie ihn nicht achteten, ja bei einer Gelegenheit sagten sie sogar, er sei "von Sinnen" (Markus 3:21). Jesus hatte also ungläubige Familienangehörige. Wer heute Ungläubige in seiner Familie hat, kann sich daher darauf verlassen, dass Jesus versteht, wie er empfindet, wenn Verwandte ihn wegen seines Glaubens verspotten.

Nach Jesu Auferstehung begannen jedoch seine Brüder offensichtlich, an ihn zu glauben. Sie gehörten zu der Gruppe, die sich vor Pfingsten 33 u. Z. in Jerusalem versammelte und zusammen mit den Aposteln inbrünstig betete (Apostelgeschichte 1:14). Allem Anschein nach veranlasste sie die Auferstehung ihres Halbbruders zu diesem Sinneswandel, der so weit ging, dass sie seine Jünger wurden. Bei Verwandten, die unseren Glauben nicht teilen, sollten wir die Hoffnung also nie aufgeben.

************

Konfrontiere die ZJ-Mitglieder mit diesem Stoff und sage ihnen ganz eindeutig, dass sie damit gegen biblische Gebote verstoßen, sowie Jesu Gebot "seinen Nächsten lieben wie sich selbst" - auch wenn er ungläubig ist! Zeit für Ungläubige bringen sie ja monatlich haufenweise im Predigtdienst auf, also warum nicht in der Familie? Halte ihnen ebenfalls das hier vor und sage ganz eindeutig, das sie dagegen verstoßen:

*** w98 1. 12. S. 17 Abs. 15 Unseren Glauben verteidigen ***

Die Bibel zeigt, daß Christen ungläubige Familienangehörige mit Liebe und Respekt behandeln müssen, und die Zeugen bemühen sich, diese Anweisung zu befolgen (1. Korinther 7:12-16; 1. Petrus 3:1-4).

************

Du kannst die ZJ leider nur mit ihren eigenen Waffen schlagen, da sie für alles andere "unempfänglich" sind! Ich hoffe, das hilft dir einen kleinen Schritt weiter!

Der Bekehrte aus Bayern [04.01.2008]
06
Hallo Der Bekehrte aus Bayern, du kommst rüber wie einer, der daran glaubt, dass Wachtturmregeln etwas Gutes verursachen könnten. Das kannste getrost vergessen. Die Wachtturm-Manipulation ist auf Zerstörung ausgerichtet. Da helfen auch keine isolierten Teile davon.

Es ist sicherlich okay, wenn du deine Erfahrungen und Einblicke themenbezogen aufschreibst. Da können wir ne ganze Latte Seiten machen, die aufklären. Doch mach dir klar, dass Wachtturm-Fragmente keinen Segen haben. Sie sind wie das Kühlwasser im Motoröl. Ab einer gewissen Menge ist der Motorschaden vorprogrammiert.

Die Ausweglosigkeit im Bezug auf die hier angesprochene Entmenschlichung durch die Wirkung des Wachtturm mildert dein Ratschlag nicht. Ich glaube, dass noch viel Schweiß, Tränen und Herzblut dahingehen, bis das anders werden kann. Wenn überhaupt.

Rüdiger [04.01.2008]
07
Die Situation, besser das Dilemma, ist gut erkannt! Jeder mit dem Giftschlauch am Mund wird, wenn er seinen Blick Dir zuwenden kann, Dich zwar sehen, aber nicht hören, denn er hört nur das Rauschen des Giftflusses, der in seinen Körper strömt. Oder anders: Solange man (WTG) ihm die Plastiktüte über den Kopf gestülpt hält, wird er zwar mit angsterfüllten Augen dich sehen, aber nicht hören können, weil er gegen seinen Tod ankämpft - so glaubt er. Er hört ja ständig, wer nicht genug tut, kommt in den Feuersee oder wird in Harmagedon vernichtet. So kämpft er verzweifelt, bis er vor Jesus stirbt, weil er ihn nicht angenommen hat oder nicht erkannt hat, weil er glaubte, der Wachtturm sei der Herr!

Nur wenn der Zeuge von selbst die frohe Botschaft als Rettung annimmt, ist er in der Lage, die Lüge zu erkennen. Das einzige, was Christen oder Zeugen Christi (Apg.1;8) tun können, ist dem Zeugen richtiges Grünfutter vor die Nase zu halten, und das immer wieder! Vielleicht kommt er dann von dem tötlichen Chemikalienfraß los und die Speise oder Wasser des Lebens Jesu Christi rettet ihn.

Zu dieser Problematik der ständigen Berieselung oder besser Gehirnwäsche gibt es übrigens genügend wissenschaftliche Literatur, eine gute Erklärung zeigt das Buch von William Sargant "Der Kampf um die Seele" auf. Zumindest einen Menschen, den ich kenne, hat die Erkenntnis daraus zu einem Schritt veranlasst, von der Berieselung wegzukommen: Er ist einfach nicht mehr hingegangen! Der nächste Schritt von ihm war, Jesus in sein Herz zu lassen!!! Soweit stimme ich Rüdiger ebenfalls zu, dass vom Staat nichts kommen wird vorerst, denn "die Welt liegt in der Hand dessen, der böse ist", nämlich Satans.

Rudolf (d.S.) [04.01.2008]

PS: "Bei Verwandten, die unseren Glauben nicht teilen, sollten wir die Hoffnung also nie aufgeben."

Dieser Satz erinnert mich so stark an die Aussage des WT, bezugnehmend auf die "Ungläubigen" Verwandten von ZJ, die man ja durch Werke etc. später vielleicht noch in die Sekte locken kann. - Nein Der Bekehrte aus Bayern, so geht das bestimmt nicht, nicht in diesem Sinne!!!
08
Nun, da hast du uneingeschränkt Recht Rüdiger! Nur leider kannst du einen Zeugen nicht mit eigenen "Weisheiten" beeindrucken oder im Handeln ändern, das weißt du selber nur zu gut! Da bleibt nur die Möglichkeit, ihm seine eigenen Lehren vorzuhalten und sein Versagen aufzuzeigen. Das ist den Satan mit dem Belzebub ausgetrieben, klar, aber es war eine Option, die bestand, um Charles wenigstens einen Weg zu zeigen, diese Sekten-Brut zur Räson zu bringen.

Aber vielleicht kannst du ihm ja einen effektiveren Weg zeigen? Dass Jesus der Ausweg ist, ist auch klar - nur hilft das in der oben geschilderten Situation jetzt leider nicht viel! Was alles nicht geht, wissen wir, doch wie kommt man denen jetzt bei? Es dürfen konstruktive Vorschläge gemacht werden, die Charles und seiner Familie helfen!

Der Bekehrte aus Bayern [04.01.2008]
09
Hallo Rudolf, Der Bekehrte aus Bayern konnte deinen Einwand nicht mehr vor seiner Antwort lesen. So meint er auch dich mit dem uneingeschränkten Rechthaben.

Hallo Der Bekehrte aus Bayern, wenn schon eine 30-jährige erwachsene gesunde intelligente Frau den Bezug zur Realität in vollkommener Weise aufgegeben hat, weil das für sie die große Treueleistung gegenüber dem Wachtturm darstellt, dann dürfen wir getrost davon ausgehen, dass Hilfe von menschlicher Seite nicht möglich ist. Zumal diese Frau bedeutend mehr Grund und Infos hatte, um sich selbstständig um eine Ansicht zu bemühen. Sie hat ja bewiesen, dass der Gefangene im Geistesknast selbst den Schlüssel in der Hand hat. Nur - er glaubt daran, in diesem Knast das wahre Leben zu finden. Darin hat er dann den Schlüssel nicht mehr.

So beginnt die Sünde des Wachtturm erst da, wo er durch Vernichtungs- drohungen Menschen in Schach hält. Gegen diese Schandtat kann nur Jesus helfen. (Glaube ich!) Jedenfalls erachte ich deine Bekehrung als große und außergewöhnliche Gnade. Sie hängt aber auch von deiner inneren Haltung ab, die du immer hattest, wie ich weiß. Du hast mir erzählt, dass du immer alles hinterfragt und abgecheckt hast, was dir angetragen wurde. Das ist Suche nach Wahrheit. Und diese Suche nach Wahrheit ist die Suche nach Jesus. Denn Jesus ist die Wahrheit.

Die Zeugen Jehovas haben "aus gutem Wachtturm-Grund" die Suche nach der Wahrheit aufgegeben und sind nur noch bestrebt, noch tiefer in die Wachtturm- Wahrheit einzutauchen. Sie sind Leute, die grob die Richtung angezeigt bekommen haben, ins Wasser gesprungen sind und schwimmend den Ozean überqueren wollen. Da lohnt sich der Blick nach hinten nicht. Da gilt ganz schlicht: Wer sich umschaut, hat verloren.

Unter diesem Blickwinkel lohnt sich in meinen Augen nicht die Rücksichtnahme auf die Kinder. Ich hätte an seiner Stelle erst dann Ruhe, wenn ich mich auf die Straße stellen würde und den Leuten durchs verschlossene Fenster zurufen würde: Jesus ist Gott! Das würde ich jeden Tag machen. Hört sich blöde an. Aber das ist das, was ich machen würde. Bis die Polizei kommt. (Vielleicht nicht ganz so einseitig, aber ich würde die Konfronation suchen und sie so öffentlich wie möglich zelebrieren.)

Rüdiger [05.01.2008]
10
Hallo Rüdiger,

unter diesem Aspekt, den du beschreibst, ist es wie mit Zahnstochern gegen Windmühlen ankommen zu wollen.

Letztlich muss es jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie er der WTG den Rücken kehrt. Leider haben Kinder nicht die Wahl und sind die größten Opfer dieses Sekten-Systems. Also bleibt uns nichts anderes als auf Jesus zu warten und ihm alles zu überlassen.

Der Bekehrte aus Bayern [05.01.2007]
11
Hallo,

ich bin erschreckt, wenn ich das lese. Bin von meiner Oma im Glauben der Zeugen Jehovas erzogen worden. Gleichzeitig bin ich von ihrem Mann sexuell missbraucht worden. Sie hat mir immer die Schuld zugeschoben. Man kann sich nicht vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man zwischen den beiden schlafen muss und man immer missbraucht wird ... aber man ist schuld. Wie schlecht ich bin, dass die ewige Strafe mir droht. Mädchen würden Jungen und Männer provozieren. Also Schuld und Strafe und Tod. Als kleines Kind ist man schon verantwortlich, wenn man Zuneigung und Liebe bekommt, eine kranke Liebe. Nach meiner zweiten Ehe habe ich den Glauben völlig verloren. Ich dachte immer, Jehova sieht alles, er weiß, dass ich nicht die Schuldige bin. Ich habe ihm völlig den Rücken gekehrt und bin ehrenamtlich im Opferschutz tätig.

Da bin ich völlig drin aufgegangen, da ich auch die psychologische Grundausbildung bekommen habe.

Und in Harmagedon wird man getötet.

Als 8-Jährige wurde ich von meinen leiblichen Vater vergewaltigt. Sie hat nicht auf mich auf gepasst. Ich lebte doch bei ihr. Noch heute, wo ich 43 Jahre alt bin, habe ich Alpträume, aber ich wäre ja Schuld gewesen, denn Männer können ja nicht anders. Kinder sind ja so schlimm und sexuell.

Ich habe mich mit 17 Jahren taufen lassen. Wollte doch ohne Schuld sein. Mit 19 habe ich geheiratet. Einen Zeugen. Hatte schon eine uneheliche Tochter. Nach der Trennung ist herausgekommen, dass er meine Tochter sexuell missbraucht hat. Konnte sich super rausreden. Weltlich. Erinnerungen. Hat damit nichts zu tun.

Was für ein Drama.

Meine Tochter leidet sehr, obwohl sie glauben hat. Ich bin weggegangen. Mein zweiter Mann, ein Zeuge, gewalttätig, hat mich fast umgebracht. Schnelle Scheidung, bleibe dann lieber alleine. Will ja hier nicht so ohne weiteres anführen, dass ich danach immer Panikattaken hatte. Aber wurde ja immer angeführt, dass ich wohl schlechte Kindheitserlebnisse hatte ...

Was für ein Drama.

Ich habe immer an Jehova geglaubt. Aber ich wurde mit meinen natürlichen kindlichen Bedürfnissen als schlecht, übermäßig sexuell, verwerflich betrachtet.

Heute ...

Meine Tochter ist suchtkrank ... hat mit ihrer Sexualität Probleme. Sie ist kaufsüchtig, kann nicht alleine bleiben, ist leider völlig verschuldet.

Ich mach mir so Sorgen um meine kleine. Ich liebe sie sehr. Eine superliebe Tochter. Aber ich konnte sie leider nicht beschützen, ich habe Schuldgefühle.

Was ist das für ein Leben. Ich habe den Absprung geschafft. Führe mein Leben. War für meine Stadt sehr erfolgreich. Aber konnte meinem Kind nichts besseres bieten, weil ich den Zeugen vertraut habe.

Wie sehr hätte ich meine kleine, 24 Jahre, beschützt vor dem Mist. Wie soll man das jemandem erklären. Kinder von Ältesten können sich alles erlauben, werden nie strafrechtlich belangt.

Ich würde mich freuen, einige Zuschriften zu bekommen, denn ich glaube, dass viele sowas erlebt haben. Aber ich muss leider ne Phantasieadresse angeben wegen rechtlicher Folgen.

baby sun [03.04.2008]
12
Eine gute Adresse zum Lesen und Kontakte finden:
www.sektenausstieg.net auch unter infolink und dort z.B. silentlambs.

Hier auf der Seite sind die Probleme der Gäste anderer Natur, wie du schon gelesen hast, baby sun, oder es sind Leser darunter, die bisher noch nicht den Mut hatten, was dazu zu schreiben.

Ist schon wirklich tragisch, was da so alles in dieser Sekte passiert und noch schlimmer, wie es vertuscht wird, so dass geradezu ermuntert wird zum Weitermachen.

Viele herzliche Grüße an euch zwei, wir beten und bitten zu Jesus für euch in unserer neuen freikirchlichen Gemeinde mit allen Geschwistern, dass der Herr Jesus euren Sinn und euer Herz stärken möchte!

Rudolf [05.04.2008]
13
Ich lese immer die Zeugen müßten 5 mal in der Woche die Versammlung besuchen, was für ein Quatsch! Ich bin selber mit den Glauben aufgewachsen, zu mindest zeitweise u kann mich nur immer an 2 mal die Woche erinneren. Meine Eltern ließen sich scheiden u meine Schwester wuchs dann bei echten Zeugen auf, bei denen ich kurzzeitig auch war u ich muß sagen: "Die Zeit mit Ihnen war eine Wohltat u friedlich u Harmonisch, ganz anders als in meinen Elternhaus! Dort war es alles andere als schön, ich durfte zwar viel mehr als bei den Zeugen, aber war ich dort glücklich? Ganz sicher nicht, ich bereue den Tag als ich mich für meine Eltern entschieden haben, aus Angst u nicht mit meiner Schwester fort ging, eben zu den Zeugen!" Heute ist mein Leben im Arsch, denn schon als Kind mußte ich allein klar kommen, vor diesen Schicksal wäre ich bewahrt worden, durch die Zeugen ...

Schon komisch das sich Leute hier als ehemalige Zeugen bezeichnen u noch nicht mal Wissen, wie oft die Zeugen in die Versammlung gehen. Nicht sehr Vertrauenswürdig, wie der bekehrte aus Bayern usw ... Kann es sein das die Kommentare selbst geschrieben wurden? Vielleicht von einen der die Zeugen Jehovas nicht kennt, oder eine Rechnung mit ihnen offen hat?

Falls jetzt wieder kommt, ich sei ein Zeuge, dazu kann ich nur sagen: "Ich bin weder Zeuge noch Christ!" Aber diesen Scheiß, den man hier liest, das paßt doch auf keiner Kuhhaut!

Zweifeller an euren Glauben [02.11.2010]
14
Fünf mal die Woche Zusammenkunft. Es ist richtig, dass dies keine buchstäblichen Tage zu dieser Zeit waren. Vormals teilte es sich auf in: Öffentlicher Vortrag, WT-Studium, Predigtdienst-Schule, Dienstzusammenkunft, Buchstudium (heute nicht mehr), Predigtdienst-Treffpunkt (zb. am WE). Zusammengefasst waren: Öffentlicher Vortrag/WT-Studium, PD-Schule/Dienstzusammenkunft, Buchstudium, PD-Treffpunkt (je Bedarf). Das waren vormals vier Tagestermine/plus-minus PD-Treffpunkt.

Da das Buchstudium heute in den Bereich PD-Schule etc. integriert ist, sind es heute, als Mindestprogramm: 3 buchstäbliche Tages-Termine (inkl.ggf. Treffpunkt). Zwischenzeitliche Kongresse entsprechend der Terminierung. Somit ist dieses Thema geklärt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie gewisse "Partei-Ergreifende" sich über, den zugegebenen, zeitweise rauheren Ton hier beschweren, substantiell jedoch wenig zur Thematik beitragen, jedoch mit einer "ausgefeilten Fäkal-Sprache" auffallen. Von Scheisse über säuisch, schwul, etc. findet man so ziemlich alles, was eben in erster Linie von den "Zeugen-Partei-Egreifenden" hier als besonderer Ausdruck der "Stärke", "Kompetenz" und "Schlagfertigkeit" demonstriert wird. Möglich ist, dass es sich hier besonders um die "Schafe" handelt, welche im Rahmen ihrer Zusammenkünfte als besonders "schaf-ähnlich" ihren Glaubens-Brüdern und Schwestern gegenüber erscheinen, andernorts jedoch genauso, wie sie es hier anprangern, und gerade hier ihrem Innersten freien Lauf lassen. Somit das Gegenteil darstellen, als was sie sich sonst ausgeben, oder zu ausgeben wünschen.

Ich betone nochmal: Es geht hier in der Tat manchmal rauher zu. Darüber kann man auch geteilter Meinung sein. Wo tiefgreifende Emotionen zweier Seiten aufeinandertreffen, ist das nichts Neues. Das war unter den Jüngern Jesu und auch den Aposteln zum Teil so. Zweifler am Glauben lesen hierzu das NT von Anfang bis Ende. (Inkl. der Offenbarung, mit dem "nachdenklichen Johannes").

Die "unreine" Sprache wäre, am falschen Platz geäußert, der Anlaß für ein Rechtskommitee oder eine Zurechtweisung. Andererseits: Schafähnlichkeit propagieren, in der Realität jedoch ganz anders handeln. Allerdings: Es gibt auch wirklich aufrichtige "Schafe", das darf hier nicht unerwähnt bleiben. Der oben genannten Verkündiger-Spezies jedoch, die an der Haustüre, bei einem Wohnungsinhaber auf verbalen Gegenwind stößt, sollte somit, so wie hier auch, doch dann dem Wohnungsinhaber konsequenterweise entgegen schmettern: "Den Schei...., den sie hier erzählen, passt doch auf keine Kuhhaut!"

Wieder ein anderer ehrlicher Verkündiger würde vielleicht sagen: "Das ist alles schwul hier", oder wenn dieser auf einen Advents-Kranz an der Wohnungstüre trifft: "Lassen Sie doch diesen Dreck sein!" Das ist eine Möglichkeit der Konsequenz.

Rüdiger Hentschel hat sich hier des öfteren für manche rauhere Aussage entschuldigt. Das ist "Größe", wenn sich der Betreiber der Seite unter seinem Real-Namen öffentlich entschuldigt. Für die "Fäkal-Sprecher" zur Nachahmung empfohlen. Wann hat der "Verkündiger" in seinen Publikationen das letzte Mal eine aufrichtig formulierte Entschuldigung für eine offensichtliche Falschinformation gelesen? ("Manche Brüder haben mehr hineingelesen als ...)

So mancher könnte damit aus seiner Krise gerettet werden. Jedoch nur vielleicht. Eine andere Möglichkeit ist, dass so mancher hier auftretende "Fäkal-Kommentator", ... mehr hinein liest als ..." bei denen ist alles möglich, ... doch wir sagen das nicht ... (Insider kennen diese Satz-Kette).

"Ich bin weder Zeuge noch Christ" ... das merkt man ... das glaubt man dem Verfasser des Kommentares sofort ... bewundernswert.

Conorr [02.11.2010]
15
Zur Klarstellung, Genosse (Zweifeller [RH]): Bis vor einiger Zeit (vor ca. 2 Jahren) wurden in der Woche meist in Wohnungen, z.T. auch im Kö-saal ein Gruppenbuchstudium durchgeführt (4-12 Leute je Gruppe), Bücher "studiert", die die WTG herausgab, z.B. das Offenbarungsbuch. Dann gings freitags in die 2-stündige Zusammenkunft, die "Theokratische Predigtdienstschule", gefolgt von der "Dienstzusammenkunft". Gerade für "Anfänger" war es noch offen, ob nur zur ersten oder zu allen beiden ... Und schließlich Sonntag: 2 Zusammenkünfte: Der öfentliche Vortrag, auch für die Allgemeinheit gedacht, und anschließend Nummer Zwei: das berüchtigte Wachtturmstudium!

Also, wenn du zählen kannst, sind das nach Adam Riese 5 an der Zahl.

Rudolf, der "Abtrünnige" [02.11.2010]
16
Gewalt an Kindern so wie mir selbst habe ich auch durch die Zeugen erfahren. Als Zappelphillip bekam ich fast jeden Sonntag auf der Toilette eine Tracht Prügel. Da ich keine 2 Stunden stillsitzen konnte. Einmahl kam währenddessen ein Ältester dazu und zitierte (beim Pinkeln) Bibelverse über die Züchtigung. Ein anderer Ältester gab mir immer die Hand, drückte solange zu, bis ich in die Knie ging. Er wollte mir Demut vermitteln. Als ich ihm die Hand verweigerte, zwang mich mein Vater, dies doch zu tun.

Eines Sonntags vor dem Bezirks-Kongress sollte ich für Vater eine Bildzeitung und einen Kräuterschnaps kaufen gehen. (War so abgesprochen mit der Kiosk Besitzerin.) Auf dem Weg dahin wurde ich von einigen Schulkameraden überfallen, die 5 Mark wurden mir weggenommen, ich ging mit blauem Auge und blutiger Lippe nach Hause. Da bekam ich es dann mit dem Rohrstock. Wegen meines geschändeten Aussehens. Musste dann erzählen, ich hätte einen Unfall gehabt. (Aber du sollst ja nicht lügen.)

Bei einem Kongress wollte ich einem anderen Jungen das Schach-Spielen beibringen. Ein Aufseher hat das Spiel zertreten. Ich wurde wütend; weil es doch nur ein Spiel ist. Ich bekam eine Ohrfeige, dass ich umfiel. Er stellte meinen Vater zur Rede wegen diesem Kriegsspiel. Der gab dem Aufseher Recht. Zuhause dann Rohrstock. Von anderen Sanktionen ganz zu schweigen. Ich könnte endlos weiter aufzählen.

Ein anderes Kind wurde, auch wegen Zappeln, immer heftig auf den Hinterkopf geschlagen. Vor allen Brüdern und Schwestern. Sein Vater wurde gebeten, dies doch nicht so öffentlich zu tun. Der Junge verstarb mit 19 an Gehirntumoren. Ich kenne sonst keine Soziale Gemeinschaft, die so grausam ist. Ein Gemeinschafts-Ausschluss eines mir Bekanten führte zum Selbstmord.

Ich selber bin ein seelisches Wrack, Soziophobiker, mit freundlicher Fassade.

Diese sadistische Bande gehört verboten. Nach einigen Therapien kann ich endlich darüber reden. Und das tue ich, wann immer es geht.

Judas der Verräter [24.08.2011]
17
Auch ich kannte jemanden, der wegen Gemeinschafts-Ausschluss Selbstmord begann. Er war als Kind in dieser Sekte aufgewachsen. Sein Vater war Ältester, er das einzigste Kind.

Ohne Namensangabe [25.08.2011]
Naja, das tut nicht gut, wenn solche Dinge wie Gerüchte daherkommen. Allerdings ist die Sache in sich schon nachvollziehbar. Gemeinschaftsentzug ist schwerwiegender als Arbeitslosigkeit und Einsamkeit zusammen. [RH]
18
Nun gut es gab auch regelrecht antiautoritäre Eltern unter Zeugen. Die meisten Familien waren patriarchisch autoritär. Allen Kindern gemein war jedoch das sie spätestens nach dem lesen lernen behandelt wurden wie kleine Erwachsene. Eingebunden in Vorführung und ständige Aufforderungen sich am Thema zu beteiligen. Oder Vorträge zu halten Vater war derzeit (60er 70iger Jahre) Ältester so lag druck auf ihn, das seine Söhne echte Vorbilder zu sein hatten.

Ab dem 4ten Schuljahr musste ich dann in den Predigtdienst. Habe immer gehofft dass wir Keinen Klassen Kameraden begegnen. Sonst gab es Pausenhofschelte von den anderen Christen ... Auf jedenfall haben alle, auch die sanfteren Gemüter dies beobachten können. Doch eine Aufforderung zur Mäßigung autoritärer Praktiken, wurde mit Zitaten, aus dem alten Testament gerechtfertigt.

Somit gaben Kritiker klein bei. Wird schon nicht so schlimm sein. Ich kann guten Gewissens allen Ausführungen des Bekehrten aus Bayern zustimmen

Wer nach Jesu Worten lebt tut dies gewaltfrei. bescheiden ohne anderen zu schaden. Jesu ist gekommen um mit diesen Gewalttaten aus dem alten Testament Abzuschließen, ihnen ein Ende zu bereiten. Er teilte auch mit das Gott sich aus Menschlichen Dingen heraushält.

Judas der Verräter [26.08.2011]
19
Wenn Menschen das Alte Testament instrumentalisieren, indem sie es als Rechtfertigung für ihre Menschenquälerei missbrauchen, rechtfertigt das nicht, die menschlichen Gewalttaten als aus dem Alten Testament herrührend zu bezeichnen. Sie rühren nicht aus dem Alten Testament, sondern allein aus uns Menschen.

Wo steht, dass Jesus mitgeteilt hätte, dass Gott sich aus menschlichen Dingen heraushält? Im Wachtturm? In der Bibel kann ich es jedenfalls nicht finden.

Rüdiger [26.08.2011]
20
Rüdiger

Nun dann ist da bei mir wohl etwas hängengeblieben. Aber in welcher art hat er den eingegriffen? Ich habe mich im 17ten Lebensjahr von der Bibel getrennt. Schlage nur noch selten etwas nach. Bin also nicht mehr sehr Bibelfest

Die Gleichheits- und Liebe deinen nächsten Philosophie Jesu hat sich leider in keiner der Religionen welche einen Kult um ihn machen durchgesetzt. In meinen Augen hat das Christentum versagt. Christen betreiben Zinswucher oder gehen darauf ein (Aktien Kredite). Sie zerstören die Schöpfung (Fabriken, Atomkraftwerke, Gebrauch von KFZ) Sie beteiligen sich an Kriegen. Einige berufen sich sogar auf Gott (J.W.Bush)

Ich sehe die Religionen als Menschen gemacht. Teils Politisch. Wichtig sind mir lediglich einige Gebote und aussagen diverser Religionsstifter. Frei nach Jesu nehme das gute und lasse das schlechte. Oder nach Zarathustra denke gutes, rede gutes, tue gutes. Ich Morde nicht nehme keinem etwas weg und bin immer bemüht niemandem zu schaden. Helfe meinen Mitmenschen frage nicht nach Herkunft oder Vorteil. Wen ich Göttliches sehen will gehe ich in den Wald. Das bringt mich Gott näher als es irgendeine Komplizierte Religion tun kann. Biss Heute wurden alle "Heiligen Schriften" von Klerikern missbraucht was mir zeigt das keine dieser Schriften ausgereift ist. Und dass kann nicht der willen Gottes sein.

Judas [26.08.2011]
21
Das Eingreifen Gottes hat einen Namen: Jesus Christus. Wir Menschen lassen uns gerne aufschwatzen, dass Jesus nicht so wichtig ist, doch er ist der Eckstein. Wenn Du Dich auf Jesus einlässt, erlebst Du Gott. Wenn Dir Jesus nicht so wichtig ist, gehst Du an dem bindenden Angebot Gottes vorbei und darfst Dich dann nicht wundern, wenn Du den Glauben nur noch als Philosophie und die Bibel als unvollkommen sehen kannst.

Wenn Du fragst, wie hat Gott eingriffen, wie greift er heute ein, und dann Jesus als zweitrangig einschätzt, dann kann Dir niemand helfen. Denn dann schwingen die Lehren der Zeugen Jehovas noch in Dir nach und Du bist chancenlos von Jesus getrennt. Wenn Du ihm aber erlaubst, die Trennung zwischen Dir und ihm aufzuheben, dann erlebst Du Gott.

Rüdiger [26.08.2011]
22
Rüdiger

Wenn ich mich auf diesem Niveau, unterhalten möchte.

Kann ich auch die Zeugen ins Haus lassen.

Bist du sicher das du das so sagen möchtest?

Judas [26.08.2011]
23
Die Zeugen Jehovas behaupten das Gegenteil von dem, was ich aussage. Mein Zeugnis ist für Jesus. Das Zeugnis der Zeugen Jehovas ist für Jehova. Wenn Du den Jehovaismus mit dem Christsein gleichstellst, dann bist Du selbst antichristlich unterwegs. Verstehen kann ich das gut. Wer einmal mit dem Jehovaismus infiziert worden ist, wird auch als Abtrünniger nicht mehr aus der Geringschätzung Jesu herauskommen.

Es sei denn, er nimmt Jesus als seinen Herrn an.

Rüdiger [26.08.2011]
24
Eine Aussteigerin schreibt im CM-Kurier, die mit 17 Jahren in die Fänge der Wachtturm-Gesellschaft geriet und erst nach vielen Jahren es schaffte, sich zu befreien. Sie schrieb, daß sie allerschlimmsten Haß und Verfolgung durch ihre ehemaligen Glaubensgeschwister hilflos ausgeliefert war. Sie forschte in der Geschichte der Gründerjahre der Wachtturm-Gesellschaft nach und wurde fündig:

In der Ausgabe vom 15.12.1928 erklärt der "Wachtturm":

"Wir haben von Anfang an - in der Tat - doch tatsächlich Gott mit dem Teufel verwechselt ... Wir waren nur vom Teufel belehrt! Jener lachte noch über alle Bibelforscher - die haben alles mit Haut und Haaren geschluckt! Ja, wir haben nur vom Teufel Gelehrtes gepredigt ... müssen alles wegwerfen, weit, weit von uns werfen!"

Nachzulesen in: "Kurier der Christlichen Mitte", Juni 2012 - Nr. 6

Sonntagskind [03.06.2012]
Hallo Sonntagskind, die Technik des nahenden neuen Lichts musste in der Tat schon sehr früh eingeführt werden, auch wenn sie damals noch nicht so genannt wurde. Das ist das Schicksal des Menschen, wenn er Gottes Wort entschlüsseln will, ohne den Herrn und Meister selbst zu fragen. Wie zur ewigen Verdammnis ist Jeohvas Zeugen denn auch bei Verlust des Lebens verboten, Jesus anzusprechen. Wer ihn - wie Jehovas Zeugen - nicht um Führung und Erkenntnis bitten kann, muss an der Bibel kläglich scheitern.

Ich habe zwar das Zitat aus dem oben benannten Wachtturm nicht finden können, doch ist in diesem Wachtturm tatsächlich die Rede von einem Irrtum, der mit der Sphinx zusammenhängt. Mögen die Leute, die sich dafür interessieren, selber googeln. Ich interessiere mich eher für das heutige System Jehovas und seine tödlichen Auswirkungen. [RH]
25
Hallo Sonntagskind;

ich hab mir mal die Webseite der "Christlichen Mitte" angesehen und finde einiges dubios. Es scheint eine pseudo-bibeltreue Katholiken-Seite zu sein ... um es freundlich zu formulieren ...

Gruss

Teetrinker [04.06.2012]
Wie schön, dass ich nicht alleine bin. [RH]

Fotos für Tablet oder Handy



Kommentar schreiben:
Name:   E-Mail: 
Bitte aktivieren Sie zum Absenden diese Checkbox und warten Sie einige Sekunden, bevor Sie auf "senden" klicken:
Ihr Kommentar erscheint auf dieser Seite spätestens nach 24 Stunden.
Warum werden nicht alle Kommentare veröffentlicht?
Erstellungsdatum: 30.12.2007 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten