Wachtturm-Doktrin
durch alexandrinische Fälschungen vorbereitet

Der Textus receptus wird heutzutage von "modernen" Bibelherstellern nicht mehr verwendet, obwohl er aufgrund vieler Querverweise und Zitate aus frühester Zeit als der gültige Urtext nahezu bewiesen werden kann. Ein Vergleich der Fragmente der alexandrinischen Sektion weist dagegen viele Widersprüche auf und zeigt dem Kenner der trickreichen gnostischen Lehre auf den ersten Blick, dass die Texte mit einer bestimmten Zielrichtung manipuliert wurden. Dennoch (oder gerade deswegen) wird heute die gnostisch angehauchte, ägyptische Variante bevorzugt. Die Begründung lautet: Ihre frühesten Handschriften sind älter als die des Textus receptus.

Über die Hauptmenge aller existierenden Urschriften, die den Textus receptus begründen, und die kleine Nebenmenge ägyptischer Urschriften, die in den heutigen Bibeln verwendet werden, wird wissenschaftlich gestritten. Die Vertreter der ägyptischen Variante entblößen sich selbst dabei durch eine ziemlich wahllose Argumentation und von vorn herein überhebliche wissenschaftliche Maßgaben, die sie gar nicht erfüllen können.

Hier soll nun nicht auf wissenschaftlicher Ebene das Problem angeschaut werden, sondern mit der direkten Fokussierung auf die Wachtturm-Doktrin. Es sollen die Bibelstellen aufgegriffen werden, die schon auf den ersten oder zweiten Blick erkennen lassen: Da hat der Gnostiker der ägyptischen Textlinie eingegriffen, um die gnostische Sichtweise einzuführen und zu verfestigen.

Die Bibelstellen werden stichprobenartig vorgestellt und kommentiert, so dass der Leser selbst die Zielrichtung der alexandrinischen Textfälschungen erkennen kann. Diese Auseinandersetzung mit dem Thema soll nicht wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sondern es geht um den einzelnen Leser, der sich a) mehr Infos über die Verfälschung der modernen Bibeln verschaffen soll/will und b) auf inhaltlicher Ebene die Irrlehren erkennen lernen soll, mit Hilfe derer von Anfang an falsche Evangelien eingeführt werden sollten.

Wichtige Informationsquellen zur Diskussion der Urtexte:

Eine klare Parallele zwischen Wachtturm-Doktrin und Bibeländerung alexandrinischer Herkunft

Kolosser 1,14
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
[des Sohnes,] in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden. durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden.

Für die Einführung und Stützung falscher Evangelien muss zuerst die Anzahl der wichtigen Details, die mit der Erlösung durch Jesus zusammenhängen, verringert werden. Wenn der Herr des Zeitgeistes die einzelnen Merkmale des Lammes Gottes in den Hintergrund gedrängt hat, eröffnen sich viel bessere Möglichkeiten, den Menschen absurde Religionen anzubieten, durch die die Menschen von Jesus entfernt werden.

Der zentrale Faktor des Evangeliums ist das Blut des Lammes, das unsere Sünden wegwäscht, uns weiß wie Schnee macht, das Jesus auf Golgatha für uns vergossen hat. Dieses Element muss als erstes soweit relativiert werden, dass Jesus nicht mehr der einmalige Erlöser ist, sondern eher eine Idee, eine Fiktion oder eine Ideologie. Dazu lässt der alexandrinische Abschreiber einfach die Worte "durch sein Blut" weg und bereitet so eine Entwicklung vor, die von der Wachtturmgesellscahft auf die Spitze getrieben wird.

Das Blut existiert in vielen Darstellungen des gepfählten Wachtturm-Jesus ganz, um zu signalisieren: Da ist kein Blut, also auch keine Erlösung im biblischen Sinn. Der Wachtturm-Exzess, der diese Blutleere des modernen Jesus auf die Spitze treibt, ist auf der folgenden Seite beschrieben: Der blutleere Wachtturm-Jesus.

Dort findet man in der Darstellung des Wachtturm-Jesus auch zwei eingezeichnete Tiere, die eine weitere abschätzige Sicht auf Jesus ausdrücken sollen.

Wer die Darstellungen des Wachtturm-Jesus betrachtet, dem leuchtet die alexandrinische Textänderung sofort ein. Der Flyer für die Todesfeier 2013, in der Jehovas Zeugen den Tod Christi feiern, zeigt ebenfalls den blutleeren Christus, der genaugenommen nur ein Zombi ist, eine leere Gestalt, eine Idee, die für die Wachtturm-Doktrin missbraucht wird.

Die Wachtturm-Gesellschaft nutzt die adrianische Fälschung natürlich ohne jeden Skrupel, um die Sonderlehre vom Lösegeld in der Bibel zu etablieren. Das Wort Lösegeld ist an dieser Stelle freihändig und dreist eingefügt und stellt eine eiskalte Änderung des Wortes Gottes dar. Dies tun sie für die Lehre, Jesus hätte gerade mal die Sünde Adams "ausgeglichen", der Zeuge Jehovas müsse auf dieser Basis selbst zusehen, wie er aus seiner persönlichen Sünde herauskommt. Das geht natürlich nur durch die Werbung, die man für den Wachtturm-Verlag zu betreiben hat. Hier gähnt der Abgrund der Verlorenheit, zu dem die adrianischen Fälschungen die Falltüren geöffnet haben.

Welche Bindung benutzt die Katolische Kirche, um die Menschen immer wieder in die Kirche zu treiben? Die Sünde und die Vergebung, die nur die Katholische Kirche leisten kann. Genau so treibt es die Wachtturm-Gesellschaft, indem sie Jesus nur auf die Sünde Adams münzt und die Zeugen Jehovas ihre Schuld durch Werbung abtragen lässt. Perverser kann das sinnlose, Jesus-ferne Wechselspiel zwischen Schuld und Sühne nicht gestaltet werden, weil die Aussicht, die Sünde durch Eucharistie oder Predigtdienst kompensieren zu können, gleich Null ist. Jesus ist durch die Katholische Kirche und die Wachtturm-Gesellschaft in ganz ähnlicher Weise sinnlos gemacht worden. Der Grundgedanke, die Menschen in Abhängigkeit zu halten, ist bei beiden die tragende Säule.

Weitere alexandrinische Änderungen, die das Blut betreffen:

Matthäus 26,28
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. denn dies bedeutet mein ‚Blut des Bundes‘, das zugunsten vieler zur Vergebung der Sünden vergossen werden wird.
Markus 14,24
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Und er sprach zu ihnen: „Dies bedeutet mein ‚Blut des Bundes‘, das zugunsten vieler vergossen werden wird.

Hier degeneriert das Blut Christi zu einer blutsbruderschaftlichen Einrichtung, die auch jeder Medizinmann anwenden kann (Blutsbund, Blutsbruderschaft). Die Weglassung des neuen Bundes nimmt Jesus Christus seine Gottheit, denn der Verbleib im alten Bund macht ihn genau zu dem, was Jehovas Zeugen aus Jesus machen: einen niederen Erfüllungsgehilfen des Jehova-Gottes. Doch die Bibel und die Vernunft lehren: Nur wenn Jesus Gott selbst ist, Mensch geworden, kann er einen neuen Bund stiften. Das ist der Wachtturm-Gesellschaft zuwider, genau wie dem alexandrinischen Gnostiker.

Matthäus 27,24
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor der Volksmenge die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; seht ihr zu! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! Da Pilạtus sah, daß es nichts nützte, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch seine Hände vor der Volksmenge und sprach: „Ich bin unschuldig am Blut dieses [Menschen]. Das ist eure Sache.“

Die Tragweite dieser kleinen Änderung ist nicht leicht zu erkennen und wir Christen nehmen die Irrlehre der Wachtturm-Gesellschaft nicht ernst genug. Das Wort "Gerechter" musste entfernt werden, damit nicht so leicht auffällt, dass Jesus als unschuldig Verurteilter starb. Wer jedoch im Gedächtnis behält, dass Jesus vollkommen ohne Schuld war, der nimmt sein Todesurteil als Beweis dafür, dass er Gott sein muss. Denn das Todesurteil wurde begründet mit den Worten: Er macht sich selbst zu Gott. Wenn Jesus ohne jede Schuld war, beweist gerade dieses ungerechte Todesurteil, dass Jesus Gott ist. Jehovas Zeugen behaupten, dass Jesus nicht Gott sei. Damit stimmen sie dem Urteilsspruch der Pharisäer zu und machen aus Jesus jemanden, der tatsächlich lügenhaft sich Gott gleich machte. Damit machen sie Jesus zu einem sinnlosen Opfer, das nicht retten kann. Denn ein zu Recht hingerichteter Lügner kann kein Erlösungsopfer bringen.

Lukas 22,43-44
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er war in ringendem Kampf und betete inbrünstiger; sein Schweiß wurde aber wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. Die Verse 43-44 finden sich in einigen wichtigen Textzeugen nicht./43f: Diese zwei Verse fehlen bei wichtigen Textzeugen; sie sind vermutlich nicht ursprünglich. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Als er jedoch in Todesangst geriet, fuhr er fort, noch inbrünstiger zu beten; und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die zur Erde fielen.

Warum die Wachtturm-Gesellschaft hier frei erfunden die Todesangst ins Spiel bringt, wissen wohl nur die Zeugen Jehovas, die die NWÜ erstellt haben. Vielleicht lag ihnen daran, Jesus möglichst klein darzustellen, denn jemand, der die Worte verbreitet "wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen", und dann selbst in Todesangst gerät, gibt ein schlechtes Bild ab. Diese Verächtlichmachung Jesu finden wir auch in vielen Bildern.

Z.B. hier: Jesus als Zauberlehrling mit blutunterlaufenen Augen

Um die angebliche Todesangst ins Spiel bringen zu können, gibt die NWÜ sogar den Mehrheitstext wieder. Das heißt, sie suchen sich aus, wo sie die eine oder andere eigene Erfindung hineinschieben können. Dass der Text der NWÜ hier frei erfunden ist, spielt für sie keine Rolle.

Aber um festzuhalten, dass Jesus keine Todesangst hatte, muss natürlich darauf verwiesen werden, worum es in Wirklichkeit ging. Es ging um die Sünde der Welt. Es ging in diesem Kampf nicht um den normalen Tod eines normalen Menschen, sondern es ging um das Opfer für die Sünde der Welt. Wer Jesus hier nur die natürliche Todesangst unterstellt, versucht von dem wahren Kampf abzulenken. Zumal Jesus nach seiner Festnahme viel mehr und intensiver Gelegenheit hatte, Todesangst zu verspüren.

Es gibt genug Christen, die sich auch ohne die Abschwächung des biblischen Zeugnisses nicht darüber im Klaren sind, dass Jesus ganz Mensch war, die sich nicht im Klaren darüber sind, dass Jesus ein Fake gewesen wäre, hätte er als Mensch noch eine göttliche Neben-Ader gehabt, die ihm quasi auch im Menschsein verblieben wäre. Wenn Gott Mensch wird, macht er keine halben Sachen. Die Reserve in der Hinterhand zu behalten, doch noch Gott zu sein, wäre ein Betrug gewesen, den niemand Gott unterstellen kann. Wenn Gott Mensch wird, wird Gott Mensch. Wer in Jesus eine Art Mischwesen hineinprojiziert, unterstellt Gott, ein fadenscheiniges Opfer zu unserer Rettung gebracht zu haben.

Um die Tendenzen der Leugnung des ins Fleisch gekommenen Jesus in der Christenheit voranzubringen, unternimmt die Gegenseite vieles: Auffälliges, Unauffälliges und oft Nebensächliches oder das, was nur nebensächlich erscheint. Der Schweiß, der wie Blutstropfen wurde, zeigt uns, wir sehr Jesus schon psychisch gelitten hat. Nach heutiger medizinischer Sichtweise ist dieses Phänomen ein klarer Hinweis dafür, dass Jesus kein Übermensch war, kein Halbgott und auch kein materialisierter Ober-Engel. Gott ist in Jesus wirklich ganz Mensch gewesen, so dass kein Raum dafür bleibt, darauf zu spekulieren, Jesus habe noch irgendwelche übermenschlichen Reserven zur Verfügung gehabt, als er den unvorstellbaren Gehorsamsakt gegenüber dem Vater leistete. Sein Ausruf "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!" ist mehr als nur ein theatralischer Schlussakkord in einer gespielten Arie des leidenden Messias. Was Jesus mit seinem Leben angefangen hat und in vollem Bewusstsein dessen, was passieren musste, bis ans Ende durchgezogen hat, war keine Show, keine Inszenierung, kein philosophisches oder theologisches Weltrettungstheater, in dem der Held plötzlich in Todesangst geriet.

Der Schweiß Jesu, der wie Blutstropfen zur Erde fiel, ist ein unnachgiebig klares Zeugnis dafür, dass der Messias Fleisch wurde und nicht als Fabelwesen oder ideologische Bühnenfigur die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Wer für sich aus Jesus eine religiöse Idee macht, folgt nicht dem wirklichen Jesus. Ein Christ kann nur Jesus selbst überlassen, wie er ist, was er tut und wie er wirkt. Das möchte die alexandrinische Weglassung abdunkeln. Der ägyptische Textursprung möchte, dass von Jesus immer weniger Echtes zu erkennen ist, um aus Jesus eine Idee oder eine Philosophie zu machen. Diese Ideologisierung der Bibel finden wir zugespitzt in der Welltherrschaftsübernahme-Vision der Wachtturm-Gesellschaft.

Ohne die alexandrinische textändernde Vorbereitung ist die Auffassung der Zeugen Jehovas, Jesus sei alles außer der Mensch gewordene Gott, kaum denkbar. Das auch nur leicht abgeschwächte Zeugnis der Bibel ist das Vehikel, das der Irrlehrer dazu nutzt, Menschen nachhaltig in antichristliche Verirrungen zu führen. Sein Erfolg bei den Zeugen Jehovas manifestiert sich in einer absoluten Jesusferne, die unter anderem dazu führt, dass Jehovas Zeugen das Abendmahl nur noch als Feier des Todes Christi angehen. Sie lehnen Brot und Wein und damit die Gemeinschaft mit Jesus ab. Eine solche Feier der Ablehnung können nur noch Satanisten zelebrieren. (Die katholische Variante ist nicht weniger schlimm, denn dort ist der Wein als das Blut Christi für den Gläubigen nicht erreichbar und das Brot ist magisch verwandelte Oblate. Dort wird Jesus immer wieder auf die Erde herabgezaubert.)

Apostelgeschichte 20,28
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Von jetzt an müsst ihr auf euch selbst achten und auf die ganze Gemeinde, für die euch der Heilige Geist als Hirten einsetzte. Ihr sollt die Gemeinde Gottes hüten, die er sich durch das Blut seines Sohnes erworben hat. Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen [Sohnes] erkauft hat.

Erstaunlich klar ist die Bibel an dieser Stelle, weil sie den Heiligen Geist und Gott mit Jesus gleichsetzt, indem sie das von Jesus vergossene Blut als das eigene Blut Gottes bezeichnet. Der geistig gesinnte Zeuge Jehovas (Jehovas Zeugen können nicht geistlich sein) ist der Prototyp des weltlichen Mittelmaß-Menschen, der das nicht ertragen kann und will. Hier bringen die Menschen ihre eigenen Einsichten in das Wort Gottes und schreiben die Stelle kurzerhand um. Für sowohl die alexandrinischen Gnostiker, als auch für die neuzeitlichen Sekten der Gnosis (Erkenntnis) kann es keinen Gott geben, der mehr ist, als sie sich in ihrer menschlichen Weisheit zusammenreimen können. Sie wenden ihr "logisches Denken" auf Gott an und werden ihm schon darin ungehorsam, dass sie sein Wort eigenmächtig verändern, um ihn - Gott - ihrem Weltbild anzupassen. Gott, der sein Blut vergossen hat, kommt in der Einsichtenwelt der Zeugen Jehovas nicht vor.

Die Ausgewogenheit der durch den alexandrinischen Texttyp eingeführten Änderungen der Bibel legt darüber selbst Zeugnis ab, dass da mehr am Werke war und ist, als nur Zufall oder die Auswirkung einer etwa später hinzugesetzten byzantinischen Sonderlehre. Eine solche byzantinische Sonderlehre hat es nie gegeben und keine Urschrift des Textus receptus hat es je nötig gehabt, Texte umzuschreiben. Es gibt in der christlichen Entstehungsgeschichte keine plötzliche Änderung der Lehre, es sei denn, sie wurde öffentlich diskutiert und beschlossen (Beispiel: die Integration der Heidenchristen).

Jedoch schon die Zielrichtung der alexandrinischen Änderungen verrät den philosophischen Vorbehalt der nicht an Jesus gläubigen Menschen. Dieser Vorbehalt spiegelt sich in der Doktrin der Zeugen Jehovas wider, ist aber auch sehr gut in der alexandrinischen Textvariante wiederzuerkennen. Dort hat Gott selbst mit dem Blut Jesu rein gar nichts zu tun. Das Blut Jesu ist für den alexandrinischen Gott nur eine Art Währung, mittels derer er einen Einkauf tätigt. Jesus ist quasi die Portokasse und das Blut der Preis, den der gnostische Gott aus der Portokasse bezahlt.

Ein Indiz für die satanische Urheberschaft dieser Bibel-Änderungen bringt der irrwitzige Versuch der Zeugen Jehovas zutage, die Menschen unbedingt von der Dreieinigkeitslehre abzubringen. Das Indiz ist nicht der Versuch selbst, sondern das Indiz ist die Spaltung, die sie unter Christen erreichen. Christen, die sich auf Jesus verlassen, werden trotz aller Zweifel und Kämpfe niemals zu solchen betonierten Leugnern der Dreieinigkeit werden können. Menschen, die sich nie persönlich auf Jesus eingelassen haben, fallen hingegen schnell genau in das Schema der Zeugen Jehovas und haben einen vordergründigen Frieden, der aber nur die Wolldecke ist, die sich über die Erkenntnis Gottes gelegt hat. Sie haben sich einen eigenen Gott zusammengereimt und meinen, ihr Geist sei das Maß aller Dinge. Eben auch das Maß, mit dem Gott gemessen wird.

Der hohe Stolz der Zeugen Jehovas rekrutiert sich unbewusst aus dem stillen Umstand, dass sie den Zeitgeist der Welt zugespitzt in ihrer Lehre präsentieren. Sie lehren ganz theologisch und religiös den Abfall von Gott und sind so genau auf dem selben Level wie der Rest der Welt - nur viel, viel besser. Die Leugnung, dass der Sohn der Mensch gewordene Vater ist, ist schon von Anfang an eiskalt in die alexandrinischen Schriften hineingemischt worden.

Die über Jahrtausende vorbereitete Leugnung der Gottheit Christi

1. Timotheus 3,16
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. Und groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. Ja, das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit ist anerkannt groß: „Er wurde offenbar gemacht im Fleische, gerechtgesprochen im Geiste, erschien Engeln, wurde gepredigt unter [den] Nationen, geglaubt in [der] Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.“

Rudolf Ebertshäuser schreibt in "Gottes bewahrtes Wort", Seite 52: "1Tim 3,16 macht NA aus dem überlieferten „Gott geoffenbart im Fleisch“ die verschwommene Formel „Er geoffenbart im Fleisch“. Die textkritische Fassung, nur von einer verschwindenden Minderheit von Handschriften gestützt (bei NA werden 5 Majuskeln – darunter Sinaiticus – und wenige Minuskeln genannt), läßt die Möglichkeit offen, daß in Christus ein Engel oder anderes geschöpfliches Geistwesen geoffenbart wurde – ganz im Sinne der Gnosis u. a. Irrlehren. (Diese Änderung findet sich u. a. in revElb, Elb-CSV, Lu 84, ÖkEinh, Me, GN und HFA.)"

Die NWÜ der Wachtturm-Gesellschaft glänzt mit der muslimischen Floskel "Gottergebenheit", die in der Bibel nicht vorkommt. Gottergebenheit ist Islam. Die Wortbedeutung Islam ist Gottergebenheit. Wann immer sich Gelegenheit bietet, ersetzt die NWÜ Worte wir Frömmigkeit, Gottesfurcht oder ähnliche mit "Gottergebenheit", um die muslimische Ader aus Gründen der freimaurerischen Gleichmacherei der Religionen einzubringen.

Indem in den modernen Bibeln, die nicht weit von der Bibel der Zeugen Jehovas entfernt sind, nicht Gott geoffenbart im Fleisch vorkommt, kann Jesus bei ihnen alles sein, aber nicht Gott. Das kommt den Zeugen Jehovas sehr entgegen. Und viele geistreiche Textauswalzungsbibeln, also die sich die Aufgabe selbst gegeben haben, "noch verständlicheren" Text zu bieten, setzen die Worte so, dass an der Stelle von Jesus sogar nur der Glaube die aufgezählten Attribute erfährt. Hier wird die Bandbreite des Irrtums noch einmal bewusst vergrößert.

Johannes 3,13
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Überdies ist kein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn.

Rudolf Ebertshäuser schreibt in "Gottes bewahrtes Wort", Seite 52: "In Joh 3,13 streicht NA die Aussage über Jesus Christus: „...dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ Diese Bekräftigung, daß der Sohn des Menschen zugleich Gott ist, findet sich in der übergroßen Mehrheit aller HSS. Es wurde weggelassen auf das Zeugnis von P66, P75, Sinaiticus, Vaticanus und 8 weiteren HSS hin. Dem folgen u.a. Lu 84, revElb, ÖkEinh, GN, HFA; Elb und Me haben die Aussage, Elb-CSV in Klammern; Zü setzt eine textkritische Fußnote."

Es gibt tatsächlich mindestens eine Bibelstelle, die allein aufgrund einer einzigen Handschrift verändert wurde. Wenn das gehäuft auftreten würde, könnte man annehmen, die Verstümmelung der Bibel zugunsten der Wachtturm-Jehova-Alleinstellung, also einer Gottesänderung in Richtung Islam und dessen Allah-ist-groß-Mentalität, sei ein neuzeitliches Phänomen. Doch die alexandrinische Strömung, die in den Handschriften zu erkennen ist, sagt aus, dass der Trend, dem Jehovas Zeugen heute folgen, lange vor ihrer Etablierung schon als gnostische Irrlehre die Christenheit bedrohte. Damals wie heute wurden Schriften punktuell geändert, gezielt und mit Bedacht manipuliert, der eigenen Auffassung angepasst. Die hundertfache Menge der Handschriften, die den Textus receptus bestätigen, deren frühe Existenz, deren frühe urtextliche Vorlagen durch viele Zitate aus damaligen Zeiten bewiesen sind, werden dabei einfach ignoriert. Innerhalb der Strömung der arianischen, alexandrinischen Textabweichungen findet sich eine scheinbar zufällig gemischte Situation an Häufigkeit und Relevanz, so dass heutige Bibel-Verstümmelungs-Fachleute einen gesunden Nährboden für ihre Methoden zu besitzen scheinen. Doch der Vorstoß aller dieser Textbrüche geht eindeutig gegen den Jesus, der im Gegensatz zum Wachtturm-Jesus Gott ist. Diese Einigkeit in Stoßrichtung und Motivation hat den selben Alarm auslösenden Effekt wie die Doktrin des klugen und verständigen Sklaven, der in Brooklyn residiert und über die mächtigste Druckmaschinerie der Welt verfügt.

Was als philosophische Strömung schon früh im oberägyptischen Raum um sich griff und vor dem Wort Gottes keinen Respekt zeigte, schlägt sich heute nieder in einer weltweit propagierten Irrlehre, die sich eben auch mit Intensität die Vernichtung der Christenheit wünscht. Die Verwerflichkeit der Wachtturm-Doktrin, die sich zum Beispiel darin äußert, dass sie das Abendmahl gerade so vorschreibt, wie es außer ihnen nur noch Satanisten feiern könnten (konsequente Ablehnung von Brot und Wein), bildet die Intention der alexandrinischen Schriften-Änderer ab. Da war mehr am Werk als nur eine übergreifende Philosophie, eine Mode oder ein regionaler Mainstream. Damals schon wirkte die Kohorte dessen, der auch heute hinter der Irrlehre steht. Islam, Jehovaismus und Arianismus gemeinsam sind eins. - Leider lässt es sich heute nicht mehr aufdecken, inwieweit die Bibelkritik dazu beitrug, den Irrlehren der Wachtturm-Gesellschaft Vorschub zu leisten. Doch die gemeinsame Handschrift lässt sich erkennen.

Matthäus 1,18
Textus receptus Nestle/Aland NWÜ (WT-Bibel)
Die Geburt Jesu Christi aber geschah auf diese Weise: ... Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: ... Mit der Geburt Jesu Christi aber verhielt es sich so: ...

Für Jehovas Zeugen besteht an dieser Stelle kein Verführungsbedarf in die Richtung, Jesus habe einen Ursprung - wäre also geschaffen. Dass Jesus nicht ewig sei, ist so fest in ihre Doktrin eingebaut, dass die Verlegung von "Geburt" auf "Ursprung" hier nicht nur unnötig ist, sondern die antichristliche Tendenz der NWÜ noch einmal aufzeigen würde. Daher können die Ausleger (nicht Übersetzer) der Wachtturm-Gesellschaft in diesem Fall ganz ruhig und gelassen den echten Text unverändert lassen. Die Elberfelder Bibel hingegen befleißigt sich einer Auslegung, die aus den Ur-Abschriften nicht mehr zu rechtfertigen ist. Das ist zielgerichtetes Sprachdesign zum Nachteil der Tatsache, dass Jesus in diese Welt hineingeboren wurde, aber dennoch keinen Ursprung hat. Indem die Elberfelder Sprachdesigner Jesus einen Ursprung zukommen lassen, bereiten sie die geistige Ebene für ein Jesus-Bild, das in vielen Schattierungen antichristlicher Religionen benutzt werden kann.

Dieses Jesus-Bild der Elberfelder Bibel zeigt Jesus nicht mehr als Gott selbst, der Mensch wurde, sondern eher nur als eine philosophische, tugendreiche, ideelle Jesus-Version. Diese künstlich herabgesetzte Jesus-Figur finden wir ebenso in der Wachtturm-Literatur, die natürlich auf dem Weg der Instrumentalisierung Jesu zu ihren eigenen Zwecken weiter fortgeschritten ist.

Das ist genau die Goldader, die Religionsmenschen für sich auftun. Sie installieren einen leicht abgeänderten Jesus und drappieren um diese selbst geschaffene Gestalt herum ihr selbst erdachtes Weltbild und ihre eigene Sehnsucht nach einem idealen Reich, das sie Reich Gottes nennen. An diesem Punkt stimmen viele Religionen überein mit der Wachtturm-Weltsicht, man müsse nur das Reich Gottes irgendwie organisieren, dann werde es schon irgendwie gelingen. Diese Reich-Gottes-Eigenbautaktik gärt überall da vor sich hin, wo der Jesus der Bibel nicht mehr interessant ist. Leider sind sogar viele freie Christen auf dem breiten Weg der Jesus-Veränderung zugunsten ihrer eigenen Vorstellungen.

Komplett abgewichen ist natürlich die Verehrung der Heiligen Mutter Gottes. Dieser kultische Götzendienst schlägt alles, was man sonst an Religionslügen vorfindet. Doch steht der, der Jesus seine eigenen Vorstellungen aufzwingt, auf genau dieser Stufe des Götzendienstes.


Kommentare

01
Auf Deiner Webseite bezüglich den Textvarianten hast Du etwas ungenau wiederholt in den ersten Paragraphen den Ausdruck "Urschriften" verwendet. Eigentlich ist die Rede von ABSCHRIFTEN in der URTEXTSPRACHE. Denn die Urschrift oder der Urtext bezeichnet immer das Originalwerk, das wir für kein biblisches Buch noch bekanntlicherweise besitzen. Dafür sind die Zahl der Kopien wie die hervorragende Übermittlung (z.B. Qumran Jesajatext ist bis auf wenige Rechtschreibfehler praktisch identisch mit den bisher ältestbekannten Text aus dem 9. Jh. - also in 1000plus Jahre keine Änderung) Stütze der Überzeugung, dass das Wort Gottes erhalten geblieben ist. Abschriften sind keine Urschriften. Wir besitzen nur Abschriften, da Papier vergänglich ist und das Abschreiben für die Texterhaltung unabdingbar. Die TR-Texte, die Erasmus verwendet hat, sind von ihrer Beschaffenheit her zu jung, um sie, technisch gesehen, als die Urschrift zu bezeichnen.

Das Zitat von Joh. 6,47 im Traktat (Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. [RH]) widerspiegelt den Rezensionstext, das stimmt. Aber vgl. mit 14,1, wo das "glaubt an mich" zusammen mit "an Gott" auch bei Nestle-Aland u.ä. steht. Die Entscheidung für die Sinaiticuslesart im 6,47 hat damit zu tun, dass Nestle und Aland grundsätzlich die älteste Lesung für die beste halten, und sie ist ca. 100 Jahre älter als die sonst ältest bekannte andere Lesart mit dem "an mich". Das hat nichts mit ihrer Lehrmeinungen zu tun, sondern mit reinen textkritischen Überlegungen. (Wenn sie wirklich den Glauben ruinieren wollten, mußten sie die Texte selbst schreiben und sie als echte alte ausgeben, um jeden letzten Rest von Aussage zu vernichten, aber die ganze Fundgeschichte zeigt das Gegenteil, die Funde sind einfach Forschungsfakten. Im 14,1 haben sie das "an mich" nicht ausgelassen, weil keine griechische Abschrift dies hier an dieser Stelle tut und es für ihr Verständnis keinen wissenschaftlichen Grund dafür gibt. Sie arbeiten wirklich trocken mit der Sache und arbeiten mit dem, was vorliegt, nicht mit dem, was sie sich wünschen. Schade, dass sie überwiegend diese Arbeit nicht im Glauben betreiben.) Ob ihr Grundsatz unfehlbar ist, kann man bezweifeln, aber es wäre unrecht, ihnen böse Absichten zu unterstellen oder sie mit den ZJs in Verbindung zu bringen, finde ich nicht sachlich.

Bitte sei vorsichtig, nicht die ungelehrte Meinungen der King-James-Only-Bewegung aus den USA zu der Textkritik blind zu übernehmen. Denn diese Richtung - sie ist DIE Vorlage hinter allen ähnlichen Richtungen in Deutschland - hat nicht nur das bibeltreue Christentum über Bibelversionen gespalten, sondern auch viele unhistorische und unlogische Argumentationsweisen zum Dogma erhoben. Z.B., sie lehnen Westscott und Hort (mitsamt ihrer kritischen Ausgabe des NT, viel früher als Nestle seine Arbeit begann) ab, weil sie Anglikaner gewesen sind und an Säuglingstaufe und Taufewiedergeburt glaubten. Der Witz ist, die Übersetzer der KJV waren auch alle Anglikaner und die gleiche Lehrtraditonen vertreten wie W-H. Aufgrund ihres eigenen Argumentes gegen W-H sollten sie auch die KJV und den TR ablehnen. Erasmus war Katholik, er arbeitete im päpstlichen Auftrag und verwendete Texte, die alle aus kath. Klöstern ausgeliehen waren - nicht besser als Anglikaner, was? Tut alles aber nichts zur Sache des Bibeltextes selbst, sie ist völlig unabhängig von den jeweiligen Akteuren. Es werden viele emotionalen Assoziationen mit Argumenten gefördert, die an dem eigentlichen vorbeilaufen. Für mich sind alle biblischen Handschriften Gottes Wort und als solche zu ehren, nicht einzuteilen in ketzerische oder rein-heilige Schubladen. Menschen, die Gottes Wort nicht lieb gehabt haben, haben sie zerstört, nicht kopiert; oder nur bestimmte Bücher für echt erklärt und die anderen in ihrer Sammlung ausgelassen; oder haben liberale Bibelkritik getrieben und dies und jenes für unecht erklärt, dafür aber keine Textkritik. Das sind zwei völlig getrennte Paar Stiefel.

Na ja, das Thema ist ziemlich unendlich, und ich befürchte, dass in der Detailfülle viel Streitpotential liegt, und die Streitlust ist ein Kennzeichen der KJV-Only-Bewegung gewesen vom Anfang an. Mißverstehe mich nicht, denn ich habe viele US-Freunde im Glauben, die so denken, sie sind meine Brüder im Herrn auch wenn wir diese Sache anders sehen. Sie meinen es einerseits gut, da sie das Wort gegen empfundene Einschnitte verteidigen wollen. Aber wie die Juden, so wie Paulus sagt, eifern sie um Gott, aber mit Unverstand. Nur in diesem Fall dreht es sich nicht um die Heilslehre selbst, sondern um Textkritik. Paulus war nicht gesetzt für die Verteidigung einer textkritischen Meinung, sondern für das Evangelium. Hierin liegt die falsche Betonung solcher Auffassungen. Finde ich schade, wenn Du Dich in diese Abseitsbetonung festbeißen würdest. Viel wichtiger ist es, den Bibeltext - egal in welcher Lesart, denn alle Aussagen stimmen überein trotz lokalen Nuancen - auf uns wirken zu lassen und uns verändern in das Ebenbild Christi.

Fred [06.04.2013]
Ich habe es ja heute schon anklingen lassen, als wir uns in Sinsheim unterhielten. Mir geht es nicht um die Parteinahme für eine bestimmte Strömung. Genauso wenig geht es mir darum, jemanden mit den Zeugen Jehovas gleichzusetzen. Das einzige, was ich mit dieser Seite erreichen will, ist ein aufmerksames Gespür für die inneren Beziehungen zwischen den Lesarten der arianisch angehauchten Abschriften :-) und den Grundzügen der Gnosis, die ja in der Wachtturmlehre heute sehr deutlich wiederzuerkennen sind. Es ist bekannt, dass die der Wachtturm-Doktrin entsprechenden Grundzüge und Kernpunkte gerade im alexandrinischen Raum als Irrlehre schon früh um sich griffen (1. Tim 6,20 O Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis). Mir geht es um die Wiedererkennung dieser Auffassung, die aus Jesus eine Ideologie macht und sich nicht scheut, zum Beispiel einfach das Blut Christi hier und da in den Abschriften wegzulassen. Genau dasselbe finden wir in den bildlichen Darstellungen des gepfählten Wachtturm-Jesus. Das Blut wird nur in zwei mir bisher bekannten Abbildungen des gepfählten Wachtturm-Jesus komplett weggelassen. Ansonsten verbleibt schon noch etwas Blut auf diesen Wachtturm-Jesussen. Etwa so, als hätte man sich gerade den Kopf gestoßen oder in den Finger geschnitten. Lächerlich. Mein Appell lautet: Augen auf und die einschlägigen Abweichungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zumal die Verfälschungen der NWÜ genau auf dem Prinzip "passt schon" beruhen. Da wird zu Recht angenommen, dass die NWÜ-Leser niemals nachprüfen werden, ob die Übersetzung tatsächlich so gut ist, wie die Wachtturm-Gesellschaft behauptet. Will sagen, die erkennbaren Wurzeln der arianischen Irrlehre treiben wie an der Wachtturmlehre gut erkennbar ausgewachsene Früchte der Irrlehre und der frech eingeführten Textänderungen und Umdeutungen. Das zu beobachten, ist meine Intention. - Danke für den kritischen Kommentar. Kritik hilft weiter. Sich irgendwo festbeißen ist nicht die Natur des Glaubens und nicht die Wesensart eines Christen. Glaube bleibt Glaube und darf nicht zu einer Überzeugung werden. Überzeugung ist nur Verbissenheit. [RH]
02
Schön, dass Du eine offene Debatte anstrebst.

Eigentlich um die These zu beweisen, dass bestimmte (alexandrinische, z.B.) Manuskripttraditionen eine tatsächliche Auslassung oder Manipulation des Urtexts darstellen, müßten dann noch ältere griechische Abschriften gezeigt werden, die die TR-Lesung vorweisen. Zwar reichte das auch nicht ganz, denn es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Abschreibfehler, die nicht beabsichtigt waren oder mögliche vorliegende Beschädigungen an einer Textvorlage (wovon der jeweilige Kopist seine Handkopie herstellte), aber es reicht, um eine Auslassung aus welchem Grunde auch immer nachzuweisen. Da aber die griechisch NT-Abschreiber so gut wie kein Protokoll über ihre Arbeit geführt haben, so wie die Masoreten ihren Umgang mit den für sie schwierigen Lesarten des hebräischen Textes nachweisen, kann keine absolute Aussage über abweichende Lesarten gemacht werden. Man kann das nur einschätzen, das ist mehr Gefühlssache der Textkritiker, und auch diese Einschätzung sagt nichts über die Beweggründe der betroffenen Abschreiber. (Bei den jüdischen Abschreibern ist stets erkenntlich, was sie in ihrer Vorlage finden und wie sie anders interpretieren: Mit "Kere!" und "Qetib!" lassen sie immer die Nachwelt wissen, was geschrieben vorlag und wie sie es besser zu lesen verstanden haben - dabei haben sie die Vorlage nicht verändert. Solche Hinweise fehlen unter uns Gojim. Dafür haben die griechischen Kopisten wahnsinnig mehr Quantität an Abschrifen als die Masoreten mit ihren hebräischen hergestellt, was, menschlich gesehen, zwar die Fehlerquote steigert, aber letztlich doch so einen Reichtum von Kopien und somit einen Überprüfungsrahmen bietet.)

Es fehlen uns auch Zeitzeugen - also Schriftliches - aus dem nachapostolischen Zeitalter, welche eine bewußte Veränderung des biblischen Textes aus Lehrmeinungsgründen berichten. Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, wie so etwas Heiliges, wie das Wort, unter solchem Angriff stehend, völlig in der antiken Berichterstattung kommentarlos bleiben könnte. Die Theorie kam aber durch die KJV-Verfechter in Nordamerika in der 2. Hälfte des 20. Jh. auf, das ist kirchengeschichtliches Faktum. Was dazukommt: Die West- und Ost-Kirchen sind beide trinitarisch ausgerichtet und gehen im Ausgang des arianischen Streites von der gegebenen biblischen Gottheit Jesu aus, also für diese beiden Kirchen bestand kein Grund, um diese Lehre abzuschwächen. Der Arianismus lebte zwar weiter im Balkan und Osteuropa, unter den Slawen und Germanen, kam so durch die spätere Völkerwanderung in unsere Länder, wurde aber durch die altkatholische (vorpäpstliche) Mission der Iro-Schotten wesentlich überwunden, so dass die Ottonen ihr Reich und zugleich die damalige Landeskirche auf ein trinitarisches Christentum bauen konnten. In meinem ganzen Lesen von Athanasius, der in Ägypten gegen Arius gekämpft hat, kann ich mich nicht an einen Bezug auf eine Bibeltextmanipulation von Arius und seinen Anhängern erinnern - es drehte sich stets um griechisch-philosophische Erklärungen oder Auslegungen des vorliegenden Wortes, nicht um die Textüberlieferung oder um eine abweichende Lesart selbst. Eher wäre zu erwarten, dass diese altkatholischen Kirchen die sogenannten arianischen Lesarten abgeschafft hätten, als umgekehrt. Deshalb scheint die Theorie nicht einmal von kirchengeschichtlicher Seite her logisch zu sein.

Also wenn uns ältere TR-Lesarttexte wie geschichtliche Zeugnisse fehlen, und das ist bis heute der Fall, gibt es keinen Beweis für die These. Deshalb ist es nicht sinnvoll, hier großes Dogma zu machen. Natürlich rein theoretisch gesehen könnte ein neuer Fund die These beweisen, aber niemand kann aufgrund fehlender Indizien eine Sache feststellen.

Ganz andere Gedanken: Mir scheint die Aufwühlung einem weiteren unlogischen Grund zu entstammen. Letztlich ist die Argumentation, dass die TR-Grundlage Jesus 2-Tausend-Komma-Soundso-Hundertmal mehr verherrlicht als die WH oder NA-Rezensionstexte, eine reine quantitative Auffassung. D.h., je mehr, desto besser. Wenn das der Fall wäre, dann warum einfach nicht jede Stelle, die die Gottheit und Bluterlösung Jesu zeigt, doppelt schreiben? Wenn die Menge wichtig ist, dann je mehr, umso besser. Also alles nicht nur doppelt schreiben, sondern auch in anderen fremden Zusammenhängen hineinimportieren. Ich hoffe aber, dass wir nicht im Glauben nach Quantitäten schauen. Sollte es nicht genug sein, wenn Gott etwas nur einmal sagt? Z.B., die NT-Entrückungslehre wird nur in einer einzigen Stelle gelehrt. Ich habe lutherische Gelehrte gelesen, die fast wortwörtlich geschrieben haben "das ist ja nur eine einzige Stelle, darauf kann man keine Lehre bauen." Oder wollen wir Gott zu endlosen Wiederholungen verurteilen, bevor wir glauben und lehren? Wenn wir wirklich glauben, dass die ganze Bibel Gottes inspiriertes Wort ist, nehmen wir alles an, egal wie oft eine Lehraussage wiederholt wird. Wenn es sich in 1000 Jahren weiterer Textforschung feststellen ließe, dass NA und WH wesentlich Recht gehabt haben (hier nur um des Argumentes willen gedacht), dann müßte die Nachwelt sagen, "dass Gott die Bluterlösung ursprünglich nur hier und dort schriftlich geoffenbart hat und nicht anderswo, und dass die späteren Abschreiber doch ein Wortlaut von einer ursprünglichen Stelle in andere übertragen haben. Aber es war genug, dass Gott es hier und dort und nicht mehrmals anders sagte." Letztlich hängt unser Glaube nicht von der Menge einer wiederholten Phrase ab! Wenn wir nur ein Evangelium hätten und nur einen Brief von Paulus (z.B. den Römerbrief), wäre es genug, um Jesus Christus kennenzulernen - und das egal aus welchen griechischen Handschriften. Gott hat uns aber zu unserem Glück und Wonne viel mehr gegeben.
Aus Deiner Sicht ziehen alle Deine Argumente, denn Du liest alles, was in der Bibel steht, und glaubst es auch. Nimmst es an. Die Wachtturm-Gesellschaft agiert aber genau entgegengesetzt. Sie selektiert "ihre" Bibelstellen sehr genau nach dem, was sie meinen, dass es ein Zeuge Jehovas lesen darf. Sie haben einen Pool an bestimmten Bibelstellen, die sie immer wieder angeben unter "vergleiche so und so". Um diese Technik einigermaßen erfolgreich auf suchende Menschen anwenden zu können, ist man natürlich darauf angewiesen, dass nicht allzu viele Texte in der Bibel aufzufinden sind, die das genaue Gegenteil der Wachtturm-Irrlehre aussagen. Jehovas Zeugen haben tatsächlich die Eigenart, einzelne Bibelstellen als nicht existent zu empfinden, wenn sie die Wachtturm-Lehre widerlegen. Von daher denke ich mir, dass eine auf bestimmte Weise ausgedünnte Bibel ein besserer Nährboden für die Wachtturm-Lehre bildet, denn die Wahrscheinlichkeit der biblischen Aufklärung trotz Wachtturm-Lektüre sinkt damit erheblich. Dieser Vorgang bestätigt sich aber auch in der ganz banalen Alltagsarbeit auf diesen Seiten hier. Viele Einäugige bedienten sich genau der abgespeckten Textvarianten, die sie dazu missbrauchen konnten, zum Beispiel den Glauben an sich als rettende Maßnahme hochzuhalten und den, an den man glauben muss, dabei gar nicht zu erwähnen. Dass diese Philosophen hier auf dieser Seite den Zeugen Jehovas zur Seite sprangen, hat mich schon ein bisschen gewundert, bis ich begriff, dass die Ablenkung von Jesus mehr ist als nur eine scharf umrissene Irrlehre. [RH]
Ich denke, wir sollen die professionellen Textkritiker Textkritiker sein lassen, dafür sollten wir weise sein wie harmlose Gläubige. Zu viele Gläubige erheben sich zu etwas, was sie nicht sind, und ich bezweifle, sie sind imstande, die echten Abschriften überhaupt mit Leichtigkeit zu lesen. Ich lese in einer sauber getippten Ausgabe das griechische NT seit bald 35 Jahren und habe mit dieser oder einer anderen moderngedruckten Ausgabe keine Schwierigkeiten, bin aber sehr aufgeschmissen, wenn es um die antiken Texte geht. Die Textkritiker, seien sie echte Jesusjünger oder nicht, haben sich die Mühe gemacht, diese oft schwer lesbare und von Hand geschriebenen und stilistisch verschiedenartigen Formen zu entziffern und zu protokollieren. Manchmal haben sie sogar Bibeltexte entdeckt, die abradiert wurden, wo das Material für andere Texte danach gebraucht wurde, und diese fast verloren gegangenen, kaum wahrnehmbaren Kopien gerettet. Für solche harte Arbeit sollten wir eher dankbar sein, als diese Leute tiefer in Dantes Inferno zu treiben.
:-) Nein, nein. Das habe ich auch nicht vor. Das einzige, was mir auffällt, ist halt die Parallele der Argumentation. Da wird zum Beispiel von den Textkritikern behauptet, der textus receptus sei professionell organisiert handstreichartig in einem kurzen Zeitraum europa- und asienweit zielgerichtet auf den Stand des textus receptus verändert worden. Was für ein Vorwurf! Auch darüber ist nie ein Beleg gefunden worden, sondern die Umgebungsvariablen sprechen eher für die Unmöglichkeit eines solchen überfallartigen Husarenstückes, denn der Verdächtigte stand auf der Seite der Arianer. Und dennoch pocht die Textkritik auf ein solches Argument. Ganz ähnlich ist das Verhalten der Wachtturm-Gesellschaft, die fest und steif behauptet, die Christenheit hätte den Namen Jehova willkürlich und planvoll aus der Bibel entfernt. - Da werde ich meine Hand nicht in das Ölfass stecken, um diese Leute unterzutauchen. Sie sind schon alle schwarz und ölig. - Ich stelle nur fest, was dem Geruch nach erkennbar faul ist. Und das ist bisher herzlich wenig von dem, was ich rieche. - Deine Argumentation ist absolut berechtigt und in Ordnung, wenn man die Wachtturm-Doktrin und den aus ihr entstehenden Schaden ausblendet. Und! Ohne Deine berechtigten Warnungen könnte ich mich auf diesem Gebiet gar nicht glaubhaft machen, denn es ist wirklich ein Gebiet, das jede Menge Raum für Spekulationen bietet. Umso besser ist es, wenn einer da ist, der sein Veto einlegt. Und wer weiß! Vielleicht finde ich ja auch Ruhe über die Parallen der Textkritik mit der Wachtturm-Richtung. [RH]
Wenn wir uns überhaupt das Letzere erlauben wollen, dann nicht für die Textkritik, sondern für eindeutige grobe Sünde oder für klare Irrlehre. Es gibt ein englisches Sprichwort: Barking up the wrong tree. Hier bellt der Hund einen Baum hoch, auf dem doch keine Gefahr lauert, sondern einfache Vögel oder Käfer stören den Hund.

Na ja, wenn es um die Empfindungen geht, sollte ich Dir meinen Artikel senden, den ich vor etwa 7 Jahren geschrieben habe. Es gibt, ganz abgesehen von dem eigentlichen Sachverhalt der Abschriftenfrage, einen seelsorgerlichen Punkt, den wir wahrnehmen müssen, wo Christen über diese Frage beunruhigt sind. Wenn Du den möchtest, dann sende ich als Anhang, wenn er noch aus dem digitalen Labyrinth zu retten ist.

Im Herrn verbunden,

Fred [08.04.2013]
03
Hallo Fred,

wenn Du dem Artikel zufällig begegnest, schick ihn mir. Der wird mit Sicherheit hilfreich sein, denn die Wachtturm-Gesellschaft arbeitet auf der Grundlage des Recht-Habens. Man ist von etwas überzeugt, weil man Recht hat. Die Gefahr, dass ich mich auf diese Ebene der Rechthaberei einlasse, ist groß. Ich kann noch so oft behaupten, dass der Glaube zählt und nicht die Überzeugung, aber es kommt nicht an.

Daher ist mir jede Intervention recht, die den Glauben betont und die Überzeugung ins Reich der Politik und der Ideologie verbannt.

Im Herrn verbunden,

Rüdiger [08.04.2013]

04
Können Sie bitte durch z. B. ein Photo der entsprechenden Seite nachweisen, daß Nestle-Aland in Apg. 20,28, wie Sie behaupten, "durch das Blut seines Sohnes" liest?

Drucken Sie bitte ein Photo der entsprechenden Seite ab und markieren Sie darin das Wort "Sohn". Danke.

Anonym [05.06.2013]
05
Hallo ?,

die einzelnen Übersetzungen geben den Text genau so wieder. Da brauche ich kein Foto von irgendwas. Ich gebe Ihnen hier einmal die entsprechenden Links, damit Sie sich vergewissern können. Unter www.bibleserver.com sind schon etliche Übersetzungen einsehbar. Hier nun die einzelnen Varianten:

Luther 1984: ... die er durch sein eigenes Blut erworben hat.

Elberfelder Bibel: ... die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes!

Hoffnung für alle: ... die er sich durch das Blut seines Sohnes erworben hat.

Schlachter 2000: ... die er durch sein eigenes Blut erworben hat!

Neue Genfer Übersetzung: Gott hat sie ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben.

Gute Nachtricht Bibel: ... die Gott durch das Blut seines eigenen Sohnes für sich erworben hat!

Einheitsübersetzung: ... die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.

Neues Leben. Die Bibel: ... die er durch das Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat -, ...

Neue evangelistische Übersetzung: Gott hat sie ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben.

English Standard Version: ... which he obtained with his own blood.

An diesen Übersetzungen können Sie leicht erkennen, dass die "modernen" Bibeln sehr gerne dem Mainstram folgen, der die Irrlehre der Wachtturm-Gesellschaft stützt. Diese Blut-des-Sohnes-Varianten sind alexandrinisch zusammengekratzer Nestle-Aland-Text.

Rüdiger [05.06.2013]

PS: Nun könnte man mutmaßen, das alles hätte die Freimaurerei mit Unterstützung der Katholischen Kirche einfädeln können. Es gibt aber auch eine Erklärungsalternative. Welche das ist, dürfen Sie selbst erraten. Stoßrichtung dieser Textabwandlungen ist die These: Gott ist nicht Mensch geworden, Jesus ist nicht Gott. Christen denken allzu oft, sie seien sicher und weit entfernt von der Wachtturm-Sektenlehre. Weit gefehlt! Die Christen werden systematisch eingekreist und versäumen es, sich zu informieren.
06
Gut, Herr Hentschel, aber das war nicht die Frage bzw. Bitte.
Für mich klang das nicht nach einer Bitte oder einer Frage. Es klang eher wie ein Auftrag mit Nachdruck. [RH]
Denn wer sagt, daß z. B. die ELB in Apg. 20,28 dem Text von Nestle-Aland folgt?
Die Elberfelder selbst. "... die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes!" Nestle/Aland sind die Schnitt-Adresse, an die die Veränderungen in den "modernen" Bibeln gebunden sind. Inwieweit die Nichtchristen Wescott und Hort da hineinspielen, erscheint mir irrelevant. [RH]
Wenn Sie Ihre Behauptungen ungeprüft irgendwo abgeschrieben haben, geben Sie dies bitte zu, ansonsten BELEGEN Sie sie bitte, so wie es sich gehört. Wissen Sie, was ich glaube? Sie besitzen nicht einmal eine Ausgabe des Nestle-Aland, denn dann könnten Sie erstens mühelos ein Photo daraus abdrucken (bzw. Ihre Behauptung belegen) und zweitens ebenso mühelos erkennen, daß das Wort "Sohn" im Text von Nestle-Aland gar nicht steht und auch nie gestanden hat.
Was ist denn bitte ein "Nestle-Aland"? Ich meine, die Jungs haben mehrere Versionen ihrer alexandrinischen Infektion veröffentlicht. [RH]
Sie machen sich hier streng genommen der Verleumdung strafbar, ist Ihnen das eigentlich klar?
Können Sie bitte durch z. B. ein Photo Ihres Hirns nachweisen, daß Sie eines besitzen? Drucken Sie bitte ein Photo Ihres Hirns ab und markieren Sie darin Ihre Logik. Danke. - Dies ist frei Ihrer Anweisung nachempfunden.

Wenn viele Verlage die "wissenschaftlichen Erkenntnisse" von Nestle/Aland in ihre Bibelauslegungen (um Übersetzungen handelt es sich dann ja nicht mehr) einfließen lassen, ist es nicht meine Pflicht, einzelnen Worten nachzugehen und davon Fotos zu machen auf Ihren Befehl hin. Die Bibelauslegungen, die der Nestle/Aland-Vorlage folgen, mögen hier und da einzelne alexandrinische Fehlgriffe noch verstärken, mich ficht das nicht an, denn die antichristliche Intention ist klar. [RH]
Ja, mein Kollege hat Recht, Herr Hentschel. Übrigens, falls Sie es noch nicht wußten: Die NWÜ wurde im NT nach dem Text von Wescott und Hort übersetzt; nur ein Laie würde sie daher mit dem Text von Nestle-Aland vergleichen, so wie Sie das tun.
Witzig! Sie sind entweder zwei oder ein Schizophrener. Egal. Wescott und Hort waren ungläubig und ich meine, gelesen zu haben, dass sie mindestens zweitweise okkulten Clubs anhingen. Sie leisten der NWÜ keinen guten Dienst, indem Sie den geistigen Unterbau der NWÜ noch einmal erwähnen.

Und der Vergleich der heutigen Bibelausgaben orientiert sich weder an Wescott und Hort noch an Nestle/Aland, sondern an dem Inhalt dieser Bibelausgaben. Welche Wurzeln sich in den Inhalten spiegeln, reicht dann allerdings auf diese bekanntermaßen unchristlichen Menschen zurück. Wenn Sie nun über Material bzw. Wissen verfügen (Sie brauchen kein Foto davon zu drucken), das im Bezug eines bestimmten Wortes diese oder jene Super-Hyper-Ultra-Genauigkeit impliziert, dann seien Sie stolz drauf. [RH]
Ach ja, ich noch einmal... Ich sehe hier gerade, daß Sie etwas von "Christen versäumen es, sich zu informieren" schreiben. Haben Sie das nicht ebenfalls versäumt bzw. nicht recherchiert, ob die Quelle, aus der Sie Ihre Darstellungen übernommen haben, den Text von Nestle-Aland überhaupt korrekt zitiert?

Anonym [07.06.2013]
Christen informieren sich nicht ausreichend über das Ausmaß der "wissenschaftlich fundierten" Irreführung. Sie informieren sich in der Tat selten über die wahren Intentionen der Wachtturm-Doktrin. Meine persönliche Informationslage damit in Verbindung zu bringen, ist völlig irrig, denn ich habe nie behauptet, ich sei über alles ganz toll informiert. Ich gebe hiermit öffentlich zu, dass ich nicht darüber informiert bin, was sich wirklich in Ihrem Hirnkasten befindet. Aber ich nehme an, Sie sind ganz gesund und gut durchblutet. [RH]
07
Es ist doch erstaunlich, wer sich alles angegriffen fühlt, wenn der logische Zusammenhang zwischen alexandrinischen Textfunden und der Wachtturmlehre nachempfindbar dargestellt wird. Da sitzen zwei an ihrem Rechner und geben sich gegenseitig recht. Und sie schreiben ohne Namensangabe. Selbst für einen Phantasienamen sind sie sich zu fein. Das wird eine schöne neue Welt werden, die solche Leute unter der Marke "Jehovas Königreich" aufrichten werden. Wer in dieser schönen neuen Welt nicht loyal ist, wird vernichtet.

Rüdiger [07.06.2013]
08
Ja, wir sind bzw. waren zwei. Geben Sie doch bitte einfach zu, daß Sie weder eine Ausgabe des Nestle-Aland (z. B. 25. oder 27. Auflage) besitzen und Ihre Darstellungen ungeprüft übernommen haben. Wie Sie sich hier winden, ist ja peinlich.
Drucken Sie ein Foto von Ihrem Hirn, dann drucke ich ein Foto von dem Wort "Sohn". Was ich damit sagen will: Der Besitz einer Ausgabe des Nestle-Aland ist keine Voraussetzung, um sich mit der Thematik zu befassen. Die auf diesen Leuten beruhenden Änderungen unterfüttern eine bestimmte spezielle Lehrmeinung, die mit der Wachtturm-Doktrin seltsam deutlich übereinstimmt (oft nur durch eine minimale Anzahl, also in einem Verhältnis von 4 zu 5000 Ur-Abschriften bezeugt). Wenn ich jemals behauptet hätte, eine Ausgabe von denen zu besitzen, hätte Ihr herablassender Ton eine Berechtigung. [RH]
Besitzen Sie wenigstens eine Ausgabe des TR oder wenigstens eine einzige Übersetzung davon?

Hier damit anzugeben, wer ich bin bzw. für wen ich arbeite, habe ich gar nicht nötig. Aber glauben Sie mir bitte, Herr Hentschel, WIR haben es nicht nötig - so wie Sie das darzustellen versuchen - bei unserer Arbeit nach irgendwelchen "Wachtturm"-Methoden vorzugehen. Wenn irgendwelche Übersetzer zu dämlich sind, einem Text korrekt und konsequent zu folgen, für den sie sich entschieden haben, ist das nicht unser Problem.
Jehovas Zeugen gehen genau so zu Werke: Keine Namensangaben, rigorose unsinnige Entscheidungen, sich selbst erhöhend, dass es kracht. Ihre Selbstbezeichung (WIR) in Großbuchstaben bestätigt das. [RH]
Übrigens, Herr Hentschel, warum stellen Sie hier nicht einfach mal die Lesart des TR für Joh. 14,14 dar? Oder für Jud. 4? Ist der TR an diesen Stellen etwa nicht korrekt, da seine Lesart dort Ihrem "Glauben" widerspricht? Die Deppen von der WTG kritisieren Sie, weil sie das Wort "mich" in Joh. 14,14 auslassen, aber daß Ihr feiner TR dieses Wort ebenfalls ausläßt, das verschweigen Sie.

Anonym [08.06.2013]
Ich kann mich nicht erinnern, die Auslassung des "mich" in Johannes 14,14 irgendwo kritisiert zu haben. Bitte weisen Sie die betreffende Position nach.

Schauen wir uns die betreffende Stelle einmal an:

Johannes 14,14 Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. (Schlachter 2000)

Hier ist die Bitte an den Vater genau so eingebettet wie die Bitte an den Sohn. Dies ist ein handfester, klarer Hinweis darauf, dass Jesus der Erhörer aller Gebete ist. Was gibt es daran auszusetzen? Die byzanthinische Textmasse bestätigt Jesus als den, der der selbe Gott ist wie der Vater. Die alexandrinischen Abweichungen versuchen dies Stück für Stück abzuschwächen. Das ist sehr nahe verwandt mit der allmählichen Umschreibung der Bibel, wie Jehovas Zeugen sie betreiben. Es muss ein schleichender Prozess sein. Diese leiseweinende Machart kennt man auch von diesem stückweise auftauchenden neuen Licht, das der Wachtturm-Gesellschaft nur von Luzifer, dem Lichtträger, zugetragen werden kann, wenn sie es nicht selbst erfindet. Die Parallelen sind da und fallen auf, sobald man die Wachtturm-Doktrin näher kennt. Dafür mache ich ja diese Webseite, dass Menschen erkennen können, wo die Nachtigall trappst.

Frage: Wo sind nochmal die neuen Evangelien gefunden worden? War das nicht auch in Oberägypten? [RH]
09
Sehr geehrtes Anonym;

man kann auch die besten Texte nehmen und falsch übersetzen. Und fehlinterpretieren. Die Wachtturm-Gesellschaft ist bestes Beispiel. Und man muss es sich nicht schwer machen. Hier einer der vielen WTG Fehler:

Ich nehme die NGÜ, die ja gerne von der WTG missbraucht wird.

Johannes 19.31-36 Es war Rüsttag, ´der Tag vor dem Sabbat,` und die führenden Männer des jüdischen Volkes wollten nicht, dass die Gekreuzigten (1) den Sabbat über am Kreuz (2) hängen blieben, umso mehr als dieser Sabbat ein besonders hoher Feiertag war. Deshalb baten sie Pilatus, dass man den Männern, ´die am Kreuz (3) hingen,` die Beine brach und sie, ´sobald der Tod eingetreten war,` herunterholte. Die Soldaten gingen zunächst zu dem einen von den beiden, die mit Jesus gekreuzigt (4) worden waren, und brachen ihm die Beine. Dasselbe taten sie mit dem anderen. Als sie jedoch zu Jesus kamen und feststellten, dass er bereits tot war, brachen sie ihm die Beine nicht. Einer von den Soldaten allerdings stach mit der Lanze in seine Seite, worauf sofort Blut und Wasser aus der Wunde traten. Das bezeugt der, der es mit eigenen Augen gesehen hat, und sein Bericht ist wahr; er weiß, dass er die Wahrheit sagt. Und er bezeugt es, damit auch ihr glaubt. Diese Dinge sind geschehen, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist: »Es wird ihm kein Knochen gebrochen werden.« Und an einer anderen Stelle der Schrift heißt es: »Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.«

Tja. 4 mal steht da jetzt, dass Jesus GEKREUZIGT wurde, und ihr behauptet: gepfählt. Dann hast Du noch die Frechheit, auf einzelnen Versen rumzureiten. Schäm Dich. Pfui. Du lässt Dich in wichtigsten Dingen veräppeln und kommst mit "Urtexten"? Soll ich lachen oder weinen?

Zu Johannes 14.4 (NGÜ): 14 Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.«

Wer kann so etwas behaupten? Ein Engel? Nein. Ein Mensch? Lachdilach.

Nur Gott kann so etwas sagen. Du willst also mit einer Stelle, deren Aussage Jesu Göttlichkeit belegt, behaupten, Jesus war nur ein netter Mensch, Prophet, Vorbild? Junge, lesen und verstehen.

Gruss,

Teetrinker [10.03.2013]
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Herr Hentschel,

was man hier zu lesen bekommt, ist ja haarsträubend. Mein Tipp an Sie: Machen Sie doch selbst eine Übersetzung des Neuen Testaments oder am besten der ganzen Bibel! Dann hätten wir alle eine Bibel, auf die wir uns wirklich verlassen könnten und bräuchten nicht mal hier, mal da zitieren, oder ständig argumentieren. Am besten machen Sie das so, dass auf Ihrer Website jeder daran mitarbeiten kann, der Interesse hat. Ich wäre dabei.

H. E. [11.06.2013]
Nanu? Plötztlich so leutselig? Was Ihren Vorschlag anbetrifft, würde das nur den Versuch eines weiteren Mainstream gegen den bestehenden Mainstream bedeuten. Auf dieser Seite sollte nur das Thema angerissen werden, inwiefern moderne Bibeln mit Irrlehren konform gehen, wie man sie bei der Wachtturm-Gesellschaft findet. [RH]
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Was immer wieder störend auffällt, sind pauschale Aussagen, die nie konkret mit einem oder zwei Beispielen belegt werden. "Was man hier zu lesen bekommt, ist ja haarsträubend" ist eine davon. Da gibt es tatsächlich Leute, die einerseits wissenschaftliche Akribie und universelle Legitimation fordern, aber selbst pauschal und unbegründet bleiben in Aussagen, die noch nicht einmal die Bildzeitung so bringen könnte. (Huch, das mit der Bildzeitung kommt mir grad bekannt vor.)

Rüdiger [12.06.2013]
12
Textus Receptus:

1. Johannes 5,7 Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins;

N-A:

1. Johannes 5,7 Denn drei sind, die das bezeugen

Das ist der wichtigste Vers. Fehlt dieser Vers, dann fehlen auch 16 komplette Verse und es gibt über 300 Verstümmelungen. Bevor ihr euch eine Bibel kauft, prüft ob dieser Vers aus mehr als 20 Wörtern besteht!!!

Gottes Segen

Krysto [24.06.2013]
Hallo Krysto, in einem muss ich Fred Foster zustimmen: Er sagt, dass in den anderen Schriftvarianten auch das Wort Gottes, das Evangelium enthalten ist. Die Spaltung innerhalb der Gemeinden über die Nestle/Aland-Texte findet er schlimmer als die möglichen Irrtümer, die sie hervorrufen könnten. Gleichzeitig sehe ich die Gefahr bzw. den Tatbestand, dass diese leiseweinende Veränderung in Wort und Sinn genau das beginnt, was die Wachtturm-Gesellschaft so virtuos auf die Spitze treibt.

Meine Haltung ist: Partei ergreifen für zum Beispiel die Schlachter 2000-Übersetzung - ja! Eine Spaltung unter Christen daraus machen - nein!

Viele Grüße, Rüdiger
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Zitat: "Meine Haltung ist: Partei ergreifen für zum Beispiel die Schlachter 2000-Übersetzung - ja! Eine Spaltung unter Christen daraus machen - nein!"

Bin ganz deiner Meinung!

Krysto [24.06.2013]
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Herr Anonym, wenn du Beweise willst, was den Unterschied zwischen NA und TR ausmacht, dann geh auf die Seite von Rudolf Ebertshäuser. Dort kannst du dir die Beweise als PDF-Datei ausdrucken. Anhand von 300 Beispielen werden da die Unterschiede aufgezeigt.

Albert [22.08.2014]
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Alles Quatsch, vergleicht doch mal auf Bibelserver.com die Übersetzungen - mit den Versen 7-8-9, dann passt es. Das Problem sind nicht die angeblich fehlenden Verse, sondern die Einteilung, die willkürlich ist. Immer mindestens den Abschnitt lesen, sonst macht man den gleichen Fehler wie die Zeugen!

Teetrinker [22.08.2014]
Ich bin der Meinung, dass man schon an den inhaltlichen Änderungen, die oft zum Rätselhaften tendieren, den Wunsch der Nestle/Aland-Familie erkennen kann, alexandrinische Fragmente in die Bibel einzubetten. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema vonseiten Ebertshäuser ist hilfreich. [RH]

PS: www.hausbibelkreis.de/content.php?id=603

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Erstellungsdatum: 24.03.2013 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten