Kann man Sünde abarbeiten?

Als junger Mensch steht einem die ganze Welt offen und der Weg zum Glauben an Jesus und der Weg zur Einsicht, dass jeder Mensch Sündenvergebung braucht, erschließt sich einem nicht leicht. Doch mit zunehmendem Alter beginnen die eigenen Taten und Reaktionen eine Art Eigenleben zu entwickeln. Was einmal falsch gemacht wurde, was andere verletzt hat, was am Ende nur auf die eigene Uneinsichtigkeit und auf den eigenen Egoismus zurückzuführen ist, beginnt einen regelmäßig zu verfolgen. Das morgendliche Aufstehen gerät zu einer mittleren Einsichtsschlacht mit dem Ergebnis, dass man vor Gott und der Welt sich als begossener Pudel fühlt, als minderwertig und schuldig.

Nichts von alledem, was ein Mensch im Laufe seines Lebens getan hat, kann rückgängig gemacht werden. Jede einzelne (Un-)Tat besteht in einer erstaunlich aktiven Anklageform fort und drängt sich immer wieder nach vorn in die Reihe der Anklagen, die das Gewissen einem ins Bewusstsein ruft. Man entwickelt angesichts dieser ständig vorhandenen Selbstanklage das ein oder andere Verhalten, das dazu dienen soll, seinem Innneren, seiner Seele, seinem Gewissen Erleichterung zu verschaffen. Von der simplen Ausrede, wie wir sie von jedem Dieb hören können, bis hin zu den verrücktesten Taktiken entstehen dabei Strategien, von denen jeder weiß, dass sie nicht lange halten werden und letztendlich unter dem Druck der eigenen Vergangenheit nachgeben müssen, um der erneuten und stets wiederholten Anklage Platz zu machen.

Ein zeitlich begrenzter Rettungsweg ist die Anwendung von Drogen und anderen Ablenkungen. Da gibt es den, der schon direkt nach dem Aufwachen starke Getränke zu sich nimmt, um über die Dauer des Tages ein angenehmes Gefühl zu haben und sich darauf freuen zu können, dass er nach kurzer Zeit wieder ins Alkohol-Koma fallen kann. Daneben steht der Tüchtige, der Erfolgsmensch, der fleißige Leistungsträger, der sich so erfolgreich aus der eigenen Schuld manövriert hat, dass er gar nicht mehr realisiert, wozu seine Arbeitswut eigentlich dient. Er ist mit jedem bewussten Gedanken auf seine Arbeit ausgerichtet, damit er sich mit der eigenen Sünde nicht auseinandersetzen muss. Mit Feuereifer stürzt er sich in den Tag und ist froh darüber, dass sein Leben scheinbar nur aus Arbeit besteht.

Schuld ausradieren

Eine der weitverbreitesten Strategien, Sünde zu bewältigen und womöglich auszuradieren, ist die Religion. Dass Religion in der Menschenwelt überhaupt einen Platz hat, liegt an ihrer hilfreichen Funktion, dem Menschen das Gefühl zu vermitteln, man könne seine Sünde ausradieren. Der intensive, allen Menschen innewohnende Wunsch nach Reinigung und einer neuen, sauberen Existenz treibt die Religionen zu den vielfältigsten Blüten und Auswüchsen. Nach der nicht zu verdrängenden Erkenntnis, dass die eigene Sünde bestehen bleibt, wird die jeweilige Religion als kultisch esotherische Selbstbetäubung betrieben und Pilgerpfade und Zaubermittel gewinnen neue Kundschaft. Allerlei Gerüchte über Wunderheilungen und Selbstreinigungswege erfüllen unser Herz mit Hoffnungen, die am Ende doch nicht halten können, was sie versprechen, und die am Ende von unserer Sündenlast kein Teilchen wegnehmen konnten.

Selbsthilfe durch bibelgemäßes Verhalten

Nüchterner und allem Anschein nach geistig fundiert kommt die Strategie des perfekten Bibelwissens ins Spiel und die Ausrichtung des eigenen Verhaltens an der Bibel. Die Bibel wird als eine Art Rezeptbuch benutzt, um ein Konzept zu entwickeln, auf das man nur fest vertrauen muss, damit es seine rettende Wirkung entfaltet.

Der Treue und Verständige Sklave aus Brooklyn behauptet, dass der Weg aus der Sünde (also zu Gott) mithilfe der Maßregeln zu machen ist, die er vorgibt. Schließlich hat er die Bibel als einzige Institution der Welt richtig verstanden - und das aufgrund seiner eigenen Weisheit! Das heißt, dass die Verirrungen und Verwirrungen der Russell- und Rutherford-Zeiten zutiefst Einfluss ausüben auf das Bibelverstehen der Zeugen Jehovas. Den abrundenden Feinschliff wendete Mr. Fred Franz an, der ohne ein einziges Wort mit Jesus gewechselt zu haben nicht nur einzelne Aufgabenbereiche, sondern die ganze Wachtturm-Gesellschaft leitete.

Die General-These der Wachtturm-Gesellschaft deckt sich bis ins Kleinste mit den Thesen aller Religionen: Wir können die Sünde aus unserem Leben aussperren, indem wir immer fein die Spezial-Gesetze ausführen, die uns die jeweilige Organisation auferlegt. Dass die Befreiung von der Sünde nur durch Gott selbst bewirkt werden kann, wird systematisch ignoriert, weil diese Erkenntnis die Menschen direkt in die Arme Jesu treiben würde. Wer seine eigene Sünde erkennt und anerkennt, kommt um Jesus nicht herum. Wer die Belastung durch die eigene Sünde spürt und nicht verdrängt, wird sich niemals mit einer Religion zufrieden geben können. Wer erkannt hat, dass er rückhaltlos auf Gott angewiesen ist, lässt jede eigene Anstrengung fahren, auch wenn er immer wieder in Versuchung kommt, sich selbst aus dem Sumpf ziehen zu wollen.

Doch der Kampf gegen das Bewusstsein der Sünde geht auf religiöser Ebene wie auf allen Ebenen der Ablenkung und Betäubung weiter, selbst wenn allen Menschen klar ist, dass nur Jesus aus der Sünde retten kann.

Warum wird Jesus so vielfältig abgelehnt?

(1) Eine Motivation, Jesus abzulehnen, liegt oft darin, dass er den Anspruch erhebt, dass ohne ihn nichts geht. Wer sich auf ihn einlässt, sieht später keine andere Chance mehr, der Sünden-Belastung entgegenzuwirken, denn er hat gelernt, dass nur Jesus diese Last wegnimmt. Wer sich einmal auf Jesus verlässt, kann nie mehr in Erwägung ziehen, durch etwas anderes oder jemand anderes das zu erreichen oder zu bekommen, das auch nur entfernt daran erinnert, was Jesus wirkt. Diese Absolutheit in der Entscheidung für Jesus schreckt viele.

(2) Viele glauben, durch Jesus entmündigt zu werden. Sie sind sich selbst zu wichtig, als dass sie ihr Leben Jesus übergeben wollten. Dass aber Jesus genau derjenige ist, der einem zum wahren Selbst verhilft, der die volle Freiheit und die Fülle der Authentizität schenkt, das können sie nicht erfahren. Sie trauen sich nicht.

(3) Das Geschenk der Rettung anzunehmen ist vielen einfach nur zu leicht. Was nichts kostet, ist auch nichts wert - so lautet das Credo unserer materialistischen Welt. Der Zeitgeist schaut nicht nach innen, hinein in den Menschen, sondern er schaut nach außen: Was denken die anderen von mir? Was halten die von mir, wenn ich mich auf eine geschenkte Lösung verlasse? Besser, ich spende noch ein paar Euro und gehe zu Weihnachten in die Kirche.

(4) Individuen, die gegen Jesus arbeiten, fürchten die einmalige Wirkung Jesu. Deshalb versuchen sie mit allen Mitteln, die Menschen irgedwie an Jesus vorbei zu manövrieren. Sie betreiben Religion als Opium fürs Volk, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen Jesus erfahren und ihn bekennen. Einige Betreiber der Religionen glänzen durch Kindesmissbrauch, andere durch raffiniert versteckte Dämonenabbildungen und perverse Anspielungen.

Nur ein Erlöser

Die Menschheit hat nur einen Erlöser, Jesus Christus. Er rettet nicht das Kollektiv Menschheit, sondern jeden Menschen einzeln. Jesus ist der Vermittler und niemand auf dieser Erde braucht eine Organisation, um zu Jesus kommen zu können. Alle Institutionen, die so auftreten wie der Papst, der treue und verständige Sklave, wie Kardinäle und ihre untergeordneten Organe, sind nur eine Erfindung, die von Jesus ablenken soll. Sündenvergebung gibt es nur im direkten Gebet zu Jesus. Jede theologische Formel, die dies verneint, kommt von unten. Das Leben, das über den Tod hinausreicht, gibt es in Jesus und nur in ihm.

Zweifel erlaubt

Selbst solche, die sogar ohne Herzensregung, also nur vom Kopf her JA zu Jesus sagen, werden ihn schon auf Erden erfahren und werden seine Größe erkennen und erleben. Gerade diejenigen, die dachten, sie müssten einen besonderen Kick erleben, um ehrlich an ihn glauben zu können, und sich dennoch gegen ihren Widerstand für Jesus entscheiden, werden besonders belohnt.

Johannes 20,29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Wer Jesus annimmt, weil Jesus eindringlich dazu aufgefordert hat, weil Jesu Taten so groß sind, weil Jesus der höchste Gedanke der Menschheit ist oder aus welchem Grund auch immer, er wird Jesu Kraft erfahren. Der Friede, der höher ist als alle vernünftige Logik, wird auf ihn kommen und kann ihm nicht mehr genommen werden.


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Erstellungsdatum: 03.01.2011 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten