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Wachturm schreibt man eigentlich mit tt, viele schreiben Wachturm. Wachturm ist aber nicht richtig.

Wachtturm-Willkür

Die große Vision, die der Wachtturm-Verlag aus Brooklyn den Menschen verkauft, besteht aus der Behauptung, alle bösen Menschen würden zu einem bestimmten, bald eintreffenden Termin beseitigt. Und da sich außer den echten Christen jeder Mensch als gut und nicht als böse einstuft, fällt diese Vernichtungsbotschaft als Wachtturm-Evangelium in aller Welt auf recht fruchtbaren Boden. (Echte Christen dagegen haben Sündenerkenntnis und können aus der Erschütterung über ihre Sünde nur noch in die vergebende Liebe Jesu fliehen.) Die dankbaren Empfänger der Wachtturm-Botschaft von der baldigen Vernichtung alles Bösen sind durchweg Menschen, die nichts mit Jesus zu tun haben und nicht wissen können, dass sie selbst mindestens genau so böse und schlecht sind wie der Rest der Welt.

Es eignen sich also gerade die Menschen als Manipulationsmasse für die Jehova-Theologie, die ohnehin noch nie eine Erlösung erfahren haben vom Geifern nach dem Ansehen vor den Menschen. Es sind Menschen ohne Gott, denn nur in Jesus kann und will Gott uns begegnen. Es sind Menschen ohne Gott, die täglich darauf angewiesen sind, Ansehen und Anerkennung von ihresgleichen zu kassieren. Es sind Menschen, die mit dem Gefühl unterwegs sind: Gemeinsam stehen wir das durch!

Dass aber nur Gott und nicht die Menschen dieses Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe auf ewig stillen kann, das können sie nicht erfahren, denn der Sklave hat ihnen in weiser Voraussicht verboten, jemals zu Jesus zu beten.

Dreist angedichtet

Die Zeitschrift "ERWACHET" vom November 2010 stellt auf den Seiten 17/18 fest, dass skrupelloses Verhalten zur Vernichtung führt:

Die allererste Vorhersage in der Bibel wurde von Moses zur Zeit der Weltmacht Ägypten aufgezeichnet. Man findet sie in 1. Mose 3:15. Hier versprach Gott einen "Samen" oder Nachkommen, der den Teufel und seinen "Samen" oder alle, die sich so skrupellos und gewissenlos verhalten wie er, vernichten würde (Johannes 8:44; 1. Johannes 3:8).
[ERWACHET November 2010, Seite 17]

Doch von Vernichtung ist in der vom Wachtturm angeführten Bibelstelle keine Rede! Es ist nur die Rede von Feindschaft und vom Zermalmen des Kopfes:

1. Mose 15 Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.

Das Zermalmen des Kopfes ist die Umschreibung dessen, was Jesus am Kreuz vollbracht hat. Der Ankläger hat alle Macht über die Menschen verloren, denn Jesus hat alle Schuld auf sich genommen. Was Satan umtreibt, ihm den Kopf verdreht, was sein großes Ziel ist, der ganze Inhalt seines Denkens, nämlich die Menschen vor Gott schuldig sprechen zu können, das ist alles dahin. Dieser Jesus hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass Satan nur noch versuchen kann, so viele Menschen wie möglich von Jesus fernzuhalten.

Auch in den beiden anderen Bibelstellen (Johannes 8:44; 1. Johannes 3:8) steht nichts über die Vernichtung der bösen Menschen! Lediglich in 1. Johannes 3,8 kommt das Wort "vernichten" vor, betrifft aber nicht die bösen Menschen, sondern die Werke des Teufels. Die Vernichtung der Werke des Teufels ist genau dieses Zermalmen des Kopfes der Schlange. Der Teufel kann die Menschen nicht mehr vor Gott anklagen, denn Gott hat durch die Hingabe seiner selbst Sühne für alle geschaffen, die auf Jesus vertrauen.

1. Johannes 3,8 ... Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

Wachtturmgesellschaft schafft Platz für sich selbst

Um in dieser Position der verlorenen Macht des Teufels wenigstens einen Pferdefuß in die Tür setzen zu können, bezeichnet die Wachtturmgesellschaft Jesus als nur einen Teil des verheißenen Samens. Sie selbst muss und will natürlich auch am Spiel beteiligt sein und trifft deswegen eine Nebenaussage, die kaum auffällt, aber in sich schon die Gotteslästerung schlechthin ist:

Wie sich herausstellte, war der versprochene "Same" in erster Linie der Messias: Jesus Christus (Lukas 2:9-14).
[ERWACHET November 2010, Seite 18]

In Lukas 2:9-14 ist ausschließlich von Jesus die Rede und nicht von noch jemandem, der dem Werk Jesu etwas hinzufügen könnte oder sollte. Die Fiktion, dass zusätzlich zu Jesus ein Ding oder eine Erscheinung auftreten solle, die quasi in Kombination mit Jesus das Werk der Vernichtung zu bewerkstelligen hätte, ist reine Wachtturm-Phantasie, die die Menschen nur allzu gerne hören. Wie die Katholische Kirche massenweise zusätzliche Bedingungen aufstellte, damit ein Mensch gerettet würde, so setzt die Wachtturmgesellschaft Jesus eine Sache hinzu, die beachtet und befolgt werden muss, damit Jesu Erlösung überhaupt erst richtig wirken kann. Und dieser Zusatz erfolgt ohne jede biblische Grundlage. Alle Bibelstellen, die die Wachtturmschreiber als Beweis ihrer Theologie einsetzen, bestätigen nichts von alledem, sondern schließen alles außer Jesus aus.

Doch das stört den Wachtturm-Gottes-Kanal nicht im Geringsten. Er positioniert sich hemmungslos als Mittler zwischen Gott und Mensch - genau wie der Papst sich und die Himmelkönigin Maria zwischen Gott und Mensch positioniert hat. Beide haben die selben Ziele:

Das Wachtturm-Evangelium

Die große Wachtturm-Sehnsucht nach dem großartigen Wachtturm-Paradies baut auf die Vernichtung der bösen Menschen ("... alle, die sich so skrupellos und gewissenlos verhalten wie er [der Teufel]"). Dass ausnahmslos alle Menschen unter diese Kategorisierung fallen, verschweigt der treue und verständige Sklave gewissenhaft. Und Jehovas Zeugen nehmen nur zu gerne an, dass sie etwas besseres seien als der Rest der Menschheit. Auf nichts anderes können sie ihre Hoffnung gründen, von der Vernichtung allen Bösen ausgespart zu bleiben.

Er wird allem Bösen und der schlechten Herrschaft des Menschen ein Ende machen und letztendlich selbst über die gesamte Erde regieren. Dann wird der Mensch nicht mehr „über den Menschen zu seinem Schaden“ herrschen (Prediger 8:9). Und wie Josua, der die Israeliten ins „Land der Verheißung“ führte, wird Christus dafür sorgen, dass eine „große Volksmenge“ gottesfürchtiger Menschen in einem noch viel schöneren „Land der Verheißung“ leben darf: auf dieser Erde, die dann ein traumhaftes Paradies sein wird (Offenbarung 7:9, 10, 14, 17; Lukas 23:43).
[ERWACHET November 2010, Seite 18]

Dass Gottesfurcht niemals das Besser-Sein-als-andere sein kann, sagt die Bibel klar und deutlich, aber der Wachtturm verschweigt es. Dass nur diejenigen, die in Jesus sind, gerettet werden können, passt nicht in das Wachtturm-Konzept des Jehova-Gottes, der alles Böse vernichtet. Dass die, die Jesus nachfolgen, auch nicht aufgrund ihrer eigenen Güte gerettet werden, sondern ausschließlich aufgrund der Güte Jesu Christi, verschweigt der Wachtturm ebenfalls. Menschen, die Jesus vertrauen, erhalten ein weißes Gewand, das ein Bild dafür ist, dass wir die Reinheit Jesu wie ein Kleid anziehen dürfen. Christen werden durch den Glauben an Jesus nicht besser, sondern sie haben einen von Gott bereiteten Ausweg gefunden. Sie gehen durch die Tür Jesus Christus und kleiden sich in dem neuen Gewand, das sie von ihm erhalten. Dies alles ist reine Gnade. Ein Geschenk Gottes. Dieser Gott, der sich selbst für uns vernichten ließ, damit die, die glauben, gerettet werden, dieser Gott soll nun nach Wachtturm-Dünken der Gott sein, der sein eigenes Gnadenwerk beseitigt und damit auch das Böse vernichtet, das er gerettet hat?

Jesu Tod und Auferstehung sind die Tür und der Weg zu Gott. Wer diesen Weg gehen will, muss erkennen, dass er Sünder ist und dass er Gottes Gnade benötigt - nicht nur einmal, sondern bis an sein Lebensende (Fußwaschung). Wer sich als etwas Besseres vorkommt, weil er alle Wachtturm-Statuten und alle Jehova-Gesetze nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten hat, kann die wirkliche Sünde nicht erkennen. Er geht auf einem Weg, der im Pharisäertum seinen Anfang und sein Ziel hat.

Irdische Paradieshoffnung

Die Hoffnung auf eine Neue Welt ist das Programm der Wachtturm-Theologen mit dem Menschen-Vernichtungsevangelium. Es ist das visionäre Ebenbild dessen, was Freimaurer und amerikanische Patrioten sich ausmalen, wenn sie an Glück denken. Dass aber irdisches Glück niemals aus Jesus kommen kann, verdrängen sie und lehren die Menschen das Gegenteil. Irdische Existenz ist seit dem Sündenfall auf ewig verloren. Das Reich, in das wir, die wir auf Jesus hoffen, einziehen, ist nicht von dieser Welt. Und er wird nicht das Böse vernichten, sondern das, was sich gegen ihn entscheidet. Böse waren und sind sowie so alle. Es gibt keine Grenze, die man ziehen könnte zwischen "noch gut genug" und "schon zu böse"! Ausschließlich die Zugehörigkeit zu Jesus kann diese entscheidende Grenzüberschreitung bewirken. Und die führt in das Reich Jesu, das nicht von dieser Welt ist.


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© R. Hentschel ♦ Erstellungsdatum: 19.12.2010 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten
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