Nur wer im Sinne von Matthäus 28, den letzten Versen (18-20) von Haus zu Haus geht, ist ein wahrer Christ

von Eddie

Zu allererst der Bibeltext. In Matthäus, Kapitel 28, die Verse 19 bis 20, gibt Christus folgende Anweisung:

Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

(Elberfelder Studienbibel-Ausgabe)

Die Neue Welt Übersetzung der WTG gibt das wie folgt wieder:

Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu halten, was ich Euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge.

In Apostelgeschichte Kapitel 20, der Vers 20 wird folgendes gesagt:

Wie ich nichts zurückgehalten habe von dem, was nützlich ist, dass ich es Euch nicht verkündigt und Euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern

(Elberfelder Studienbibel-Ausgabe)

Die Neue Welt Übersetzung der WTG gibt das wie folgt wieder:

Wobei ich mich nicht davon zurückhielt, Euch alles, was nützlich war, kundzutun und Euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren.

Im Markusevangelium, Kapitel 6, dem Vers 7 ist zu lesen:

Und er ruft die Zwölf herbei; und er fing an, sie zu zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.

(Elberfelder Studienbibel-Ausgabe)

Gleicher Text liest sich in der NW ÜS der WTG wie folgt:

Dann rief er die Zwölf zu sich, und er fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und er begann ihnen Gewalt über die unreinen Geister zu geben.

Der letzte hier angegebene Text ist der aus dem Matthäusevangelium Kapitel 24 der Vers 14. Dort steht geschrieben:

Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.

(Elberfelder Studienbibel-Ausgabe)

In der NW ÜS ist zu lesen:

Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.

Jehovas Zeugen/die WTG behaupten, die einzige Glaubensgemeinschaft zu sein, die die eben zitierten Verse erfüllt, indem sie ihre eigenen Jünger zu zweien von Haus zu Haus schickt, um die gute Botschaft zu predigen.

Betrachten wir diese Aussage einmal näher und vergleichen das mit dem Worte Gottes, den oben zitierten Texten:

Dem biblischen Bericht aus Apostelgeschichte 20, Vers 20, können wir entnehmen, dass Paulus sich nicht zurückhielt, alles was nützlich war, zu sagen, sowohl öffentlich als auch in den (Privat-)Wohnungen oder Häusern. Den Begriff „in den Häusern“ (oder „Wohnungen“, was im Sinne völlig identisch ist, nach heutigem Sprachgebrauch), gibt die WTG mit „von Haus zu Haus“ wieder. Eine Kleinigkeit, mag man denken, das ist eben die Freiheit des Übersetzers, welche Wortwahl er hier trifft. Doch weit gefehlt! Das Ganze hat erst Sinn, wenn man die oben erwähnte Aussage, die ZJ seien die einzigen, die von Haus zu Haus ziehen, um zu missionieren, zusätzlich heranzieht.

Warum?

Ray Franz, Neffe von Fred Franz (ehemaliger Präsident der WTG) und ehemaliges Mitglied des Direktoriums der WTG in der Zentrale in Brooklyn, sagt in seinen zwei Büchern „Auf der Suche nach christlicher Freiheit“ sowie „Der Gewissenskonflikt“, die er nach seinem Rauswurf aus der Zentrale schrieb, dass bei den Übersetzungsarbeiten der Bibel ins Englische (und andere Sprachen) immer und immer wieder Wortkonstruktionen gebildet wurden, die der Lehre (also den Dogmen) der WTG nützlich schienen. Da JZ von Haus zu Haus ziehen, wurde aus dem Satzteil „und in (privaten) Häusern“ ein „Haus zu Haus“. Das ist eine Sinnverfälschung ersten Grades. Hier wird ganz eindeutig der ursprüngliche Sinn des Textes umgebogen, hin auf eine bereits bestehende Lehre, um diese zu stützen. Frecher geht’s nicht.

Eigenartig dabei sind zwei Dinge:

Erstens, die Studienversion der WTG-NWÜ gibt einen Hinweis, per Fußnote, dass man „von Haus zu Haus“ auch mit „Privathäusern“ übersetzen könne. Frage dazu: Warum nicht gleich so – nämlich richtig! – übersetzen, sondern über den Umweg mit der Fußnote? Antwort dazu: Siehe oben, gerade erklärt, die Sache mit der bewussten Sinnveränderung und somit Irreführung.

Zweitens, die NWÜ schreibt in ihrer Interlinear-Übersetzung des NT Griechisch – Englisch im Vorwort, dass genau so etwas nicht gemacht werden dürfe, dass man eine Übersetzung zu einer bereits existenten Lehre hinbiegt und dass sie sehr genau darauf geachtet hat, solches zu vermeiden. Dieser Hinweis führt die eigenen Vorgehensweisen ad absurdum.

Ein weiteres Merkmal dieses Dogmas der WTG ist der Text aus dem Markusevangelium, Kapitel 6, Vers 7, den die WTG ebenso für sich hinbiegt. Dort wird gesagt, wie wir oben lasen, dass Jesus seine Jünger zu zweien aussandte. Jetzt tut die WTG gleiches, sendet ihre Mitglieder ebenso (zumeist jedenfalls) zu zweien aus und die müssen dann ihrer Zentrale berichten (über den Umweg: örtliche Versammlung (= Gemeinde), dann Zentrale des jeweiligen Landes, dann Hauptbüro in den USA). Das was einst eine direkte Anordnung Jesu an seine Jünger war, in einer konkreten Situation, beansprucht nun die „Organisation Gottes“ für sich, ganz allgemein. Ist sie ja das „Sprachrohr“ bzw. „der Kanal“ Jehovas, angeblich des alttestamentarischen Gottes. Eine Formulierung übrigens, die man auch nicht andeutungsweise in der Bibel findet.

Es sei hier in diesen Abhandlungen nicht gesagt, dass der Haus-zu-Haus-Predigtdienst von sich aus verkehrt wäre. Ganz im Gegenteil. Es ist eine sehr gute und lobenswerte Methode, die Menschen zu erreichen, um das Gebot Christi zu erfüllen. Nur, es sollte dringlichst dabei darauf geachtet werden, dass dabei keine Irrlehren/falschen Dogmen entstehen. Auch andere Gemeinschaften predigen von Haus zu Haus, wie beispielsweise die Mormonen. Was den Inhalt ihrer Predigten betrifft, steht auf einem anderen Blatt Papier. Insofern erfüllen auch zumeist kleinere, örtliche Gemeinden ebenso diese Anweisung, obgleich sie nicht unbedingt von Tür zu Tür evangelisieren, aber z. B. in Fußgängerzonen Stände aufbauen und bei Interesse ggf. die Interessenten kontaktieren (bei den ZJ gerne als „Rückbesuche“ vermerkt) – siehe allgemein bei Matthäus, Kapitel 24, Vers 14.

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Erstellungsdatum: 29.06.2019 ♦ DruckversionLinks auf andere InternetseitenDatenschutzerklärungInhaltKontaktImpressum
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