Eine psychologische Plattitüde lautet: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Damit verbindet sich automatisch die Vorstellung, dass eines allen Menschen am wichtigsten ist: Er/sie/es muss das Gefühl haben, geliebt zu werden. Dieser Drang gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und fällt damit in eine Kategorie von menschlichen Eigenschaften, die optimal dazu geeignet sind, von vielen Manipulatoren benutzt zu werden.
Die Grundbedürfnisse des Menschen sind Vermehrung, Fressen und Sicherheit. Die Sicherheit im Rudel hat (wie die anderen Grundbedürnisse auch) etwas Tierisches an sich. Sex, Nahrung und Gruppenzugehörigkeit sind dann die Begriffe, die diese Zusammenhänge etwas kultivierter erscheinen lassen, aber im Grunde die alten animalen Grundzüge unseres Wesens betreffen. (Hoffentlich habe ich kein Grundbedürfnis vergessen - bin kein Psychologe.)
Wirtschaft, Politik, Religion und viele mehr machen sich die Grundbedürfnisse des Menschen zunutze, um ihre Waren und Dienstleistungen bei ihnen interessant zu machen. Und hinter den Machenschaften der Sex-sellls-Strategen der Werbe-Industrie braucht sich der Wachtturm-Verlag aus Brooklyn nicht zu verstecken. Auch die Wachtturmgesellschaft versucht, den Vertrieb ihrer verlagseigenen Religion auf diese schändlche Weise zu forcieren.
Die Psychologie stellt richtigerweise eine unabänderliche Abhängigkeit zwischen dem Individuum und der Erfüllung seiner Grundbedürfnisse her. Das menschliche Wesen muss einen gewissen Grad der Erfüllung seiner Grundbedürfnisse in seinem Leben erfahren, um einigermaßen gesund zu bleiben und im gesellschaftlichen Verband nicht als krank oder sogar gefährlich abgedreht zu erscheinen. Diese psychologische Aussage wird von keiner Instanz der Welt außer Kraft oder in Frage gestellt. Dadurch bestätigt sich die wissenschaftliche Erkenntnis dieser Dinge von selbst. Die Alltagserfahrung aller Menschen bestätigen sie einfach und nachhaltig.
Alle Menschen unterliegen der Führung ihrer eigenen Wahrnehmung. Wer sich ein oder zwei Mal den Kopf an einer Wand gestoßen hat, wird in Zukunft vorsichtiger an dieser Wand vorbeigehen. Diesen Vorgang kann man nicht nur Lernen nennen, sondern darin steckt etwas viel archaischeres als nur die kognitive Variante des Lernvorgangs. Es ist unsere uralte Fähigkeit, Probleme aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Manche nennen es Intuition, andere Bauchintelligenz, wieder andere verbinden damit eine Art kollektive Intelligenz und bringen es fertig das Ganze noch mit einem kollektiven Geist zu versehen, der sich über die Zeit wie die Evolutionsfanatasien immer weiter fortentwickelt.
Eine gesunde Einschätzung dieser menschlichen Bauchintelligenz oder Intuition reduziert sich auf das, was wir tatsächlich im Leben erfassen können. Theorien zu entwickeln, wie das alles entstanden ist und worauf es hinausläuft, ist zwar spannend und kann einen Autoren reich machen, doch bleibt das alles nur reine Theorie und Fantasie. Die Bibel bezeichnetete den führungsbedürftigen Zustand des Menschen schon vor langer Zeit als eine Situation des Getrenntseins von Gott. Sie empfiehlt schon lange: Vertraue auf deinen Schöpfer und dir wird es wohlergehen.
So gibt es auch heute noch die Möglichkeit für alle Menschen, Entstehungs- und Entwicklungsfragen loszulassen und sich die ernste Frage zu stellen, ob es einen Gott gibt, und wenn ja, was er von uns will und was er mit uns vorhat. Diesen Fragen nachzugehen, bringt allerdings eine Festlegung mit sich, die aus dem unbeschriebenen Blatt Mensch ein beschriebenes Blatt macht. Dies drückt die Offenbarung des Johannes aus, als sie sagt, dass diejenigen, die Jesus vertraut haben, einen weißen Stein erhalten, auf dem ein Name steht, den niemand sonst kennt.
Wir haben also zwei Zustände des Menschseins: Erstens gibt es den normalen Menschen. Er kann Verbraucher, Kunde, Wähler, Nazi, Politiker, Hartz-IV-Empfänger oder sonstwas sein. Er ist getrieben von allen möglichen Einflüssen, trifft jede Menge Entscheidungen, von denen er selbst kaum sagen kann, dass er sie tatsächlich selbst getroffen hat. Und es gibt, zweitens, den Menschen, der sich festgelegt hat auf die vertrauensvolle Grundorientierung, die die Juden vor langer Zeit von Gott erhalten haben. Diese jüdische Grundorientierung klingt an, als Jesus sagt: Das Heil geht von den Juden aus. Dieses Heil gipfelt in Jesus Christus und ist jedem zugänglich, der die Nase voll davon hat, von allen möglichen Einflüssen hier oder dort hingetrieben zu werden. Dieses Heil verbindet sich mit dem Willen Gottes. Mit dieser Verbindung stehen wir tatsächlich auch mit Gott selbst in Verbindung.
Zu jeder Zeit in der Weltgeschichte hat es die Menschen beschäftigt, wie man was am besten macht und warum. Genau diese Eigenheit des Menschen macht den Menschen aus, birgt aber auch die Gefahr, sich von Gott loszusagen, um eigene Wege zu gehen. Menschen, die das Vertrauen auf Gott nicht aufbringen können oder wollen, werden so zu Lebewesen, deren Entscheidungsvorgänge von allen möglichen Einflüssen gelenkt werden, nur nicht von ihrer wahren Intelligenz. Denn die psychische Fremdbeeinflussung ist bei diesen Menschen stark dominierend. Dies geht so weit, dass die Fremdbeeinflussung von diesen Menschen noch nicht einmal im vollen Umfang wahrgenommen wird. Wenn man sie darauf anspricht, streiten sie diese auch meist vehement ab.
Die Frage nach Gott und damit die Sehnsucht nach einer Grundorientierung liegt den Menschen im Blut. Die Bibel behauptet, dass Gott selbst diese Sehnsucht nach einer Grundorientierung in unsere Seele gelegt hat. Auf der Suche nach einer Beantwortung dieser scheinbar sehr wichtigen Frage (ich weiß, dass sie sehr wichtig ist), begeben sich viele Menschen in die Hände von Ratgebern, deren es viele auf der Welt gibt. Diese sind religiöse und oft auch pseudoreligiöse Gruppierungen, wie es sie seit Anbeginn der Welt gibt. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam, nämlich die Bindung an etwas, das mit Gott nichts zu tun hat, und das offene oder verdeckte Zunichtemachen des Schöpfers, der sich in Jesus uns hingegeben hat.
Diese Gruppierungen sind der verlängerte Arm dessen, der die Versöhnung des Menschen mit Gott durch Jesus nicht ertragen kann. Und obwohl diese Gruppierungen furchtbare Wirkungen erzielen, Selbstmorde, Menschen verbluten lassen, Unfreiheit, Kadavergehorsam und vieles andere mehr, folgen die Menschen, die sich einmal in deren Fänge begeben haben, diesen Gruppierungen, um ihr Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und das daraus resultierende Gefühl des Geliebt- und Gebrauchtwerdens zu befriedigen. Mit der oberflächlichen und falschen Befriedigung der Sehnsucht nach einer Grundorientierung werden diesen Menschen alle Möglichkeiten verbaut, den Schöpfer zu suchen und zu finden.
Manche finden ihre Selbstverwirklichung in einem tollen Beruf, der ihnen das Nachdenken über Gott ersetzt, manche finden ihre "Erfüllung" in der Dorfkneipe und den dort befindlichen Kumpels, manchen reicht schon die Bindung an eine traditionsreiche Kirche und wandern als besondere Leistung einen Pilgerweg ab, manche begreifen die Verbindung mit Gott als eine Art Dauerstudium dessen, was ihre Gruppierung ihnen gerade vorsetzt.
In all diesen gottfernen Mechanismen findet sich die wohlfeile Bestätigung des darin Aktiven als eingebundenes, benötigtes, gewolltes Wesen. Darin findet der Mensch die Befriedigung seines Grundbedürfnissen des Geliebtwerdens. Wer sich in diesen Dingen einmal gebunden hat, wird es schwer haben, über diese Bindungen hinweg doch noch den Herrn zu finden, der uns tatsächlich so stark liebt, dass er sein Leben für uns gab. Doch ist es möglich. Menschen finden von der Marienanbetung weg zu Jesus, Menschen finden von der Anbetung eines Gottes, der sich Jehova nennt, weg zu Jesus, Menschen finden vom Tanz um das goldene Kalb weg zu Jesus. Es ist erstaunlich, dass die Befreiungskraft Christi so stark und vielfältig wirkt und immer ein großes Zeichen hnterlässt: die Befreiung von Bindungen des Menschen an weltliche, menschliche Organisationen und Ideologien.
Dies ist die Grunderfahrung aller wahren Christen, dass sie befreit werden von der Notwendigkeit, sich irgend eine Zugehörigkeit hier oder da zu erkaufen. Durch die Hinwendung zu diesem Jesus beginnt eine Art Lebendigkeit, die auf eigenen Füßen steht und in der Lage ist, auch gegen den Mainstream anzugehen. (Dies ist ein Grund, warum Christen verfolgt werden.)
Jesus sagt lapidar und für uns fast nicht nachvollziehbar: Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei. Von was denn bitteschön? Und wozu Freiheit? Wer braucht schon Freiheit? Doch die Freiheit, die Jesus meint, liegt genau darin, dass der Glaube an ihn unabhängig macht von der Zuwendung durch andere Menschen oder durch Organisationen oder was auch immer. Jesus befähigt nämlich den Menschen durch seine Liebe auf seinen eigenen Füßen zu stehen und beispielsweise seine Feinde zu lieben. Was die Welt nicht begreift, das setzt sich im Glauben an Jesus wie von alleine um. Was die Welt nicht erfassen kann, weil sie in Abhängigkeitsverhältnissen denkt und atmet, gestaltet sich bei dem wahren Christen als eine Art Wachstum, das er selbst nicht oder kaum beschreiben kann. Deshalb hat sich Jesus als den wahren Weinstock dargestellt, dessen Reben die Christen sind. Ohne ihn wachsen sie nicht, ohne ihn verdorren sie und sind wieder abhängig von den Säften der Ratgeber und Gurus dieser Welt.
Wer es wagt, über den Absprung von unguten Bindungen nachzudenken, sollte sich einige Punkte klarmachen, die ihm das Leben sehr schwer machen werden. Die Liste der hierbei zu beachtenden Punkte entspringt nicht einer Erfahrung, die ich selbst als Loslöser aus einer Sekte hätte sammeln können, sondern aus der schlichten Lebenserfahrung, die ich durch den Glauben an Jesus sammeln durfte und manchmal auch sammeln musste. Hier muss dem Leser bekannt gemacht, also gebeichtet werden, dass ich als jemand, der sich mit 16 Jahren bewusst von Jesus abhängig gemacht hat, natürlich nur ihn als befreienden Lösungsweg anbieten kann. Doch die Erfahrungen, die er gibt, sind so krass, dass ich die folgenden Punkte hier veröffentlichen möchte, damit hoffentlich vielen geholfen wird, die Probleme und ihre Hierarchie und ihre Wechselwirkungen zu erkennen, die mit einer Loslösung von Abhängigkeiten und Organisationen einhergehen.
Jesu ganzes Lehren konzentriert sich immer wieder auf die absolute Einsamkeit im Sinne der Weltabgeschiedenheit des Denkens und Handelns. Die Bindung an diese Welt macht aus dem Menschen ein unkritisches Instrument der weltlichen Mächte. Das lässt sich gerade in dieser weltlichen Organisation erkennen, die sich selbst als Kanal Gottes bezeichnet. Sie bietet ihren Abhängigen die Aussicht auf eine große weltweite Bruderschaft und verschweigt, dass jeder Mensch nicht nur in der Stunde seines Todes ganz allein sein wird. Sie verschweigt auch, dass der notdürftige Ersatz durch eine weltweite Bruderschaft die persönliche Einsamkeit des Menschen niemals beseitigen kann.
Aber nicht nur in der Stunde des Todes ist die Einsamkeit das herausragende Merkmal unseres Menschseins! Schon in jeder Phase seines irdischen Lebens ist der Mensch in seinem Körper gefangen und kann die tatsächlichen Regungen seiner Seele nur durch den Filter des Wortes und der Gesten anderen mitteilen. Diese Einsamkeit wird von den meisten Menschen missachtet und verdrängt. Sie versuchen, sie nach Kräften zu ignorieren. Sie laufen billigen Lehren hinterher, um sich in einer Gemeinschaft aufgehoben und durch Gleichschaltung verstanden zu fühlen. Dass sie dabei nach wie vor im Innersten ganz mit sich allein sind, kommt ihnen nur selten ins Bewusstsein. Und wenn dies geschieht, empfinden sie es eher als Bedrohung und als eine seelische Qual. In Wirklichkeit ist gerade das Erleben dieser absoluten Einsamkeit ein großer Segen und die geöffnete Tür, durch die das Licht Jesu scheint. Er ist nämlich der einzige, der uns in unser Herz schaut und uns versteht. Wer den Glauben an Jesus angenommen hat, kann diese Einsamkeit dazu nutzen, in Gemeinschaft mit dem Herrn sein Bewusstsein zu schärfen und seine Kontakte in dieser Welt unter den Einfluss Jesu zu stellen. Dazu müssen die Kontakte in dieser Welt keinesfalls aufgegeben werden.
Wer die Einsamkeit nicht mehr fürchten muss, weil er in der Gemeinschaft mit dem Herrn diese Einsamkeit lieben gelernt oder zumindest als sinnvoll wirksam erkannt hat, ist frei geworden, mit Menschen auf eine neue Art umzugehen. Er ist nicht mehr darauf angewiesen, sein Verhalten danach auszurichten, wie er Verluste vermeidet, sondern kann sich ganz auf die Wahrheit einlassen. Wer Jesus hat, braucht Unrecht nicht mehr geschehen zu lassen, nur weil er ansonsten das Risiko hat, eventuell ausgestoßen oder ausgeschlossen zu werden. Wer Jesus hat, hat ein neues Leben.
Wer sich aus den Fängen der Wachtturmgesellschaft lösen will, wird ohne die Annahme der Einsamkeit nur in neue Abhängigkeiten wechseln müssen. Ohne Jesus ist diese Einsamkeit tatsächlich unerträglich. Mit Jesus wird sie zum Teil unseres Lebens und wird für uns zu dem, was uns mit Jesus verbindet. Jesus sagt: Bleibet in mir! Er sagt nicht: Bleibt in der Welt! Daran sollte jeder erkennen können, wie wichtig es ihm ist, dass wir die Einsamkeit ertragen und erdulden lernen, denn die Trennung von dieser Welt manifestiert sich nicht in halsstarriger Frömmigkeit und Weltabgehobenheit, sondern sie tritt in Erscheinung in der von menschlichen Abhängigkeiten gelösten Gemeinschaft mit Christus. Als Paulus seinem Lebensende entgegensah, befand er sich nicht inmitten einer weltweiten Bruderschaft und ließ sich von ihr tragen, sondern er lebte Tag für Tag in der Einsamkeit, in der Trennung von dieser Welt:
Deshalb ist es ein ziemlich trauriges Unterfangen, sich aus der Abhängigkeit von der Wachtturmgesellschaft lösen zu wollen, ohne vorher Jesus in sein Herz eingelassen zu haben. Doch die Theologen der Wachtturmgesellschaft verbieten dieses Jesus-in-sein-Herz-Lassen aufs Ernsthafteste, so dass Zeugen Jehovas ziemlich verraten und verkauft sind. Euch rufe ich deshalb zu: Lasst trotz des "Kanals Gottes" Jesus in euer Herz. Wenn ihr dies geschafft habt (und es ist nicht schwer!), werdet ihr durch Jesus alles ertragen lernen, was dieses Leben für euch bereithält. Dann braucht ihr keine Ersatzgemeinschaft mehr, keinen Ersatzgott und keine blinde Hörigkeit gegenüber einem Sklaven.
Die Liebe Jesu drückt sich nicht darin aus, dass wir inmitten von gutaussehenden, fröhlichen Menschen in einem gepflegten Garten umherlaufen und dort Äpfel und Birnen pfücken, zahme Löwen streicheln, an idyllischen Bachläufen verweilen oder die alten menschlichen Abhängigkeiten in Form von herzlicher Umarmung alter Bekannter zelebrieren. Die Liebe Jesu wirkt dadurch, dass er uns dazu befähigt, schon in diesem Leben die Wahrheit zu erkennen und zu ertragen und nicht zu verdrängen. Was nach unserem Tod auf uns wartet, ist zuerst einmal nicht Bestandteil dessen, was wir hier und jetzt von Jesus empfangen sollen und dürfen. Darin dürfen wir ihm vertrauen, dass er uns Wohnung bereitet bei seinem Vater.
Abhängigkeiten menschlicher Natur aufgeben zu können, das ist ein großes Unterpfand der Liebe Jesu. Die Tauer und den Schmerz ertragen zu können, die Notwendigkeit der Trennung einsehen zu können, die richtigen Schritte tun zu können, alles das ist eine direkte Wirkung Jesu. Er befähigt uns dazu, dass wir nicht mehr blind einer bestimmten Geruchsspur hinterherkriechen müssen. Er ist aber auch derjenige, der entzweite Menschen zusammenführt und miteinander versöhnt. In Jesus haben wir die Möglichkeit, die Wahrheit zu entdecken, ohne ständig tun und denken zu müssen, was andere uns vorschreiben und von uns verlangen.
Wer allerdings mit Jesus nichts anfangen kann, weil er entweder von den Zeugen Jehovas manipuliert ist oder den Zeitgeist-Illusionen dieser Welt verhaftet ist, wird außer den weltlichen Abhängigkeiten keine Heimat finden und wird den Weg nicht gehen können, der zum Vater führt.