Rettung aus Gnade allein durch Glauben

von "Unbekannt"

So stimmen also Paulus und Jakobus mit Jesus in der Beurteilung der Notwendigkeit von Werken durchaus überein. Aber diese Werke sind Früchte des Glaubens, Früchte aus Dankbarkeit und Liebe von Christen, die in Christus gerettet sind, nicht menschliche, mühsam erbrachte Leistungen, um gerettet zu werden. Und das ist das eigentliche Problem bei vielen, wenn nicht den meisten Zeugen, aber nicht nur bei Zeugen.

Vor kurzem sagte eine Vollzeitpredigerin der Zeugen Jehovas bei einem Gespräch auf der Bühne des örtlichen Königreichssaals, sie mache sich Sorgen um ihre Rettung, weil Gott im Gericht ihr vortragen würde, was sie alles nicht getan habe; er würde ihr gleichsam eine Liste ihrer Versäumnisse vorlegen, und mir wurde berichtet von einem alten Zeugen, der auf seinem Sterbebett weinte, weil er befürchtete, er habe nicht genügend für seine Rettung getan.

Die hier zu Tage tretende Geisteshaltung, dass unsere Rettung zwar nicht nur, aber eben doch auch von unseren persönlichen Leistungen abhängen würde, ist unter Zeugen ausgesprochen oder auch unausgesprochen weit verbreitet. Dabei wird natürlich vor allem an den von der Wachtturm-Organisation geforderten Predigtdienst gedacht. Doch nie und an keiner Stelle haben Jesus und die anderen Schreiber der griechischen Schriften je gesagt, dass die von ihnen angesprochenen Werke zur Rettung der Gläubigen erforderlich seien.

Man möchte sich fragen: Haben diese Zeugen nie gelesen, dass sogar die besten unserer Werke, ja alle unsere gerechten Taten vor Gott sind wie unrein, wie ein unflätiges Kleid (Jesaja 64:5)? Haben sie nicht das Ergebnis der Prüfung des Paulus gelesen, der zu dem Schluss kam, dass alle, ohne Ausnahme, nicht die Herrlichkeit Gottes erreichen, weil sie alle unter der Sünde verurteilt sind (Römer 2:9; 3:23)?

Und haben sie vor allem nicht gelesen, dass Paulus von der Rechtfertigung aus Glauben spricht, einer Erlösung aus Gnade ohne Verdienst (Römer 3:24)? Und zwar spricht er von einer Erlösung durch Christum Jesum, durch sein Opfer, Gott spricht den gerecht, der an Jesus und sein Opfer glaubt (Römer 3:26); das ist die einzige und alleinige Gerechtigkeit, die vor ihm gilt.

Niemand muss sich die Rechtfertigung, die Rettung "erarbeiten". Jesus sagte wiederholt, dass, wer an den Sohn glaube, ewiges Leben habe (Johannes 3:36), ein Kind Gottes werde (Johannes 1:12), leben werde (Johannes 11:25). Er sprach von sich als von dem Brot des Lebens, von dem Licht der Welt, vom lebendigen Wasser. Er selbst wie auch die ganze Schrift machen deutlich, dass das Opfer Jesu ein vollkommenes, vollständiges, völlig ausreichendes Opfer für alle ist, das nicht durch irgendwelche Leistungen oder Teilleistungen ergänzt werden muss (1. Johannes 2:1-2).

In dieser Frage war auch Paulus unerbittlich; als in einigen Christenversammlungen der Gedanke aufkam, zur Rettung sei nicht nur das Opfer Jesu erforderlich, sondern auch noch die Beschneidung - möglicherweise noch anderes -, zeigte er, dass eine solche Lehre nicht mehr das Evangelium Jesu Christi sei (Galater 1:6-9; 5:2-4). Wer auch immer glaubt, durch Werke das Opfer Jesu ergänzen zu müssen, mindert dieses Opfer, schränkt es ein, wertet es ab.

Die Rettung durch das Opfer Jesu kommt allein aus Gnade, nicht durch Werke (Römer 11:6; Galater 5:4; Epheser 2:5+8-9; Titus 3:5). Selbst wenn wir unsere christlichen Glaubsenswerke (nicht Werke zur Rettung) auf der Grundlage Jesu (1. Korinther 3:11) gleichsam mit mangelhaftem Material wie Holz, Heu oder Stroh bauen, die dann in einer feurigen Prüfung keinen Bestand haben, ist doch für den Glaubenden selbst durch das Opfer Jesu die Rechtfertigung und damit die Rettung aus Glauben gegeben, die auf Jesus gründet (1. Korinther 3:15).

Es fällt manchen Zeugen und manchen anderen Christen schwer, die Rettung durch das Opfer Jesu als reines Geschenk Gottes anzunehmen; viele möchten doch gern etwas dazu beitragen, vielleicht um sich ein wenig besser zu fühlen als jene, die Christus ablehnen oder die nichts tun. Doch sollte uns das Beispiel der Hebräer warnen; sie wollten wieder zur Werkgerechtigkeit zurück; obwohl sie Jesus nicht mit Worten ablehnten, wurde ihnen in Hebräer 10:26+29 gezeigt, dass sie damit das Opfer Jesu verwerfen würden, und ein anderes Schlachtopfer würde ihnen nicht übrig bleiben; es gibt kein anderes!


Kommentare
01
"Es fällt manchen Zeugen und manchen anderen Christen schwer, ..."

Zeugen Jehovas sind keine Christen. Obige Formulierung ist ungeschickt und unklar. Jeder, der Jesus als Retter annimmt und so Christ geworden ist, kann jenen Jehova der Wachtturm-Gesellschaft nicht mehr bezeugen. Das möchte ich hinzufügen, damit diejenigen, die ihre Hoffnung auf den totalen Frieden zwischen Gott und den Menschen durch Jesus Christus setzen, nicht dem Irrtum verfallen, sie könnten im Königreich des Wachtturm bleiben. Das eine schließt das andere kategorisch aus. Und zwar von innen her.

Rüdiger Hentschel [08.01.2008]

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Erstellungsdatum: 08.01.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten