Kongress der Jehovas Zeugen 2008

von E. F.

Kongressnotizen

Tote Fliegen verderben gute Salben (Prediger 10:1 [Luther])

Die diesjährige Kongressserie von Jehovas Zeugen nähert sich ihrem Ende. Der Jahreskongress - stets der Höhepunkt eines Jahres für jeden Zeugen - was hat er gebracht? Welchen Eindruck machte er auf unbefangene Beobachter?

Überzeugte Zeugen werden natürlich begeistert sein, wie über alles, was von ihrer leitenden Körperschaft kommt; nach Zeugenansicht ist ja der nächste Kongress immer der beste, weil es in der Theokratie - so nennen sie ihre religiösen Strukturen - nur Steigerungen gibt. Doch schauen wir auf einen kurzen Überblick.

Bei sachlicher Beurteilung des Programms kann man sagen, dass der Kongress, der unter dem Leitgedanken stand »Geleitet von Gottes Geist«, eine ganz normale, durchschnittliche Veranstaltung dieser Art war. Höhepunkte konnte man nicht erkennen, wenn man nicht, wie viele es tun, die Veröffentlichung neuer Produkte aus Brooklyn schon als Höhepunkte betrachtete. Der erste Tag brachte vormittags die übliche Eröffnungsansprache und den sogenannten Schlüsselvortrag, dazu eine Art von Symposium über die Wirksamkeit des Geistes Gottes in der antiken Zeit.

Der Nachmittag war besonders der Jugend gewidmet, die der leitenden Körperschaft anscheinend zunehmend Probleme bereitet. Sie scheint nicht mehr so fügsam zu sein, wie man das gern möchte. Darum gab es Ansprachen über den rechten Wandel und das rechte Verhalten junger Leute in Schule, Beruf, Familie, Versammlung, bei gesellschaftlichen Aktivitäten (Geselligkeit) und auch beim Alleinsein. Dazu wurde dann am Abend ein neues Buch speziell für Jugendliche herausgegeben; man kann am Inhalt ablesen, wo der leitenden Körperschaft "der Schuh drückt".

Von 38 Abschnitten befassen sich 8 mit Themen der Beziehung zwischen den Geschlechtern, aber zahlreiche andere befassen sich auch allgemein mit Freundschaften und ähnlichem, dazu Themen über Videospiele, moderne Musik, Geld usw. Viele dieser "Ratschläge" sind durchaus angebracht und diskutabel, es kommt dabei immer darauf an, wie sie umgesetzt werden. Junge Leute von heute lieben es nicht, wenn ihnen einfach gesagt wird, was sie zu tun haben; sie möchten reden, Dinge in Frage stellen, diskutieren dürfen.

Allerdings läuft das den zahlreichen Gehorsamsaufforderungen gegenüber dem so genannten, treuen und verständigen Sklaven zuwider, die noch näher benannt werden. Nochmals: Viele der Ratschläge sind - zumindest im Kern - angebracht und zeitgemäß; man könnte sie mit "guten Salben" vergleichen, deren Anwendung ja auch mit Bedacht und Überlegung erfolgen sollte.

Am dritten Tag - ich ziehe ihn hier vor, weil er gleichsam schon Kongressausklang ist - wurden am Vormittag die verschiedenen Aspekte der Frucht des Geistes nach Galater 5:22-23 besprochen, jede etwa innerhalb von 10 Minuten. Dann wurde der öffentliche Vortrag gehalten - zum ersten Mal vormittags; er tauschte seinen zeitlichen Platz mit dem üblichen Drama oder der szenischen Darstellung, vielleicht weil beim Vortag am Nachmittag die Kraft der körperlichen Ermüdung doch endlich bemerkt worden war, während am Nachmittag nach dem Drama und der Zusammenfassung des wöchentlichen Wachtturmartikels nur noch die Schlussansprache zu hören war.

Wie üblich waren die für die leitende Körperschaft wichtigsten Punkte dem Samstag vorbehalten. Natürlich ging es nicht ohne kräftige Betonung des Predigtdienstes; er ist ja das Markenzeichen der Organisation; und sie hat es auch verstanden, bei ihren Mitgliedern die Überzeugung zu wecken, dass ihre Predigtmethode - über die man ja diskutieren könnte - als die allein biblisch richtige, urchristliche, darzustellen und sie als unumgänglich für das Christsein einer Person anzusehen. Das ist zwar falsch, aber eben dennoch die Meinung der meisten Zeugen.

Dann kam die übliche Taufansprache. Da das Kongressthema mit dem Geist Gottes verbunden worden war, führte man dieses Mal wenigstens die Worte aus Matthäus 28:19 an. Dabei wurde die Taufe auf den Namen des Vaters und auf den Namen des Sohnes in höchstens jeweils zwei Sätzen abgetan, denn das war ja nicht das Motto; man sprach mehr über die Taufe im Namen des heiligen Geistes, was sie nach Auffassung des Sklaven bedeute, was der Geist von ihnen nun fordere, usw. Im Grunde aber keine neue Ausrichtung, keine Hinführung auf Christus, den Herrn, im Sinne von Römer 6:1-11, einem Text, der ja nach Zeugenlehre ohnehin nicht für alle Christen Geltung hat, sondern nur für eine Minderheit von 144000, für die so genannten Gesalbten.

Am Nachmittag wurde u.a. ein Symposium gehalten, wie man mit Hilfe des Geistes Gottes gegen Versuchungen, gegen Müdigkeit und Entmutigung, gegen Verfolgung, Gruppendruck und Gegnerschaft standhalten kann. Auch hier gab es viele Ratschläge, denen man zustimmen könnte, die - richtig umgesetzt - hilfreich sein könnten, sozusagen guten Salben vergleichbar. Allerdings wurde bei dem Thema Gruppendruck nur der Druck von außen erwähnt; der Gruppendruck von innen, innerhalb der Organisation, wird ja als nützlich angesehen.

Dann kam eine Ansprache mit dem Thema »Betrübt nicht Gottes Heiligen Geist«. Zuerst fand ich die Ansprache sehr des Anhörens wert. Es wurde im Gegensatz zu den vorherigen Programmpunkten viel von Jesus gesprochen - bei Jehovas Zeugen eher ungewöhnlich. Doch dann fiel mir auf, dass Jesus nur als Beispiel, als Vorbild erwähnt wurde; das ist er zwar, aber das ist viel zu wenig. Vorbild kann auch ein anderer Mensch sein durch seine Leistungen oder sein Verhalten; Jesus ist mehr, er ist Herr und Retter, Richter und Heiland.

Der Grund wurde mir sehr schnell klar: Seit im letzten Jahr das Kongressmotto sich auf die Nachfolge Jesu bezogen hatte, wird nun mehr von Jesus gesprochen, aber eben in eingeschränktem Sinn, als Beispiel und Vorbild, im Predigen, im Verhalten usw., aber dass er von Gott als das Zentrum der Guten Botschaft und als das Zentrum der Rettungsvorkehrung, als Herr und Autorität eingesetzt wurde, davon hört man nichts.

Der Redner erläuterte dann, wie man den Heiligen Geist betrüben könne; er erwähnte zum Beispiel den Zorn und verglich seine Schädlichkeit mit Bluthochdruck; als weitere Möglichkeit führte er die im Alltag und sogar in den Medien oft verrottete, faule Sprache an und verglich sie mit einem übel riechenden Atem. Dann wurden aber noch drei wichtige Möglichkeiten besprochen, wie der Geist betrübt werden könne, wobei die Reihenfolge bedeutsam war.

Zuerst durch Geschwätz; der Redner sagte, große Geister sprächen über Ideen, mittlere Geister über Ereignisse, kleine Geister aber über Geschwätz. Als nächster Punkt wurden Cliquen erwähnt, die es überall gäbe, in Schulen, an den Arbeitsplätzen, ja sogar in Versammlungen; dadurch würde Gottes Geist sehr betrübt, auch wenn es noch keine Sünde wider den heiligen Geist bedeute.

Zuletzt - und nach der Art der Darstellung der für den Redner und sicher auch für die leitende Körperschaft wichtigste Punkt - wurde gesagt, dass man den Geist sehr betrübe, wenn man Autoritäten gleichsam unterminiere durch Kritik, Widerspruch oder Ungehorsam. Dabei wurde herausragend die Autorität des Sklaven und seiner Vertreter erwähnt, genau genommen wurden nur diese Autoritäten erwähnt und besprochen. Als ich diese Ausführungen hörte, dachte ich: Das ist des Pudels Kern in der ganzen Sache! Hier kam heraus, worauf es den Veranstaltern vor allem ankam und ankommt: Die gottgleiche Anerkennung und bedingungslose Beachtung der Autorität der leitenden Körperschaft!

Auch die Ansprache »Säe im Hinblick auf den Geist« war zuerst überraschend für mich; sie gründete sich auf Kapitel 8 des Römerbriefs. Da dieser Brief und besonders das Kapitel 8 bisher stets als nur für die Gesalbten, die 144000, gültig bezeichnet wurden, wunderte ich mich zuerst. Doch diese Ansicht der Anwendung auf die Gesalbten wurde auch nicht verändert, sondern ausdrücklich bestätigt. Aber man sagte, die Verse 5 bis 8 fänden auch auf die nicht gesalbte große Volksmenge Anwendung.

Die Darlegung enthielt viele gute Gedanken, natürlich auch eine Betonung des Predigtdienstes, aber vor allem musste jedem, der Gottes Wort aufmerksam liest, auffallen, mit welcher Selbstherrlichkeit die leitende Körperschaft, welche ja die ganzen Ansprachen veranlasst und legitimiert hat, sich die Freiheit nimmt, selbst innerhalb eines Bibelkapitels zu entscheiden, welche Verse für welche Christen gelten oder nicht gelten.

Wie steht es denn mit Vers 1, mit den Versen 9 bis 17 oder mit den Versen 31 bis 39? Die gelten natürlich wieder nur für die Gesalbten. Eine solche Art der Bibelauslegung ist nicht nur falsch - obwohl das ja schon genügen würde -, sie ist anmaßend, überheblich, einer geistigen Hybris anheimgefallen (Hybris = frevelhafter Übermut), die meiner Einschätzung nach wirklich an Lästerung grenzt. Da spielt es dann schon keine Rolle mehr, dass man die Gedanken wie "für den Geist säen" oder "den Geist nicht betrüben" schon wieder als Grundlage für ein Verhaltensregelwerk, vergleichbar dem der Pharisäer im ersten Jahrhundert, zu benutzen suchte.

Man sprach zum Beispiel von schicklicher Kleidung und erwähnte, dass Besucherinnen, welche die Bethelheime besichtigen wollen, oft die dort arbeitenden Brüder mit aufreizender Kleidung provozierten. Die armen Brüder! Warum legt die leitende Körperschaft nicht eindeutige Kleidervorschriften für solche Zwecke fest und stellt sie Besuchern zu Verfügung? Bei dieser Gelegenheit wurde auch über die anstößigen Texte der modernen Musik gesprochen. Das trifft sicherlich manchmal zu, aber wenn Gottes Geist in unseren Herzen wohnen sollte, müsste dann nicht jeder Christ in der Lage sein oder in die Lage kommen, nach seinem Gewissen sich Grenzen zu setzen?

Aber auch in dieser Ansprache war wiederum der Höhepunkt der Gefährdung, den Rat des Sklaven zurückzuweisen. Es wurde wörtlich gesagt: Wer den Rat des Sklaven zurückweist, weist Jehova zurück. Das erinnert an die fünfziger Jahre, in denen der Wachtturm schrieb: "Das Wort des Sklaven ist das Wort Jehovas, Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Jehova". Im Prinzip hat sich nichts verändert; Äußerlichkeiten, notwendige Anpassungen - ja! Aber des Pudels Kern - er blieb derselbe!

Mit diesen Ansprachen war nun der Boden bereitet für die Herausgabe des neuen Buches »Bewahrt euch in Gottes Liebe«. Gemäß der Darlegung enthält das Buch nach zwei einleitenden Kapiteln drei wesentliche Abschnitte:

  1. Liebe nur die, die Gott lieben
  2. Sich von der Welt getrennt halten
  3. Autorität anerkennen

Der Redner führte aus, dass dieses Buch keine Grundlehren der Bibel bespreche, sondern Gottes Maßstäbe im Verhalten und gegenüber bestimmten Dingen festlege, also ein Buch mit und voller Verhaltensregeln. Zwar wurde in der Ansprache vor allem nur über den Inhalt der beiden Einleitungskapitel gesprochen - vielleicht wollte man die Zuhörer nicht gleich mit allen angeführten Regeln und manchmal seltsamen Begründungen vor den Kopf stoßen. Aber die Tendenz wurde doch schon schnell deutlich.

Nur die zu lieben, die Gott lieben (Jesus muss sich bei seinem Gebot der Feindesliebe wohl geirrt haben, oder er hielt sich nicht an die Deutung der leitenden Körperschaft), würde nicht nur Schutz sein, wie behauptet wird, sondern dies würde zur Isolation nach Außen führen, ein durchaus gewünschtes Ziel. "Kein Teil von der Welt zu sein" ist zwar ein biblischer Rat, aber bezieht sich auf die geistige Einstellung; hier jedoch werden eine Menge Regeln aufgestellt, was Welt ist, bestimmt die leitende Körperschaft.

Da geht es um passende Unterhaltung, natürlich auch wieder um Sex, Pornographie usw., um Ehrlichkeit, um Feste - jetzt sind auch nicht religiöse Feste möglichst zu meiden, weil sie alle den Geist der Welt widerspiegeln. Es geht um Geburtstage, um bescheidene Hochzeitsfeste, um Trinksprüche und vieles andere mehr. In einem besonderen Anhang werden noch detaillierte Anweisungen gegeben über die Behandlung ausgeschlossener Familienmitglieder, über die Frage, wann eine Frau eine Kopfbedeckung tragen muss, über Masturbation, über Geldprobleme - man tadelt zum Beispiel, dass Christen, die gegenüber Mitgläubigen als Gläubiger handeln, ihre Geldaußenstände wiederhaben wollen, notfalls mit Hilfe weltlicher Gerichte, statt sich lieber Unrecht tun zu lassen und zu verzichten - und über weitere Punkte.

Doch auch hier war der Hauptpunkt wieder einmal die unbedingte Autorität des Sklaven! Die leitende Körperschaft stellt ihre Autorität als von Gott gegeben, gleichsam göttlich dar; schon sehr früh in dem neuen Buch, auf Seite 39, Absatz 8, gleichsam als Generallinie für alle folgenden Regeln, Anweisungen und Verhaltensnormen, wird gesagt: "... Unsere Unterordnung unter Jehovas Autorität sieht also meist so aus, dass wir die respektieren, die er in Autoritätsstellungen eingesetzt hat oder noch belässt. Würden wir ihre Führung ablehnen - zum Beispiel biblischen Rat ausschlagen und uns nicht zeigen lassen, wo wir uns korrigieren müssen -, würden wir uns gegen unseren Gott stellen." Das wird dann noch ergänzt durch die Aussage auf Seite 43, Absatz 15: "Jehova hat seinen Sohn als Herrscher über die Versammlung eingesetzt (Kolosser 1:13). Und Jesus hat den "treuen und verständigen Sklaven" beauftragt, für Gottes Volk zu sorgen (Matthäus 24:45-47). Dieser wird durch die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas vertreten. Von ihr erhalten die Ältesten ... Anweisungen und Ratschläge - entweder direkt oder durch Vertreter wie reisende Aufseher. Unsere Achtung vor der Autorität der Ältesten beweist Gehorsam gegenüber Jehova ...".

Hier wird erneut deutlich, worauf es der leitenden Körperschaft eigentlich ankommt: Ihre Autorität, ihre Geltungssucht und Machtanspruch ist für sie das Wichtigste. Wer sich diesem Anspruch nicht fügt, sich Kritik und unabhängiges Denken erlaubt, selbst wenn die Bibel dazu auffordert, kann von ihr nicht geduldet werden. Solche Menschen kann sie nicht tolerieren, deshalb weg mit ihnen, Ausschluss wegen Abtrünnigkeit! Aber es ist nicht Abtrünnigkeit von Gott oder Christus, sondern nur von einer machtbesessenen Gruppe (um das Wort Clique zu vermeiden), von einer Gruppe sich selbst verherrlichender Männer, die sich in einer unglaublichen Weise selbst erhöht haben. Man muss allerdings ehrlicherweise zugeben, dass es solche Personen und Tendenzen auch in anderen Gemeinschaften und in unterschiedlicher Stärke gibt. Doch sind diese hier nicht das Thema.

Natürlich ist diese Praxis und Verfahrensweise nicht neu; sie gehören zur beständigen Berieselung der Zeugengemeinde; in allen für die Zeugen vorgesehenen Wachttürmen, die jeweils am 15. Eines Monats seit 2008 erschienen sind, wird regelmäßig dieser Anspruch des Sklaven betont. So auch zum Beispiel im Wachtturm vom 15. August 2008, auf Seite 6, Absatz 15: "Aus Dankbarkeit stehen wir eng zu dem treuen und verständigen Sklaven, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben." Diesen Sklaven hat Jesus über seine ganze Habe gesetzt (Matthäus 24:45-47). Selbst wenn wir persönlich einen Standpunkt der Sklavenklasse einmal nicht ganz verstehen sollten, ist das für uns also kein Grund, diesen abzulehnen oder gar in Satans Welt zurückzukehren. Vielmehr wird uns unsere Loyalität veranlassen, demütig abzuwarten, bis Jehova die Angelegenheit klärt".

Seltsam, dass die Organisation einen solchen Standpunkt bei Mitgliedern der vielgeschmähten Christenheit nicht gelten lässt; aber die sind ja schließlich nicht von Jesus über seine ganze Habe gesetzt worden. Nur gibt es leider gar keinen Autoritätsnachweis, weder von Jesus gegenüber dem Sklaven noch von dem Sklaven, dem so genannten Überrest, gegenüber der durchaus nicht von diesem ernannten leitenden Körperschaft. Allerdings würde auch kein Zeuge Jehovas es wagen, einen solchen Nachweis zu fordern.

Selbst wenn auf einem Kongress wie in diesem Jahr oder in den Schriften auch gute und bedenkenswerte Ratschläge gegeben werden, vergleichbar mit guten Salben, so werden sie alle durch die Forderung absoluter Autorität, durch die Machtgier, die Herrschaftsansprüche, die Geltungssucht und mangelnde Demut sowie durch die Arroganz und Mitleidlosigkeit dieser herrschenden Schicht wertlos gemacht (2. Korinther 1:24).

Die Ansprüche und die Eigenschaften dieser Klasse wirken wie tote Fliegen in guten Salben. Sie verderben die Salben (Prediger 10:1). Christen sollten sich das erfrischende Wasser aus der echten Quelle, Jesus Christus, holen (Johannes 4:10 und 7:37-38); sie sind nicht angewiesen auf gute Salben, die durch tote Fliegen verdorben und unbrauchbar geworden sind.


Kommentare
01
Nun,

alles in allem eine sehr zusammengefaßte Übersicht. Was ich aber nicht ganz teilen kann, sind die immer wieder wohlwollenden Argumente zu Gunsten der WTG. Der Autor versucht uns hier immer mit den Relativierungen "zumindest im Kern" oder "richtig angewendet" die Irrlehren der WTG schmackhaft zu machen. Doch weiß jeder, der nach eben den Statuten des Sklaven erzogen wurde, dass nichts - auch nicht im Kern richtig angewendet - sinnig ist für Jugendliche und für eine Erziehung zu selbstständig denkenden und verantwortungsbewußten Erwachsenen. Will man ja auch nicht. Ziel der ZJ-Erziehung ist eine totale Gefügigmachung der Kinder und Jugendlichen und eine perfekte Eingliederung in das WTG-Geflecht. Also bitte keine solchen Da-ist-ja-doch-was-Gutes-dran-Floskeln hier.

Und dann das Thema mit dem neuen Buch. Die WTG selbst sagt hier - wenn man den Ausführungen jetzt Glauben schenken darf - aus, "dass dieses Buch keine Grundlehren der Bibel bespreche, sondern Gottes Maßstäbe im Verhalten und gegenüber bestimmten Dingen festlege, also ein Buch mit und voller Verhaltensregeln." Na das ist ja mal ganz neues Licht! Die WTG interpretiert Regeln und Verhaltenskodices neu - zwar im Namen ihres Jehova - aber ohne biblische Grundlage! Nette Entwicklung, die darauf warten läßt, das man die Bibel gänzlich ablöst ...

Naja, es sind halt - bis auf die Einflechtungen in Bezug auf Jesus - typische Zeugen-Jehovas-Kongessnotizen und als solche auch nur wertfrei als einseitige Randnotiz anzusehen. Außenstehende finden das jetzt sehr interessant, doch für involvierte Ex-Zeugen Jehovas ist das das übliche Kongress-Gebrabbel. Was nimmt man mit von so einem "geistigen Festmahl"? Nun, in erster Linie einen wunden Hintern, einen schmerzenden Rücken und je nach Sitzplatz vielleicht sogar einen Sonnenbrand. Als zweites einen Haufen mehr an neuem Licht in gebundener Form - neue Staubfänger für das Studienregal! Naja und so schnell der Kongess kam, so schnell hat man ihn auch wieder vergessen. In den Zusammenkünften wird dann - vor allem in Vorträgen und Gebeten - das Motto noch ein paar Mal scheinheilig aufgegriffen und dann klingt es aber auch schon aus. Nach einer gewissen Zeit werden die neuen Bücher im VBS eingeführt und betrachtet - denn über Jahre immer wieder die selben Bücher zu studieren wird langweilig. Und so erledigt sich dann ein Kongress recht schnell. Interessant wird er lediglich, wenn junge Zeugen Jehovas sich nach "Frischfleisch" umsehen und der Heiratsmarkt am Rande des Programms das Blühen anfängt. Aber sonst ist es jedes Jahr die selbe Leier - nur mit wechselnden Protargonisten ...

Ich finde es bewundernswert, wie man dem immer in nur anderer Form wiederkehrenden Mist so aufmerksam folgen und so umfangreiche Notizen machen kann ... Es ist und bleibt ein Rätsel, was die WTG-Lehre mit ihren Jüngern anstellt ...

Der Bekehrte aus Bayern ;-) [18.07.2008]
02
Hallo Der Bekehrte aus Bayern, als ich den Artikel einpflegte, habe ich mich richtig gefreut über den neutral gehaltenen journalistischen Stil. Dass ein möglichst kühl gehaltener Artikel nicht unsere Sehnsucht nach Aufklärung und Zurschaustellung der WTG-Schande voll befriedigt, war mir klar, während ich daran arbeitete. Trotzdem halte ich den Artikel für wichtig. Wir müssen möglichst alles abdecken, was einen Zeugen Jehovas zum Nachdenken anstoßen kann.

Habe übrigens auf dein Zeugnis geantwortet. Mein Beitrag scheint denen nicht so wirklich zu passen. Sie ignorieren ihn und unterhalten sich fleißig über Ehebruch. Hattest du am Anfang über Ehebruch geschrieben? - Nein, natürlich nicht. Für die ist die Existenz Jesu immer noch ein Dorn im Auge.

Rüdiger [19.07.2008]
03
Hallo Rüdiger,

es ist richtig, dass dieser "kühl" verfasste Beitrag nötig ist. Sage ich auch nichts gegen. Was mich aber stört, ist, dass immer wieder Wert vom Autor darauf gelegt wird, dass die WTG-Lehre im Kern doch brauchbar wäre - DAS IST SIE ABER NICHT! Und schon als Jugendlicher musste ich das am eigenen Leib erfahren und kann mir daher auch ein sehr reales Urteil darüber bilden!

Das mit dem Forum auf der anderen Seite wo ich mein Zeugnis und meinen Glauben an Jesus gepostet habe, ist ja so eine Sache. Dort habe ich dann auch feststellen müssen, dass den ehemaligen Zeugen Jehovas dort jeder Glaube unzugänglich ist. Nach der Vergewaltigung durch die bösartige WTG-Lehre sind die armen Leute nicht mehr in der Lage, den Glauben an Jesus zu finden bzw. erstmal zu suchen. Sie lehnen alles ab und meinen, stark zu sein, indem sie jede Form einer göttlichen Instanz leugnen. Aber ich werde auch da nicht müde werden, mein Zeugnis über den lebendigen Gott Jesus zu geben ...

Der Bekehrte aus Bayern ;-) [20.07.2008]
04
Jou, schon eingesehen. Ich hielt mich innerlich daran fest, dass es sicherlich gute Dinge gibt, die immer und überall gut wirken. Zum Beispiel in der Öffentlichkeit nicht in der Nase bohren. Doch werden solche Allgemeinplätze, wenn sie als Gerüst für eine Irrlehre benutzt werden, sogar als Instrument der Verführung in ihr Gegenteil verdreht. Sie wirken dann schlimmer als mit zehn Fingern öffentlich in der Nase zu bohren. Kommt wie eine schön geschminkte Leiche.

Rüdiger [20.07.2008]
05
Paulus drückte es ganz hart aus, einen Rat, den E.F. in meinen Augen leider nicht beherzigt: "Ihr könnet nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnet nicht am Tische des Herrn teilhaben und am Tische der Dämonen!" (1. Korinther 10,22)

E.F. meint, sich am Tisch der Dämonen (Wachtturm-Gesellschaft) und am Tisch des Herrn setzen und speisen zu können. Auch die scheinbar gute geistige Speise, die man am Tisch der Dämonen essen kann, ist absolut tödlich. Man kann nur an einem Tisch sitzen und ein Christ unterliegt einem tödlichen Trugschluss zu denken, man könne sich an beiden Tischen die Fettstücke heraussuchen.

Es gibt ein göttliches und geistiges Gesetz, dass für alle Christen in der Bibel festgehalten wurde, aber anscheinend nur von den wenigsten verstanden wird:

"Am vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats, im zweiten Jahre des Darius, erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai also: 11 So spricht der HERR der Heerscharen: Frage doch die Priester über das Gesetz und sprich: 12 Wenn jemand heiliges Fleisch im Zipfel seines Kleides trägt und mit seinem Zipfel Brot oder ein Gericht oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise berührt, wird dieses dadurch heilig? Die Priester antworteten und sprachen: Nein! 13 Da sprach Haggai: Wenn aber jemand, der sich an einer Leiche verunreinigt hat, eines von diesen Dingen anrührt, wird es dadurch unrein? Die Priester antworteten: Es wird unrein!" (Haggai 2,10-13)

Dieses Gesetz ist ganz einfach: Etwas Unreines kann nicht durch etwas Reines geheiligt werden. Aber umgekehrt - etwas Reines wird durch das Unreine selbst unrein.

Da die Wachtturm-Gesellschaft Satans Sprachrohr ist und sie somit unreine Lehren verbreitet, werden auch alle reinen Lehren der Heiligen Schrift, die sie mit ihren unreinen Lehren vermengt, automatisch mit unrein und damit ungenießbar. Wer sich damit befasst, wird automatisch in Gottes Augen unrein, wie der Mann, der die Leiche berührte und unrein wurde.

Jesus lässt einen solchen verunreinigten Menschen deshalb nicht mehr an seinem Tisch sitzen, weil dieser den "Wein und das Öl", der am Tisch Jesu ausgeteilt wird, ebenfalls verunreinigen würde. Das wird Jesus niemals zulassen, weshalb er solchen Menschen, auch wenn sie an ihm als ihren Herrn glauben, den Zugang zu seinem Tisch verweigert. Hier muss man auch klar sagen: Unwissenheit schützt in diesem Fall nicht vor Strafe.

Unter dem Gesetz war ein Mensch auch dann unrein, wenn er unwissentlich eine Leiche berührte, z.B. indem er über ein verborgenes Grab ging (deshalb warf Jesus auch den Pharisäern vor, solche verborgenen Gräber zu sein, über die ein Mensch hinwegging und zeremoniell unrein wurde). Auch ein Zeuge Jehovas oder ein E.F. mag es nicht wissen, dass die WTG in Gottes Augen absolut unrein ist - sie mögen sogar in dem guten Glauben sein, ein paar gute Dinge gefunden zu haben. Jedoch bleibt solchen Menschen der Tisch des Herrn versperrt, bis sie sich von ihrer Unreinheit reinigen. Und dazu muss man ganz klar die WTG und die Zeugen Jehovas verlassen und Jesus Christus als seinen alleinigen Herrn annehmen. Man kann sich bei der WTG nicht irgendwelche "guten Dinge" raussuchen und die "schlechten Dinge" für sich aussortieren. Die "Salben" sind und bleiben in Gottes Augen verunreinigt und verunreinigen den, der sich damit zur Heilung Einreiben möchte.

Daher nochmals die eindeutige Warnung des Apostel Paulus: "Ihr könnet nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnet nicht am Tische des Herrn teilhaben und am Tische der Dämonen!"

Andre [23.07.2008]
06
Hallo Andre, ich werde E.F. mal deinen Kommentar vorlegen. Ich denke auch, daß der Kontakt mit diesen Pharisäern nicht spurlos weitergehen kann. So scheint es auch bei "+" zu sein, denke ich.

viele Grüße

Rudolf [23.07.2008]
07
Hallo Rudolf,

ich kann mir natürlich über E.F. und auch über "+" kein Urteil erlauben, da ich die Beweggründe nicht abschätzen kann. Bei "+" weiß ich jedoch, dass er einzig und allein die Lehren der WTG als falsch bloßstellen möchte. Er pickt sich nicht die Rosinen der falschen Lehre heraus, an denen scheinbar etwas "heiliges" ist, um diese dann geistig zu verdauen. Soviel ich weiß, besucht er auch die Zusammenkünfte nicht mehr. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Lehren wird ja auch auf dieser Website getätigt und dazu muss man sich auch wohl oder übel mit den satanischen Lehren beschäftigen. Das wollte ich auch nicht sagen, dass man dadurch automatisch in Gottes Augen unrein wird.

Wie sagte Jesus: "Nehmt euch vor dem Sauerteig der Pharisäer in Acht (Einfügung von mir: denn ein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze Masse)".

Bei E.F. habe ich, im Gegensatz zu "+", jedoch das Gefühl, als ob er an der WTG noch irgendwas findet, was ihm eine geistige Befriedigung zu geben scheint. Eine Einstellung, die man bei vielen Zeugen Jehovas findet, nämlich, dass es zwar einige falsche Lehren gibt und dass die Führung (der "Sklave") Fehler macht und sich sogar über seinen Herrn setzt, dass aber im Großen und Ganzen die Zeugen Jehovas halt wie alle Christen versuchen, Gott zu dienen. Wie viele Zeugen Jehovas sind z.B. reine Mitläufer? Menschen, die die Lehren der WTG zwar nicht mehr mit ihrem Gewissen verantworten können, jedoch trotzdem im Predigtdienst den Menschen den Wachtturm anbieten? Viele von diesen haben auch die Einstellung: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen (frei nach Aschenbrödel).

Dieser Eindruck kann natürlich auch daraus resultieren, dass E.F. sich bemüht, möglichst objektiv über Zeugen Jehovas zu schreiben und zu berichten. Daher will ich mir über ihn kein Urteil erlauben. Es ist auch für viele Ex-ZJ nicht vorstellbar, dass hinter der WTG Satan steht und man dadurch mit den Dämonen in Gemeinschaft war. Daher suchen diese noch allerhand Gutes hinter dem Schlechten. Für sie ist es einfach so, dass Zeugen Jehovas eben auch "nur" Christen sind, die sich bemühen und dabei eben Fehler machen bzw. die WTG einfach nur nicht die eine Wahrheit ist, die man immer gesucht hat. Man geht hier praktisch weiter über verborgene Gräber, da man diese nicht erkannt hat.

Paulus zitiert folgenden Text aus dem AT: "Darum kommt aus ihrer Mitte heraus und sondert euch ab, sagt der Herr. Rührt nichts Unreines an, und ich werde euch Einlass gewähren" (2. Korinther 6,17). Der Herr gewährt uns nur Einlass, wenn wir aus der Mitte herausgehen und und nichts mehr Unreines anrühren. Ansonsten kann er uns gar keinen Einlass gewähren (den Grund habe ich ja schon in meinem vorhergehenden Kommentar genannt). Und da steht jeder Christ selber in der Pflicht - nämlich sicherzugehen, dass er nichts mehr Unreines anrührt ...

Lieben Gruß

Andre [24.07.2008]
08
Hallo, ich red mit ihm und danach schick ich dir ne mail, ja?

herzliche Grüße zurück!

Rudolf [24.07.2008]
09
Ich hab diesen Kongress auch miterlebt. Langweilig wars, Rückenschmerzen vom langen Sitzen hatte ich, lauter vergeudete Zeit, die ich besser hätte nutzen können. Zum Glück wars mein letzter Kongress. Niiiie wieder ...

Wellawater [01.11.2008]
10
Hallo ich habe diesen kongress mit vervolgt und war einfach begeistert über solche schönen worte der brüder sie zeugten von Jehovas Glauben an uns menschen und das er uns nie auf geben wird. Also ich kann eure worte nicht vertsehen !!

Aber ihr seit wahrscheinlich Ausgeschlossene Brüder und vergraftet den enzug der wahrheit nicht .

Aber kehret um und jehova erlasse eure gar so schlechten sünden und kommt zu ihm im gebet und kehret um , so lange der tag der grossen entscheidung nicht da ist.

er ist gross [20.01.2009]
11
Allah ist auch groß. Was die Zeugen Jehovas propagieren, das glauben auch die Moslems. Zentraler Punkt: Jesus ist nicht Gott. Das ist eure Verschmutzung. Da helfen keine schönen Worte und auch nicht der Glaube eines Jehova. Denn Jehova ist nur ein Deckname für den, der mit allen Mitteln Jesus zu bekämpfen versucht.

Ich bin nie Zeuge Jehovas gewesen und die Entscheidung ist schon gefallen. Am Kreuz auf Golgatha. Dort hat Jesus den Sieg errungen, von dem ich heute schon profitieren kann. So wie jeder Christ.

Rüdiger Hentschel [20.01.2009]

Fotos für Tablet oder Handy



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Erstellungsdatum: 17.07.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten