Der Zorn Gottes

von "Unbekannt"

Gott tat etwas unermesslich Großes, um die Menschen von ihrer Schuld, von Sünde und Verurteilung im Einklang mit seiner Heiligkeit zu befreien. Doch haben sie die Freiheit, dieses Angebot Gottes anzunehmen, zu ignorieren oder auch einfach abzulehnen. Das ist jedermanns eigene Entscheidung. Doch sagt die Schrift ganz klar: Auf solchen bleibt der Zorn Gottes (Johannes 3:36).

Es gibt hier keine Vereinbarung nach dem Motto: "Kümmere du dich um dich, ich kümmere mich um mich, und jeder lässt den anderen in Ruhe". Das Wort in Philipper 2:10-11 bleibt gültig, dass sich in Jesu Namen jedes Knie beugen muss und dass jede Zunge ihn als Herrn bekennen muss, freiwillig und mit Freuden oder aber auch unfreiwillig.

Der Zorn Gottes bleibt auf denen, die sein Gnadengeschenk zurückweisen. Gottes Zorn ist nicht dem des Menschen vergleichbar; es ist ein Zorn, der Gerechtigkeit wirkt und der gerade deshalb nicht gering geschätzt werden darf. Sein Zorn führt ins Gericht. So wie seine Liebe in Christus die ganzen griechischen Schriften durchzieht, so auch sein Zorn gegenüber der Sünde und den Gottlosen, die seine Liebe zurückweisen.

Manche Menschen scheinen Gottes Zorn auf die leichte Schulter zu nehmen, ihn sozusagen mit einem Achselzucken abzutun, für sie ist er eine zu vernachlässigende Größe. Aber davor sollte man sich hüten (Hebräer 10:31).

Da uns aber - trotz der vielen historischen Beispiele - Gottes Zorn häufig ein sehr abstrakter Begriff zu bleiben scheint, können wir uns seine Größe und Entschiedenheit vielleicht am Beispiel der Person Jesu verdeutlichen, der ja Gottes Zorn erlitt, um jene, die ihm vertrauen, davon zu befreien. Jesu Leben war gleichsam ein Prisma, das uns Gottes Zorngericht in seiner Person und seinem Leiden vor Augen stellte. Sein Tod und die Art seines Todes auf Golgatha waren Ausdruck des Zornes Gottes; dies hilft uns erkennen, was Gottes Zorn ist, wie ernst er genommen werden sollte!

Das mag für viele unverständlich sein; sie mögen in der Hingabe des Sohnes als Opfer einen unvorstellbaren Akt sehen; die Bibel selbst nennt es ein Geheimnis (1. Timotheus 3:16). Man findet hier keine Erklärung mit menschlichen Maßstäben, in der Philosophie, in Rechtsprechung oder in etwas ähnlichem, sondern nur in Gott und in seiner Liebe und Gnade gegenüber den sündigen Menschen. Aber man kann darin auch erkennen, wie unmöglich es ist, ohne Lösegeld und Opfer vor Gott gerecht zu werden.

Ferner offenbart Gott im Leiden Jesu seine Einstellung zur und sein Gericht über die Sünde. Jesus erlitt den Tod »für Sünde«, für die Sünde vieler (Jesaja 53:11; 1. Johannes 2:2)! Jesus wusste, dass sein Tod gleichsam ein herausragendes Gericht Gottes sein würde, und obwohl er direkt und ohne Ausweichen auf diesen Tod zuging, ließ ihn die Art des Todes doch Kämpfe durchstehen (Markus 14:32-34; Lukas 22:44). Doch er starb diesen Gerichtstod für uns, die wir an ihn glauben; er ist unser Passa (1. Korinther 5:7), das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt (Johannes 1:29; 1. Petrus 3:18). Durch Jesus werden unsere Sünden nicht »unter den Teppich gekehrt«, sondern gesühnt und hinweggenommen, so weit wie der Osten vom Westen entfernt ist (Psalm 103:12). Durch ihn haben wir Gerechtsprechung und Vergebung; das griechische Wort für »vergeben«, das in den Evangelien immer wieder im Zusammenhang mit Jesus gebraucht wird, hat zwei Wörter als sprachliche Wurzel, die zusammen den Sinn haben: »hinwegnehmen«.

Golgatha, der «stauros» - wiedergegeben zumeist mit Kreuz, auch mit Pfahl oder ähnlich -, das ist die äußerste Strafe für Sünde, die größte Offenbarung des Zornes Gottes gegen Gottlosigkeit und Bosheit des Menschen. Dieser Zorn ist kein automatischer Zorn, noch vergleichbar menschlicher Rachsucht. Wir können ihn nur zu verstehen beginnen, wenn wir sehen, dass Gott seinen geliebten Sohn gab, um uns von seinem Zorn gegenüber Sünde und Schlechtigkeit zu befreien.

Jesus starb für uns und Gott wurde gerechtfertigt und wurde gleichzeitig unser Rechtfertiger (Römer 3:26). Hier geschah etwas, vor dem der Mensch nur stehen kann mit leeren Händen, aber er kann in diesen leeren Händen im Glauben die erstaunliche und doch völlig mit Gottes Gerechtigkeit im Einklang stehende Gnade empfangen, die er so dringend braucht. Man kann sagen, dass Jesus Gottes Zorn von uns abwandte; aber er tat mehr als das: er nahm ihn vielmehr völlig auf sich selbst, nahm ihn bis zur Neige, so dass für die, welche er rettet, auch nicht die geringste Spur dieses Zornes übrigbleibt. Was also sollten, könnten oder müssten sie denn dazu selbst noch tun, durch eigene Leistungen oder Werke, um gerettet zu werden?

Hier können wir erkennen, was göttliche Liebe ist (1. Johannes 3:16; Römer 5:8)! Wir sollten uns vor dieser erstaunlichen Gnade neigen, indem wir uns vor Gott, dem Vater, wie auch vor dem von ihm gesandten Retter beugen (Philipper 2:10).

Vielleicht mögen uns diese Ausführungen helfen, den Zorn Gottes ernst zu nehmen, der von Gottes Seite selbst so ernst genommen wurde, dass er seinen eigenen Sohn gab, um Gläubige vor dem kommenden Zorn zu retten (1. Thessalonicher 1:10). Doch bleibt jedem Menschen die Freiheit, seine Entscheidung selbst zu treffen. Doch: ... wenn der Gerechte nur mit Mühe (durch die Sendung und Hingabe des Sohnes als Loskaufsopfer) gerettet wird, wo wird dann der Gottlose und Sünder bleiben? (Übersetzung von Bruns). Möge Gottes Gnade für uns nicht vergeblich angeboten sein!


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Erstellungsdatum: 08.01.2008 ♦ DruckversionLinks auf andere Internetseiten