Auch wenn Zeugen Jehovas nicht in den Himmel kommen wollen, haben sie doch ein äußerst "unvollkommenes" Machtgerangel. Wer männlich ist, wird immer wieder ermahnt (sie sagen ermuntert), nach einem Dienstamt zu streben, Ältester/Dienstamtgehilfe. Das kann dann aber nur jemand werden, der "regierungstreu" im Sinne der zur Verfügung gestellten "Geistigen Speise", dem Wachtturm und vom gleichen Herausgeber produzierten Schriften gehirnmanipuliert ist (sie nennen es geschult und studiert). Dieser darf nicht mal an Kritik gegenüber irgendeiner Äußerung von oben denken und muss imstande sein, seine nun erworbene Auffassung vom "wahren Leben" und "geistigen Paradies" anderen aufzudoktrinieren.
Und dann denken sie darüber nach (werden auf Kongressen manchmal dazu ermuntert), welche Führungsrolle sie in der "Neuen Ordnung", also in der Welt nach der Ausrottung von uns "Ungläubigen" und "Bösen" und "Weltlichen" einmal übernehmen werden.
Sie könnten dann vielleicht Fürsten werden! So und ähnlich ist der interne Machtkampf der "wahren Christen". Auch die Damen, die eifrig sein wollen, haben nichts besseres zu tun, als junge Mädchen, die sich z.B. mal für Bauchfrei-Tragen begeistern, zu maßregeln und an ihnen herumzunörgeln und sie zu verurteilen.
Ich war 40 Jahre in der "Wahrheit" eingesperrt und bin nun ausgesperrt (oder ausgeschlossen, wie die "wahren Christen" es zu benennen belieben).
Auch die "treuen" Patriarchen der Urzeit und alten Zeit sollen ja wieder einen stofflichen Leib bekommen und wieder auf der Erde wandeln. Nach Wachtturm-Lehrmeinung sollen diese wohl eine höhere Stellung in fürstlicherer Weise erhalten, als die restlichen Zeugen-Jehovas-Harmagedon-Überlebenden.
Vielleicht gibts ja dann wieder die Vielweiberei und Sklavenhaltung und Massentötungen. Viele Glaubenstaten der Vorzeitlichen beschränken sich ja auf das Hinrichten von religiösen Feinden. Das wird ja wohl bis zum Ende der "1000-Jahr-Herrschaft" nach wie vor ein Störpotential bleiben, weil ja trotz Vernichtung von uns Bösen alle vorzeitig Gestorbenen, die noch nicht mit dem Wachtturm Berührung hatten, eine 2. irdische Chance bekommen würden.
An dieser Stelle das Paradoxe: Seit 140 Jahren haben die nun den Wachtturm und bieten diesen an. Nach ihrer Lehrmeinung bleiben die in ewiger Vernichtung, die in Harmagedon sterben werden, weil sie nicht an den Wachtturm geglaubt haben. Die Menschen, die seit 140 Jahren den Wachtturm kennenlernen hätten können, und kein Interesse daran gehabt haben - nun da ist man sich nicht so ganz sicher, man sagt, sie hätten keine Belehrung gehabt. Wenn sie also vor Harmagedon gestorben sind, könnten sie wieder auferstehen. Wenn dann wirklich jemand gestorben ist, und die Zeugen Jehovas die Angehörigen besuchen, wollen sie ihnen angeblich Trost spenden und berichten von der Auferstehungshoffnung mit ein paar Bibeltexten und dem Wachtturm.
Ist Gott ein ungerechter Gott, weil er die in Harmagedon Ermordeten anders behandelt als die vorher Gestorbenen? Oder lügen die Zeugen Jehovas mit ihrem Trost die Menschen an und versprechen eine falsche Hoffnung für die verstorbenen Angehörigen? Vor 20 Jahren sagte man mal zu mir, dass Gott diejenigen, die er in Harmagedon vernichten will, deshalb so lange leben lässt. Vielleicht haben wir ja deshalb schon so viele 100-Jährige?
Mir reicht nun diese religiöse Selbstgerechtigkeit und die Arroganz der "von Gott ausgewählten" Ältesten und der Anspruch auf "alleinige Wahrheit" und die "einzige von Gott anerkannte Religion". Ich möchte gar nicht in einer Welt leben (schon gar nicht "ewig"), die von machtbesessenen und rechthaberischen Zeugen Jehovas später mal "im Namen der 144000 + 1 aus dem Himmel" regiert werden soll. In einer Welt, die eigenes Denken als verbotene Philosophie abtut und eine "theokratische" Diktatur, aber gemäß den irdischen Auslegungen liebgewordener Verbote und Gebote, als die Lösung für die Menschheitsfamilie ansieht.
Kommt! Jetzt ist die Zeit! Wir beten an.